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Treffen in Aachen

Gemeinsam beim Reformationsjubiläum – gemeinsam in die Zukunft

Treffen der Kreissynodalvorstände der „Kleeblatt“-Kirchenkreise Aachen, Gladbach-Neuss, Jülich und Krefeld-Viersen im Gemeindezentrum Teveren der Evangelischen Kirchengemeinde Geilenkirchen.

Die versammelten KSV-Mitglieder, vorne die Superintendenten Bruckhoff und Sannig. Foto: Johannes de Kleine LupeDie versammelten KSV-Mitglieder, vorne die Superintendenten Bruckhoff und Sannig. Foto: Johannes de Kleine

Dreißig Mitglieder der vier „Kleeblatt“-Kreissynodalvorstände waren in den Geilenkirchener Ortsteil Teveren gekommen, unter ihnen die vier Superintendenten Hans-Peter Bruckhoff, Dietrich Denker, Jens Sannig und Burkhard Kamphausen. Die vier Kirchenkreise hatten im vergangenen Jahr drei gemeinsame Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum auf die Beine gestellt: Pilgerwege in allen vier Kirchenkreisen, eine Reformationssynode in MG-Rheydt sowie ein Fest der Begegnung in Jülich. Aus der Erfahrung dieser guten Zusammenarbeit soll auch künftig ein guter gemeinsamer Weg gestaltet werden. Diesem Ziel diente das Treffen in der altehrwürdigen Kirche, die im Jahr 1686 erbaut wurde, und im danebenliegenden Gemeindezentrum.

Andacht, Einführung, Erinnerung

Jens Sannig hielt in der Kirche eine Andacht und predigt über Jer 23,29 (Losung des Tages) und Apg 4,31 (Lehrtext des Tages). Hans-Peter Bruckhoff führte in das Treffen der vier Kreissynodalvorstände ein. ((Predigt  siehe PDF weiter unten)) Aus der gemeinsamen Arbeit im Zusammenhang mit dem Reformationsjubiläum ergebe sich die Chance, weiterhin miteinander im Gespräch zu bleiben und sich miteinander Gedanken zu machen zur Zukunft der Kirche.  Jens-Peter Bentzin, im vergangenen Jahr Beauftragter des Kirchenkreises Aachen für das Reformationsjubiläum, erinnerte an die von den vier Kleeblatt-Kirchenkreisen gemeinsam verantworteten Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2017. Er zeigte Ausschnitte aus einem Film; zu sehen waren u.a.  Aufnahmen von der Reformationssynode am 1./2. September 2017 in Rheydt, vom Fest der Begegnung am 10. September 2017 in Jülich und von der Schlussveranstaltung zu den Pilgerwegen am 29. Oktober 2017in Schleiden und Gemünd. Anschließend bot ein Abendimbiss die gut genutzte Gelegenheit zu Gesprächen, Austausch und Kennenlernen.

Hat Kirche für die Menschen heute noch Relevanz? Eine der Fragen, die diskutiert wurden. Foto: Johannes de Kleine LupeHat Kirche für die Menschen heute noch Relevanz? Eine der Fragen, die diskutiert wurden. Foto: Johannes de Kleine

Brainstorming, Gedankenspiele, Ideen

Unter der Leitung von Dietrich Denker und Burkhard Kamphausen entwickelte sich dann ein lebhaftes Gespräch, in dem u.a. folgende Themen zur Sprache kamen:

Finanzen und Verwaltung  

Demnächst sicherlich stagnierende/sinkende Kirchensteuereinnahmen und sinkende Mitgliederzahlen erfordern eine mittelfristige Finanzplanung.
Zur Bearbeitung der Fragen der Gemeindeentwicklung, Gemeindegliederzahlenentwicklung, Zukunft der Kirchensteuern etc. wurde ein Arbeitskreis angeregt, der aus Mitgliedern der vier Kleeblatt-Kirchenkreise zu bilden wäre.
Konkret wurde angeregt, auf längere Sicht die Verwaltung auf den Ebenen der EKiR abzubauen und den Trend, immer mehr Geld für diesen Arbeitsbereich auszugeben, umzukehren.
Die künftige finanzielle Ausgestaltung auch der Schulen und der anderen kirchlichen Arbeitsbereiche (Diakonie, Erwachsenenbildung, Jugendreferate etc.) sei ebenfalls in den Blick zu nehmen.

