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Konfirmationen

"Ja" sagen zum Christlichen Glauben und zur Evangelischen Kirche

21.000 Jugendliche feiern in der rheinischen Kirche in diesem Frühjahr ihre Konfirmation. Ein Drittel aller 14-Jährigen. Das Ansehen der Kirche unter den Konfirmand/innen ist hoch. Auch in Krefeld-Viersen sind die meisten der Jugendlichen mit dabei.

Foto: ekir.de / Joachim Gerhardt LupeFoto: ekir.de / Joachim Gerhardt

Vier Fünftel der Jugendlichen sind mit ihrer Konfi-Zeit zufrieden. Das zeigen zwei repräsentative Studien aus den Jahren 2009 und 2016, an der jeweils mehr als 10.000 Jugendliche teilnahmen.

Die Konfirmandenarbeit ist ein wesentlicher Teil der kirchlichen Bildungsarbeit. Das belegen zwei repräsentative Studien aus dem Jahr 2009 sowie aus 2016, von der erste Ergebnisse jetzt bekannt gegeben worden sind. „Sie zeigen, dass die Konfirmandenarbeit ein Erfolgsmodell und eine Perle kircheneigener Bildungsarbeit ist“, sagt Kirchenrat Dr. Stefan Drubel, Leitender Dezernent der Evangelischen Kirche im Rheinland für Außerschulische Bildung. An beiden Studien nahmen mehr als 10.000 Jugendliche der Konfirmandenjahrgänge 2007/2008 und 2012/2013 sowie beruflich und ehrenamtlich Mitarbeitende teil, unter ihnen auch knapp 1000 Konfirmandinnen und Konfirmanden aus der rheinischen Kirche bei der ersten und knapp 700 bei der zweiten Studie.
Beide Studien belegen eine jahrzehntelange stabile Teilnahme der evangelischen Jugendlichen an der Konfirmandenarbeit. Neun von zehn besuchen die Konfi-Angebote ihrer Kirchengemeinde. Das ist ein Drittel der 14-Jährigen. Dieser Wert sei seit drei Jahrzehnten konstant, ein Abbruch nicht in Sicht, sagt Pfarrer Wolfgang Ilg, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Tübingen und einer der Autoren der Studien.
Mehr als vier Fünftel der Jugendlichen sind mit ihrer Konfi-Zeit zufrieden. Sie seien ins Nachdenken darüber gekommen, was gut oder schlecht für ihr Leben sei, sagen sie. Eine wachsende Distanz zum Glauben sei in dieser Altersgruppe noch nicht festzustellen. Das zeigte bereits die erste Studie aus dem Jahr 2009, die jetzt veröffentlichte zweite Studie bestätigt dieses Ergebnis. 84 Prozent wollten ihre Kinder später ebenfalls taufen lassen. Knapp die Hälfte der Jugendlichen schätzte es gegen Ende der Konfi-Zeit als wichtig ein, Teil ihrer Kirche zu sein. Zu Anfang des Unterrichts hatten das nur 39 Prozent so gesehen.
Auch möchten viele an die positiven Erfahrungen im Unterricht anzuknüpfen und sich in ihrer Kirche
engagieren.
Handlungsbedarf besteht bei jugendgerechten Gottesdiensten. Nach der Studie 2009 empfanden 53 Prozent der Jugendlichen aus der rheinischen Kirche die Gottesdienste ihrer Gemeinde als langweilig, kurz vor der Konfirmation waren es gar 59 Prozent. Deutlich bessere Beurteilungen gaben Jugendliche ab, die Jugendgottesdienste besucht oder selbst Gottesdienste vorbereitet hatten. Nach der neuen Studie bewerteten 46 Prozent die Gottesdienste ihrer Gemeinde als langweilig.
Die Studien zur Konfirmandenarbeit werden getragen vom Lehrstuhl für Religionspädagogik der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und dem Comenius-Institut Münster in Zusammenarbeit mit dem  Kirchenamt der EKD. Beteiligt ist auch die Evangelische Kirche im Rheinland.

Quelle: EKiR

Zehn Fragen und Antworten zur Konfirmation

Was bedeutet Konfirmation?
„Konfirmation“ kommt vom lateinischen Verb „confirmare“, das heißt „bekräftigen“. In der Konfirmation bekräftigen die Konfirmandinnen und Konfirmanden das, was ihre Eltern mit ihrer Taufe im Babyalter vorweggenommen haben. Sie sagen: „Ja, wir wollen zur Kirche Jesu Christi dazugehören.“ Die evangelische Konfirmation hat eine ähnliche Funktion wie die katholische Firmung, aber sie ist kein Sakrament.

