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Samstag, 18. Juni 2016

Kreissynode tagte in der Friedenskirche

120 Synodale berieten bei der 75. – ordentliche – Kreissynode des Ev. Kirchenkreises Krefeld-Viersen (1. Tagung) am Samstag, 18. Juni 2016 in der Friedenskirche Krefeld.

Zwölf Pfarrerinnen und Pfarrer (U50) müssen 2030 - hier symbolisiert durch Rucksäcke - die Aufgaben von heute gut 60 Pfarrern schultern, falls keine Pfarrstellen mehr besetzt werden können - durch mangelnden theologischen Nachwuchs. Foto: Furchheim LupeZwölf Pfarrerinnen und Pfarrer (U50) müssen 2030 - hier symbolisiert durch Rucksäcke - die Aufgaben von heute gut 60 Pfarrern schultern, falls keine Pfarrstellen mehr besetzt werden können - durch mangelnden theologischen Nachwuchs. Foto: Furchheim

Konzeptionelle Überlegungen standen am Beginn der Synode des Ev. Kirchenkreises Krefeld-Viersen am Samstag in der Friedenskirche Krefeld. „Wir haben eine neu zusammengesetzte Synode“, erklärte Superintendent Burkhard Kamphausen. „Nach den Presbyteriumswahlen im Februar sind manche vertraute Gesichter nicht mehr dabei, dafür etwa 30 neue.“ Die Konzeption des Kirchenkreises wurde vor vier Jahren erstellt und wird nun überprüft. Es geht um die Kontinuität bei bestimmten Themen wie beispielsweise „Gottesdienst und Kirchenmusik“, Erziehung und Bildung“, Diakonie und soziale Arbeit“ oder auch die „Querschnittsaufgabe Leitung“. Hierzu kamen die Synodalen nach dem Gottesdienst, den die beiden Berufskollegspfarrer Rainer Bushe und Michael Brzylski hielten, und einem Grußwort von Dr. Lothar Zimmermann vom Katholikenrat der Region Krefeld, ins Gespräch. Die Leitung des Kirchenkreises, sprich die Synode, müsse sich immer wieder überprüfen, so Kamphausen. Jeder einzelne Bereich, in dem der Kirchenkreis aktiv sei: „ist das etwas, was wir besser können als die einzelnen Kirchengemeinden“. Die Ergebnisse der Gesprächsrunde wurden kurz vorgetragen, werden in nächster Zeit durch den Kreissynodalvorstand ausgewertet.

Um zwei Spezialthemen ging es im Anschluss an die Gesprächsrunde. Die Kostenentwicklung im Kirchenkreis und die pastorale Versorgung.

Eindrücklich zeigten die Pfarrerinnen und Pfarrer wie die pastorale Versorgung in 15 Jahren aussehen mag, falls der theologische Nachwuchs nicht ausreicht. Jeder aus den Gemeinden und so genannten Funktionspfarrstellen hatte einen Rucksack mitgebracht. Und alle standen mit ihren Rücksäcken vorne – viele Personen, die „Lasten“ in Form der Rucksäcke gut verteilt. Doch 2030 sieht dieses Bild schon anders aus. „Zwölf sind wir an der Zahl“, erklärte Pfarrerin Petra Vahrenhorst vom Berufskolleg Dülken. „Wir sind diejenigen, die – gemeinsam mit einer Handvoll weiterer Kolleginnen und Kollegen, die derzeit das 52. Lebensjahr noch nicht vollendet haben – so Gott will und wir leben, die Gesundheit mitspielt oder uns kein anderer Ruf ereilt, auch im Jahr 2030 noch im Dienst sein werden.“ So standen sieben der zwölf vorne, schwer bepackt mit den Rucksäcken der insgesamt etwa 60 bei der Synode anwesenden Pfarrer.

Wenige studieren derzeit Theologie, der Konkurrenzkampf der anderen Landeskirchen um diesen theologischen Nachwuchs sei offensiv, die Lage sei diffus bei den Überlegungen zu einem alternativen Einstieg ins Pfarramt bzw. zur Kompensation einer sehr geringen Anzahl von Pfarrerinnen und Pfarrern durch beruflich anders Qualifizierte.
„Wir bezweifeln,“ fügte Vahrenhorst an, „dass die – laut Beschluss der Landessynode – angestrebte Zielzahl von 1000 Pfarrstellen (für die gesamte Kirche im Rheinland – zur Zeit knapp 2.000) im Jahr 2030 tatsächlich auch erreichbar ist.“ So stellte die Synode den Antrag an die Landessynode, diese Zahl hinsichtlich ihrer Realisierbarkeit zu überprüfen.
„Das ist eine gesamtkirchliche Aufgabe“, betonte Superintendent Kamphausen. „Es werden Lösungen notwendig sein, von denen wir heute noch keine Ahnung haben.“

