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21. Juni, 6 - 18 Uhr, vor der Chinesischen Botschaft in Berlin

Zwölf Stunden Lesung für zwölf Jahre Haft

Pfarrer Roland Kühne aus Kempen liest Texte und Briefe von Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo, der an diesem Tag aus dem Gefängnis gekommen wäre. Wäre er nicht 2017 gestorben. Zwölf Stunden für zwölf Jahre Haft.

Vorbereitung in Kempen: Transparente für Aktion in Berlin. Foto: Robert Ingenhorst LupeVorbereitung in Kempen: Transparente für Aktion in Berlin. Foto: Robert Ingenhorst

Menschenrechtler Kühne wird nicht ganz alleine lesen. Er wird unterstützt von Chinesen aus aller Welt. Zweimal wird eine Zoom-Konferenz aufgebaut. Zwischen 6 und 8 Uhr morgens werden Menschen aus Japan und Hongkong zugeschaltet. Und zwischen 14 und 16 Uhr Personen aus den USA und Europa. Auch Mitlesende aus Berlin sind angefragt.

„So lassen wir Xiaobos Stimme der Demokratie und Menschlichkeit - trotz seines Todes - nicht unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit verstummen", erklärt Kühne die Motivation zu der Aktion, "sondern lassen sie in der Öffentlichkeit vor der Chinesischen Botschaft in Berlin wieder hörbar werden.“

Ein Tisch, ein Stuhl, ein Kreuz, ein leerer Stuhl, ein Sarg, die Fahne der Vereinten Nationen, acht Buchstaben im Großformat: HONGKONG! Aber kein Verstärker, es soll eine leise Lesung werden.

"Es soll nicht beim Erinnern bleiben", meint Kühne. "Wir lesen auch Namen von gegenwärtig inhaftierten Menschen in China vor und fordern deren Freilassung." Transparente werden auf Chinesen aufmerksam machen, die aktuell in China inhaftiert sind (Haftstrafen zwischen 4 und 35 Jahre), oder seit Corona in Wuhan ausbrach, verschwunden sind (drei Journalisten): Mit Namen, Beruf, Haftdauer und Foto. Journalisten, Autor/innen, Dissidenten, ein Verleger, ein Pastor.

In seiner letzten Stellungnahme hatte Liu Xiaobo erklärt: „Aber dennoch will ich dieser Staatsmacht gegenüber, die mich meiner Freiheit beraubt hat, erklären, dass ich nach wie vor zu den am 2. Juni 1989 in unserer 'Hungerstreikerklärung' formulierten Aussage stehe – Ich habe keine Feinde, ich kenne keinen Hass.“

Vor knapp zehn Jahren, am 10.12.2010 erhielt Liu Xiaobo den Friedensnobelpreis. Doch bei der Verleihung in Stockholm blieb sein Stuhl leer. Denn er war in China inhaftiert. An diesem Tag demonstrierte Pfarrer Kühne das erste Mal mit Schülern und Lehrern des Rhein-Maas Berufskollegs vor der Chinesischen Botschaft in Berlin und forderte die Freilassung des Nobelpreisträgers. Seitdem demonstrieren die Kempener jedes Jahr am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, vor der Botschaft in Berlin. Auch nach dem Tod von Liu Xiaobo im Juli 2017 gehen die Demonstrationen weiter. Für Freiheit, Menschenrechte und universale Werte.

 



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