Seit wann gibt es die Konfirmation in ihrer heutigen Form?
Die heute bekannte Form der Konfirmation geht auf die sogenannte «Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung»  zurück, die 1539 im hessischen Städtchen Ziegenhain (Schwalm-Eder-Kreis) unter der Federführung des Reformators Martin Bucer (1491-1551) entstand. Es wird dort festgelegt, dass die Pfarrer in Zusammenarbeit mit den ehrenamtlich tätigen Ältesten der Gemeinde dafür sorgen sollen, „dass alle Kinder, wenn sie des Alters wegen fähig sein können, zu dem Katechismus-Unterricht geschickt werden“. Den Abschluss dieses Katechismusunterrichts bildete eine Konfirmationshandlung, die zugleich die Zulassung zum Abendmahl darstellt. Von Hessen breitete sich die Konfirmation in verschiedene evangelische Territorien aus. Endgültig durchgesetzt hat sie sich - mit gewissen inhaltlichen Akzentverschiebungen - im Pietismus ab dem späten 17. und dem frühen 18. Jahrhundert.

Wie lange dauert die Konfirmandenzeit?
Die Konfirmandenarbeit beginnt in der Regel, wenn die Jugendlichen zwölf Jahre alt sind. Sie umfasst mindestens 90 Lerneinheiten zu 45 Minuten, die sich über zwei Jahre verteilen. Neben Einzelstunden bieten rheinische Kirchengemeinden immer häufiger Blockunterricht und Freizeiten über mehrere Tage am Wochenende oder in den Ferien an. Es gibt gemeinsame Konfi-Tage und Konfi-Camps. Auch Praktika in Gemeindegruppen gehören zur modernen Konfirmandenarbeit. Oft wirken Eltern und andere ehrenamtlich Mitarbeitende mit.

Was lernen die Jugendlichen in der Konfirmandenzeit?
Die Jugendlichen werden mit den zentralen Anliegen des christlichen Glaubens und mit dem Leben der Kirchengemeinde vertraut gemacht. Sie können ihre Fragen zu Religion und Glauben zur Sprache bringen. Durch gemeinsames Arbeiten in der Gruppe, Besuche oder Praktika, Freizeiten und seelsorgliche Begleitung lernen sie, Kirche in ihrer ganzen Vielfalt zu erfahren und zu verstehen.

Was passiert im Vorstellungsgottesdienst?
Im Vorstellungsgottesdienst berichten die Konfirmandinnen und Konfirmanden der Gemeinde von den Erfahrungen ihrer Konfi-Zeit. Sie erzählen davon, was sie glauben und mit welchen religiösen Fragen sie sich auseinandergesetzt haben. Dazu gestalten sie häufig den Vorstellungsgottesdienst aktiv mit. Früher gab es am Ende der Konfi-Zeit eine richtige Prüfung vor der Gemeinde, bei der vor allem Bibelkenntnisse abgefragt und wichtige Texte und Lieder auswendig vorgetragen werden mussten.

Welche Rechte erhalten Jugendliche durch die Konfirmation?
Konfirmierte können Taufpatin oder -pate werden. In der Evangelischen Kirche im Rheinland sind Jugendliche mit der Konfirmation auch wahlberechtigt bei den Presbyteriumswahlen.

Kann konfirmiert werden, wer nicht getauft ist?
Jugendliche, die nicht getauft sind, können am Konfirmationsunterricht teilnehmen und werden dann im Konfirmationsgottesdienst oder kurz vorher getauft.

Kann man konfirmiert werden, wenn die Eltern nicht in der Kirche sind?
Die Eltern von Konfirmandinnen und Konfirmanden müssen nicht evangelisch sein. Allerdings müssen sie mit der Konfirmation ihres Kindes einverstanden sein. Sind sie das nicht, müssen Jugendliche mit der Konfirmation bis zu ihrem 14. Geburtstag warten. Denn mit dem vollendeten 14. Lebensjahr werden sie uneingeschränkt religionsmündig. Sie haben dann sowohl das Recht, ihre bisherige Religionsgemeinschaft zu verlassen als auch, sich einer anderen Religionsgemeinschaft anzuschließen.

Können auch Erwachsene konfirmiert werden?
Nein. Wer als Erwachsener in die rheinische Kirche eintritt, wird nach der Teilnahme an einem Glaubenskurs getauft. In der Taufe bekennt er selbst sein Ja zur christlichen Kirche. Eine Bekräftigung (Konfirmation) dieses Bekenntnisses wie nach der Kindertaufe ist folglich nicht mehr notwendig.

Endet das kirchliche Patenamt mit der Konfirmation?
Ja. Aufgabe des kirchlichen Patenamtes ist es, mit den Eltern stellvertretend für das Kind ja zur Taufe zu sagen und die Eltern bei seiner christlichen Erziehung zu unterstützen. Wenn das Patenkind in der Konfirmation sein eigenes Ja zur Taufe sagt, haben die Paten ihre Pflicht erfüllt. Die freundschaftliche Beziehung, die zwischen Paten und Jugendlichen geknüpft wurde, muss aber nicht enden. Eine (rechtliche) Verpflichtung der Paten, sich um das Kind zu kümmern, falls seinen Eltern etwas zustoßen sollte, existiert ebenfalls nicht. Zuständig ist dann das Jugendamt.

Quelle: EKiR

27.04.2016



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