Auf dem Weg zum Ökofairen Kirchenkreis
Auf dem Weg zum Ökofairen Kirchenkreis

Termine und Infos zum Themenjahr #FairWandeln im Ev. Kirchenkreis Krefeld-Viersen. 

mehr
Losung

für den 31.10.2020

Ich will des Morgens rühmen deine Güte; denn du bist mir Schutz und Zuflucht in meiner Not.

Psalm 59,17

Kirchengemeinden
Kirchengemeinden mehr
Service

Abends in Krefeld

Glocken und Gebetsrufe zu Ostern und im Ramadan – Trost und Stärkung in schwierigen Zeiten

Abends läuten Glocken zu ungewohnter Zeit und rufen zum Gebet. Hier und da ertönt inzwischen auch der Muezzin-Ruf. Beides nur solange wegen Corona weder Gottesdienste noch Versammlungen zum Gebet stattfinden können. Hier ein erläuternder Text.

Glockenläuten zum persönlichen Gebet - während "Corona" abends zur ungewöhnlichen Zeit. Foto der Glocken Alte Kirche Krefeld: Bettina Furchheim LupeGlockenläuten zum persönlichen Gebet - während "Corona" abends zur ungewöhnlichen Zeit. Foto der Glocken Alte Kirche Krefeld: Bettina Furchheim

Seit Wochen läuten jeden Abend die Glocken vieler Kirchen, um zum Gebet in Zeiten der Corona-Pandemie einzuladen. Nun hören Sie abends neben den Kirchenglocken eine weitere Einladung zum Gebet: Zum Sonnenuntergang erklingt hier und da der Muezzin-Ruf, der wie die Glocken den Gläubigen vermitteln will, jede und jeder betet für sich zuhause, doch wir sind miteinander verbunden. In Krefeld ist dieser Ruf seit Freitagabend, 17. April, zu hören. So lange weder Gottesdienste noch Versammlungen zum Gebet stattfinden dürfen, wird der Gebetsruf öffentlich zu hören sein, ebenso wie das Läuten der Kirchenglocken zu ungewöhnlicher Zeit als Aufforderung zum Abendgebet.

Am Ostersonntag läuteten die Kirchenglocken morgens zur Gottesdienstzeit eindrücklich lang. Außerdem wurde an vielen Orten der Ostergruß „Christ ist erstanden“ mit Trompeten und Posaunen musiziert und aus den Fenstern gesungen. Viele – auch nichtkirchliche Menschen – haben dies als ein ermutigendes Bekenntnis erlebt, das uns in verunsichernden Zeiten stärkt und Hoffnung gibt!

Am Abend des 23. April beginnt der diesjährige Ramadan, der Fastenmonat der muslimischen Menschen. Jeden Abend nach Sonnenuntergang würden sie normalerweise zuhause mit Gästen oder in der Moschee, zusammenkommen, um miteinander zu beten und zu essen. Dieses Bedürfnis nach Gemeinschaft, das wir fast alle haben, bleibt durch die Pandemie-Beschränkungen unerfüllt.

Ähnlich wie in unserer Passionszeit denken muslimische Menschen im Ramadan besonders an alle, die leiden, die es schwer haben, die von Armut betroffen sind. Mit ihnen soll geteilt werden, was man selbst hat.
Während unsere Kirchenglocken in verschiedenen Tonlagen erklingen, ist die Gebetseinladung des Muezzin-Rufes ein Klang mit Worten. In arabischer Sprache wird Gott als der Allergrößte benannt: „Allahu akbar“. Allah – so nennen auch Christen und Christinnen in arabischen Ländern Gott. Zudem wird in dieser Gebetseinladung, dem Muezzin-Ruf, festgestellt, dass es keine Gottheit außer Allah gibt. Dies ist ein Bekenntnis zum Monotheismus, zum Glauben an einen Gott, wie wir ihn auch im Christentum haben. Das erste der 10 Gebote der Bibel heißt: „Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ (2. Mose 20,2f). Schließlich wird in der Gebetseinladung des Muezzin-Rufes noch Mohammed als Gesandter Gottes bezeichnet. Das ist eine muslimische Aussage, zu der wir Christen und Christinnen unterschiedliche Auffassungen vertreten. Vielleicht fragen Sie muslimische Mitbürger/innen, warum Mohammed ihnen wichtig ist und erzählen selbst, was Sie an Jesus schätzen. Übrigens wird auch Jesus im Islam als Gesandter Gottes bezeichnet.

Trost und Stärkung brauchen wir alle in dieser schwierigen Zeit. Der Virus und seine Auswirkungen betrifft alle Menschen gleich welcher Religionszugehörigkeit. Mit Gebetseinladungen „in allen Religionen und Glaubensrichtungen, versuchen wir uns zu stärken, festzuhalten und aneinander zu denken. Im Gebet sind wir vereint. Das ist ein gutes und wichtiges Indiz für ein gelingendes Zusammenleben in unserer Stadt“ sagt Tagrid Yousef, die Integrationsbeauftragte der Stadt Krefeld. Dem stimmen wir als Kirchenkreis Krefeld-Viersen beherzt zu. Wir freuen uns über spirituelle Verbundenheit, die durch kleine Zeichen wie Glocken und Muezzin-Ruf in unserer Gesellschaft hörbar werden.

Katrin Meinhard, Synodalbeauftragte für das Christlich-Islamische Gespräch

Der Wortlaut des islamischen Gebetsrufes (Al-Adhan)

Der Islamische Gebetsruf (Al-Adhan) ist immer ein Sprechgesang in Arabischer Sprache, der in der Regel nicht verändert werden darf. In Krefeld wird er von den muslimischen Gemeinden in Absprache mit der Integrationsbeauftragten, Dr. Tagrid Yousef, in der Länge auf 2-3 Minuten verkürzt. Hier der gesamte arabische Wortlaut in Umschrift mit einer deutschen Übertragung.

Allahu akbar - Allahu akbar - Allahu akbar - Allahu akbar,

  • Allah ist der Allergrößte - Allah ist der Allergrößte - Allah ist der Allergrößte - Allah ist der Allergrößte,

aschhadu an la ilaha ha llah, aschhadu an la ilaha ha llah, 

  • Ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer Allah gibt -  Ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer Allah gibt 

aschhadu anna muhammadar-rasulu-llah - aschhadu anna muhammadar-rasulu-llah

  • Ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Allahs ist - Ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Allahs ist

hayya ‘ala-salah - hayya ‘ala-salah

  • auf zum Gebet - auf zum Gebet

hajja ‘ala-l-falah - hajja ‘ala-l-falah

  • Auf zum Wohlergehen! - Auf zum Wohlergehen!

Allahu akbar - Allahu akbar

  • Allah ist der Allergrößte - Allah ist der Allergrößte

la ilaha illa llah

  • Es gibt keine Gottheit außer Allah 

 



© 2020, Evangelischer Kirchenkreis Krefeld-Viersen
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung