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für den 26.01.2020

Du herrschest über das ungestüme Meer, du stillest seine Wellen, wenn sie sich erheben.

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Partnerschaft Krefeld-Viersen - Humbang

Inhaftierte Weihrauchbauern sind frei

In unserem Partnerkirchenkreis Humbang/Nordsumatra waren 16 Weihrauchbauern zwei Wochen in Haft, weil sie sich für den Erhalt ihres Regenwaldes einsetzten. Am Montag, 11. März wurden sie vorläufig freigelassen.

Dorfbewohner demonstrieren für die Freilassung der Weihrauchbauern. LupeDorfbewohner demonstrieren für die Freilassung der Weihrauchbauern.

Protestaktion von "Rettet den Regenwald" e.V.: 26.112 Teilnehmende

16 Weihrauchfarmer waren zwei Wochen in Medan inhaftiert (anfänglich wurden 31 verhaftet, 16 waren zwei Wochen in Haft) - weit ab von ihren Familien und Freunden, die sie unterstützen konnten. Sie hatten sich in einer friedlichen Massenaktion für den Erhalt ihres Regenwaldes und gegen Landraub eingesetzt.

Von dem Asienbüro der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), der UEM Asia, wurde am Montagmittag auf Facebook geposted (hier die deutsche Übersetzung): "Heute, Montag, den 11. März 2013, wurden die 16 verhafteten Weihrauchbauern aus Pandumaan und Sipituhuta freigelassen – ihre Familien haben für sie gebürgt. Nachdem sie 14 Tage in der Provinz-Polizeistation inhaftiert waren, können sich die heldenhaften Waldfarmer eine Zeitlang über frische Luft freuen.
Sie sind auf dem Weg nach Hause in ihre Dörfer, begleitet von einigen Anwälten, so meldet die „Gruppe der solidarischen Anwälte für die Opfer von Toba Pulp Lestari“ (Tamak TPL).
Vorerst möchten wir uns für die weltweite Unterstützung bedanken: bei allen, die Bittschriften unterzeichneten, Briefe an die lokalen Behörden schickten und die sich an den Demonstrationen in Doloksanggul, Medan und Jakarta beteiligten.
Dies ist ein kleiner Sieg für uns, aber große Aufgaben stehen noch an. Die Bauern könnten in naher Zukunft mit Prozessen konfrontiert sein. Und wir brauchen mehr Kraft, nicht nur klar zu machen, dass die Bauern keine Verbrecher sind, sondern die Helden der Wälder. Wir haben viel zu tun, um die verbliebenen Wälder zu retten
."

Seit mehreren Jahren (2009) wehren sich die Einwohner der Dörfer Pandumaan und Sipituhuta gegen die Abholzung ihrer Regenwälder und ihrer Weihrauchbäume durch Toba Pulp Lestari (früher: Indorayon) am Tobasee. Es geht um ein Areal von etwa 5.000 ha, das abgeholzt werden soll und durch Monokulturen (Eukalyptus) für die Papierindustrie wieder aufgeforstet werden soll. Einen Teil dieses Gebietes konnten die Einwohner noch erhalten. Der Weihrauchwald bildet seit 13, teils bereits seit 17 Generationen die Lebensgrundlage der Familien von Pandumaan und Sipituhuta.

Umweltschützer und Menschenrechtsgruppen zum Boykott des von Toba Pulp Lestari hergestellten Papiers auf!

Die Initiative "Rettet den Regenwald e.V." hatte am 4. März eine Protesaktion ins Leben gerufen. Indonesiens Präsident Dr. Susilo Bambang Yudhoyono war auf Staatsbesuch anlässlich der Touristimesse ITB, die in der vergangenen Woche in Berlin stattfand. Indonesien ist in diesem Jahr Partnerland der ITB. 

Hier der Link zur Unterschriftenaktion:

https://www.regenwald.org/aktion/910/herr-gauck-indonesiens-waelder-brauchen-ihre-hilfe

26.112 Teilnehmende haben diese Protestaktion unterzeichnet! Danke schön!

Aufruf zum Kaufboykott

Lupe

Umweltschützer und Menschenrechtsgruppen rufen zum Boykott des von Toba Pulp Lestari hergestellten Papiers auf.