Kirchengemeinden, Schulen, Pfarrstellen

In der Frage, ob Kirche für die Menschen heute noch Relevanz besitze, wurden unterschiedliche Ansichten laut. Die Zahl der Kirchenaustritte deute eher auf einen Relevanzverlust hin. Dieser betreffe vor allem die theologische Botschaft der Kirche, wobei sich die Frage stelle, ob es eher am Inhalt oder an der Vermittlung der biblischen Botschaft liege, dass diese bei den Menschen offensichtlich nicht mehr ankomme.
Auf der anderen Seite habe man sehr wohl erlebt, dass Kirche gefragt sei, z. B. aktuell im Zusammenhang mit den Aktionen im Hambacher Forst, aber auch bei Unglücksfällen/Lebenskatastrophen (Notfallseelsorge!) oder nicht zuletzt auch durch die Arbeit der Diakonie (Krankenversorgung, aber auch Migrations- und Flüchtlingshilfe).
Es erscheine sinnvoll, dass Erfahrungen, Ideen, Phantasien etc. in Bezug auf die Zukunft von Kirchengemeinden (Fusionen!) und Arbeitsbereichen kirchenkreisübergreifend ausgetauscht werden. Konkret vorstellbar sei eine AG „Gemeindebild/Pfarrbild/Teampfarramt“ für den Bereich der Kleeblatt-Kirchenkreise.
Zu klären sei, welche Institutionen, Werke etc. künftig überhaupt noch gebraucht würden.
Und ob es eine Zukunft als Volkskirche geben könne oder doch eine Zukunft in freikirchlichen Strukturen.
Weiter sei es zunehmend wichtig, ehrenamtlich Mitarbeitende zu gewinnen.
Die Partnerschaft des Kirchenkreises Aachen mit der Gemeinde in Halifax/GB bringe ein wichtiges Motto in die Diskussion: Es sei auch Aufgabe der Kirche „der Stadt zu dienen“.

"Als Volkskirche in der Gesellschaft hervorragend vernetzt". Foto: Johannes de Kleine Lupe"Als Volkskirche in der Gesellschaft hervorragend vernetzt". Foto: Johannes de Kleine

Die Kleeblatt-Kirchenkreise: weiterhin gemeinsam an der Arbeit.

Aus zahlreichen Wortmeldungen und Beiträgen ergaben sich für die Zukunft konkrete Arbeitsaufträge, die von den vier Superintendenten zu organisieren sind:
- theologische Arbeit an Fragen der Ekklesiologie/Zukunft der Kirche
- Erarbeitung von Ideen zum Abbau von Verwaltung
- Kooperation mit der Diakonie („der Stadt dienen“)
- Gemeindeorganisation (Pfarrdienst und Gemeindegrenzen/Zusammenarbeit mit Krankenhäusern, Schulen etc./Ehrenamt und Hauptamt)
- Theologische Debatte: Ist unsere Botschaft attraktiv für die Menschen?

Jens-Peter Bentzin und andere wiesen darauf hin, dass die vier beteiligten Kirchenkreise mit ihrem Kleeblatt-Logo bereits eine bekannte „Marke“ darstellen. Mit diesem vorhandenen Pfund könne man wuchern. Dass man als Volkskirche in der Gesellschaft hervorragend vernetzt sei, stelle eine wichtige Ressource dar.
In der Steuerungsgruppe für das Reformationsjubiläum habe man Gemeinsamkeiten entwickelt und unterschiedliche Arten, Kirche zu leiten, zusammengebracht. Auf diesen Erfahrungen lasse sich hervorragend aufbauen.
Die Superintendenten wurden mit dem konkreten Auftrag auf den Weg geschickt, auch weiterhin solche Treffen wie an diesem Abend zu organisieren.

Dietrich Denker schloss das Treffen mit Gedanken zu dem Satz von Friedrich Schleiermacher „Das Missverstehen ergibt sich von selbst; das Verstehen muss auf jedem Punkt gewollt und gesucht werden“, mit einem Gebet und der Bitte um den Segen.

Text und Fotos: Johannes de Kleine, Kirchenkreis Jülich

 



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