Einen Zwischenbericht zur Kostenentwicklung des kreiskirchlichen Haushaltes gab Guntram Teichgräber für den Kreissynodalvorstand (KSV). Die Synode berief bei den Wahlen am Samstagnachmittag den Fachausschuss „Verwaltung und Finanzen“. Hier sollen, so KSV-Mitglied Teichgräber, sowohl die Vorschläge zum Regelbetrieb, also vor allem Prozessoptimierung und Personalentwicklung, als auch die projektbezogenen Vorschläge zur Bewältigung des NKF-Berges zeitnah nach der Synode in die Beratungen des Ausschusses eingebracht werden. Damit könne auf der Herbstsynode ein Haushalt für das Jahr 2017 vorgelegt werden, „von dem wir dann sagen, insbesondere im Blick auf das Verwaltungsamt ist hier alles unternommen worden, um die Belastung der Gemeinden auf dem zumutbar niedrigsten Niveau zu haben“.
Der Kirchenkreis Krefeld-Viersen war einer der ersten, die in der Buchhaltung von der Kameralistik auf das Neue kirchliche Finanzwesen (NKF) umstellte. Durch viele damit verbundene Verzögerungen, liegen bisher nur wenige Haushaltsabschlüsse der Gemeinden vor. Es ist ein so genannter NKF-Berg entstanden. „Unzufriedenheit macht sich in den Gemeinden breit, wenn sie nicht wissen, wieviel Geld sie zur  Verfügung haben“, erklärte Superintendent Kamphausen. „Man kann nicht vernünftig planen.“ Dieser Berg solle, so der Bericht von KSV-Mitglied Teichgräber, in eineinhalb bis maximal zwei Jahren abgetragen sein.

Zur Diskussion stand in den vergangenen Jahren, ob die Gemeinden die Trägerschaft ihrer einzelnen Kindertagesstätten auf den Kirchenkreis übertragen möchten. Der Kirchenkreis hätte das Personalwesen für alle KiTas übernommen, die anderen Bereiche, wie etwa die Religionspädagogik, wären bei den  jeweiligen Gemeinden verblieben. Nur wenige Gemeinden zeigten jedoch daran Interesse. Deshalb wird die Übertragung der Trägerschaft auf den Kirchenkreis derzeit nicht weiter verfolgt.

Gewählt wurden von der neu zusammengesetzten Kreissynode die Landessynodalen, die  Synodalbeauftragten und die Zusammensetzung der einzelnen Ausschüsse. Wiedergewählt wurden die Landessynodalen: Pfarrer Christoph Helbig aus Bracht-Breyell, Pfarrerin Petra Vahrenhorst aus Dülken, Harald Ohlmeier aus St. Tönis, Katharina Quack aus Lank und Hans-Henning von Bassewitz aus Viersen.

Das anstehende Reformationsjubiläum war ebenfalls Thema der Synode. Martina Wasserloos-Strunck, Leiterin der Philippus-Akademie im Kirchenkreis Gladbach-Neuss, stellte die Planungen zur Reformationssynode im Herbst 2017 vor. Vier Kirchenkreise haben sich zu dem so genannten Kleeblatt zusammengeschlossen. Die Kirchenkreise Aachen, Gladbach-Neuss, Jülich und Krefeld-Viersen planen gemeinsam drei große Projekte für das Reformationsjubiläum unter dem Leitwort aus Jesaja „Gottes Wort kehrt nicht wieder leer zu ihm zurück“. Die Reformationssynode in Rheydt ist eines der Projekte. Zudem ist ein Fest der Begegnung geplant im September 2017 in Jülich sowie Pilgerwege. Der Auftakt der  gemeinsamen Projekte findet statt am 30. Oktober dieses Jahres in Krefeld – mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Alten Kirche, Stadtpilgerweg, Ausstellung und Empfang in der Friedenskirche und einem (Mitsing-)Gospelkonzert zum Abschluss.

Die Synode des Ev. Kirchenkreises Krefeld-Viersen

Die Synode im Juni 2016 begann mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Friedenskirche. Foto: Furchheim LupeDie Synode im Juni 2016 begann mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Friedenskirche. Foto: Furchheim

Die Synode des Ev. Kirchenkreises Krefeld-Viersen besteht zur Zeit aus 138 Synodalen. Ihr gehören an: die Mitglieder des Kreissynodalvorstandes, Delegierte der 26 Gemeinden, aus kirchlichen Einrichtungen und Arbeitsfeldern sowie berufene Mitglieder. Der Ev. Kirchenkreis Krefeld-Viersen erstreckt sich auf knapp 740 Quadratkilometern von Nettetal im Westen bis Krefeld im Osten und von Meerbusch im Süden bis Straelen im Norden. Ihm gehören etwa 104.226 evangelische Christinnen und Christen an. Die Kreissynode ist das Leitungsgremium des Kirchenkreises. Ihm stehen Kreissynodalvorstand und – an seiner Spitze – der Superintendent vor.

 

 



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