Hintergrund zum Weihrauchwald:
Die zunehmende Abholzung von Regenwäldern wurde möglich durch geänderte gesetzliche Regelungen seit 2004. So etwa ein Erlass zur Landnahme, der Enteignung und Vertreibung vereinfacht. Hier setzt die Arbeit der VEM an. Sie klärt die Bauern über Schutz und Aufforstung von Wäldern auf und bietet rechtliche Beratung. Im Gebiet des Partnerkirchenkreises gibt es noch einen der wenigen ursprünglichen Wälder in Nord-Sumatra. Dabei wird der so genannte Weihrauchwald seit etwa fünf Generationen bewirtschaftet. Weihrauchbäume sind für die Batak, wie die einheimische Bevölkerung heißt, etwas ganz Besonderes. Der Sumatra-Benzoe-Baum braucht ein ganz bestimmtes Klima (Feuchtigkeit und Licht), damit er immer wieder Harz (den ausfließenden Gummi) produziert. Diese Bedingungen sind ausschließlich in einem natürlichen Wald gegeben.
Deswegen ist die Pflege des Weihrauchwaldes für die biologische Vielfalt enorm wichtig. So wurden beispielsweise einmal als Ausgleich für gerodeten Urwald 5.000 Benzoe-Bäume gepflanzt. Doch diese bringen in Monokultur kein Harz hervor. Das Benzoeharz wird als Kirchenweihrauch genutzt und in der Parfümherstellung sowie zur Konservierung in der Nahrungsmittelindustrie eingesetzt.

Fürbitte in den Gottesdiensten am Sonntag, 10. März

Lupe

In vielen Gemeinden unseres Kirchenkreises wurden die inhaftierten Weihrauchbauern und ihre Dörfer in die Fürbittengebete der Sonntagsgottesdienste eingeschlossen! 

Hier die Bitte, die im Vorfeld an die Gemeinden verschickt wurde:
Wir, die Mitglieder des Partnerschaftskomitees Krefeld-Viersen - Humbang, möchten alle Gemeinden des Kirchenkreises herzlich bitten, die betroffen Dörfer und insbesondere die inhaftierten Dorfbewohner in der Fürbitte zu unterstützen.

Hier ein Vorschlag:

Du sollst deines Nächsten Grenze, die die Vorfahren festgesetzt haben,
nicht verrücken in deinem Erbteil, das du erbst, im Lande,
das dir der HERR, dein Gott, gegeben hat, es einzunehmen.  5 Mose 19,14
Gottes des Rechts und der Gerechtigkeit!

Wir hören die Klagen unserer Partnerkirche in Indonesien.
Einfache Dorfbewohner müssen um ihr Land kämpfen,
weil mächtige Papierkonzerne ihre Wälder als Wirtschaftsgut ausbeuten.
Weihrauch gehörte zu den Gaben, die Jesus von den Weisen an die Krippe gelegt wurden.
Ein guter Duft zur Ehre des Herrn der Welt.
Heute bitten wir darum,
dass die Waldbauern Recht und Schutz erfahren
im Kampf um die Weihrauchbäume, von denen sie leben.
Wir bitten für die betroffenen Dörfer Pandumaan und Sipituhita,
dass sie den Mut nicht verlieren und beharrlich bleiben
im Streit um ihre Lebensgrundlagen.
Schenke Ihnen Sanftmut und die Entschiedenheit
damit ihr Kampf ums Recht nicht vergeblich bleibt.
Sende deinen Engel zu den Gefangenen,
dass sie getröstet und bestärkt werden:
Sie sind nicht verloren!
Wir bitten Dich für die Schwesterkirche HKBP [Huria Kristen Batak Protestan],
dass sie sich auf die Seite der Schwächsten stellt
und ihren Wächterauftrag gegenüber der Regierungsmacht wahrnimmt.
Wir bitten Dich um Frieden in dem erbitterten Streit.
Bewahre alle beteiligten Seiten vor Hassausbrüchen und Gewalt.
Lass uns hier in Deutschland alle tun, was wir können,
um den fernsten Nächsten im Batakland zu helfen.
Lass uns erkennen,
wir sinnloser Verbrauch von Gütern bei uns
verstrickt ist mit dem Schicksal der Armen in Indonesien.
Amen

Wenn Sie sich weiter über die Zustände in Humbang informieren wollen, können Sie das im Internet tun:
http://www.ekir.de/krefeld/archiv-2012-urwald_sumatra659-659.php
http://www.ekir.de/www/service/humbang-16560.php
http://www.ekir.de/ekir/dokumente/ekir2008ls-DS02globalisierung.pdf
http://www.epd.de/landesdienst/landesdienst-west/kirchenkreis-protestiert-gegen-verhaftung-indonesischer-bauern
http://www.facebook.com/parDolokSanggul
http://www.youtube.com/watch?v=5Cn7UyOK5fw
http://www.youtube.com/watch?v=M6OFAHWwvHE

Selbst, wenn man kein Wort Indonesisch versteht, bekommt man doch einen Eindruck von der Verzweiflung und der Wut der Dorfbevölkerung

Schauen Sie auch mal auf unsere facebook-Seite:
http://www.facebook.com/pages/Partnership-Krefeld-Viersen-Humbang/221482474587651?v=wall

07.03.2013



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