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40 Jahre Gleichstellung von Frauen und Männern im Pfarramt

Pfarrerinnen unterwegs in Krefeld

Acht Sympathieträgerinnen machten am Dienstagmittag auf die Ausstellung "Pionierinnen im Pfarramt" (Eröffnung: Do, 30. April, 17 Uhr, Alte Kirche) aufmerksam. Die Vikarinnen und Pfarrerinnen kamen ins Gespräch mit den Passanten in der Krefelder City.

Jetzt geht´s los in die Fußgängerzone: Pfarrerinnen und Vikarinnen aus ´dem Kirchenkreis Krefeld-Viersen werben für die Ausstellung LupeJetzt geht´s los in die Fußgängerzone: Pfarrerinnen und Vikarinnen aus ´dem Kirchenkreis Krefeld-Viersen werben für die Ausstellung "Pionierinnen im Pfarramt".

Am Dienstagmittag kamen acht Pfarrerinnen und Vikarinnen in der Krefelder Innenstadt mit den Menschen ins Gespräch. Ein ungewöhnlicher Anblick in der Fußgängerzone - die Frauen trugen ihren Talar. Das ist normalerweise nur zu Gottesdiensten und Amtshandlungen wie Taufe, Trauung, Beerdigung erlaubt. Und zu Sonderveranstaltungen: Superintendent Burkhard Kamphausen hatte das Talar tragen für diese Veranstaltung in der City angeordnet und unterstützte damit diese Aktion.

Pfarrerinnen wollten die Besucherinnen und Besucher der Innenstadt auf die Ausstellung "Pionierinnen im Pfarramt" aufmerksam machen. Die ist vom 28. April bis 9. Mai 2015 in der Alten Kirche Krefeld zu sehen. Die offizielle Eröffnung findet am Donnerstag, 30. April um 17 Uhr statt. Dabei werden auch drei Pionierinnen aus dem Ev. Kirchenkreis Krefeld-Viersen zu Wort kommen: Pfarrerin i.R. Christel Wenzlaff, Pfarrerin i.R. Hannelore Ewert und Pfarrerin i.R. Christa Meyer.

"Eine prima Aktion", freuten sich die acht im Anschluss an die Umfrage. Trotz wechselhaftem Wetter und niedrigen Temperaturen, waren sie mit einigen Passanten ins Gespräch gekommen. Schnell wurden die Gespräche persönlich, haben die Frauen festgestellt:
- "Ältere Damen fanden die Aktion super und wussten gleich Geschichten von Frauen, die etwas besonderes leisten."
- "Meine Gesprächspartner erzählten mir ihre Geschichte mit der Alten Kirche - wie damals der Turm zusammenfiel und die Konfirmanden in die Lutherkirche ausweichen mussten. Und wie sie als Kinder die Eisenträger in den Trümmern als Rutsche nutzten."
- "Schnell kam das Gespräch auf die persönlichen Erfahrungen mit Kirche."
- "Und allgemein auf Glauben - Wo ist denn Gott in Kathmandu?"
- "Kritik wurde laut: Es gebe keine vollkommenen Menschen, aber Kirche tut so als ob."
- "Ich habe junge Musliminnen angesprochen - auch sie waren offen und sehr interessiert."
- "Die Menschen berichteten wie sie Kirche in einer Krise erlebt haben - und schon war ich mitten in Seelsorgegesprächen."
- "Mit Menschen in der Fußgängerzone ins Gespräch kommen - das machen wir in St. Tönis jedes Jahr an Buß- und Bettag. In Krefeld habe ich heute festgestellt, dass einem viel Desinteresse begegnet. Es ist eben eine andere Struktur. In St. Tönis und anderen kleineren Orten ist die Institution Kirche noch viel etablierter."

In Krefeld gibt es übrigens 14 Pfarrerinnen in einer Pfarrstelle und 16 Pfarrer. Sie arbeiten in Gemeinden oder so genannten Funktionspfarrstellen - in Schule, Berufskolleg, Krankenhaus und Gemeindedienst für Mission und Ökumene.
Im Kirchenkreis Krefeld-Viersen sind es insgesamt 39 Pfarrer und 26 Pfarrerinnen.
Pfarrerin i.R. Christel Wenzlaff (Alte Kirche) war die erste Pfarrerin im Kirchenkreis und in Krefeld.

"Seit wann sind Frauen und Männer im Pfarramt gleichgestellt",  fragten die Pfarrerinnen die Passanten. Die Antworten gingen ziemlich weit auseinander: "Seit 300 Jahren" oder "Wenn Sie so fragen, dann wohl noch immer nicht" oder "noch nicht wirklich gleichberechtigt".

In ihren Talaren haben die Pfarrerinnen mit ihrer Aktion Aufsehen erregt - manche vermuteten gar einen Junggesellinnenabschied  - und mit Sicherheit manche zum Nachdenken gebracht. Einige werden bestimmt auch zur Ausstellung gehen.
 
"Frauen im Pfarramt" - ein gutes und sympathisches Aushängeschild!

Mit bei der Aktion waren: Pfarrerin Daniela Büscher-Bruch (St. Tönis), Pfarrerin Katrin Fürhoff (Friedenskirche Krefeld), Pfarrerin Friederike Lambrich (Emmaus-Kirchengemeinde Willich), Pastorin Katrin Meinhard (Frauenreferentin im Kirchenkreis), Pfarrerin Sylvia Pleger (Friedenskirche Krefeld), Pfarrerin Dr. Ines Siebenkotten (Markuskirche Krefeld-Fischeln), Vikarin Jutta Weigler (Meerbusch-Büderich) und Vikarin Anne Wellmann (St. Tönis).

 

Ausstellung im Kirchenkreis Krefeld-Viersen

Lupe

Die Wanderausstellung zeigt auf 17 Tafeln den langen Weg der Frauen ins geistliche Amt in der Evangelischen Kirche im Rheinland. Eine ausführliche Chronologie und Themenschwerpunkte zeichnen den Weg der Theologinnen von der Öffnung der Universitäten bis hin zur vollen rechtlichen Gleich-stellung mit den männlichen Kollegen im Jahr 1975.

Im Evangelischen Kirchenkreis Krefeld-Viersen ist sie zu sehen:
Dienstag, 21. April 2015
Vorständekonferenz des Kreisverbandes der Frauenhilfe
Samstag, 25. April 2015
Friedenskirche Krefeld (Kreissynode)

Dienstag, 28. April - Samstag, 9. Mai 2015 in der Alten Kirche Krefeld
offen: Do, 30.4. und Do, 7.5., jeweils 15 - 18 Uhr
Sa, 2.5. und Sa, 9.5., jeweils 11 - 15 Uhr
oder nach Absprache: Tel. 02151 / 602748 (nicht montags!)
Donnerstag, 30. April 2015, 17 Uhr: Eröffnung mit Pionierinnen des Kirchenkreises
18 Uhr: Andacht – Pfarrerin Katrin Fürhoff und Pastorin Katrin Meinhard

Montag, 11. Mai - Mittwoch, 13. Mai 2015 in der Markuskirche Krefeld-Fischeln
Dort wird die Ausstellung präsentiert und vorgestellt von Pfarrerin Dr. Ines Siebenkotten am:
Mo, 11.5., 19 - 19.30 Uhr, anschließend treffen sich die Montagsfrauen
Di, 12.5., 19 - 21.00 Uhr im Rahmen der Frauenstunde
Mi, 13.5., 15 - 17.00 Uhr im Rahmen der Frauenhilfe
Zu den genannten Zeiten ist die Ausstellung offen für alle Interessierten.

Weitere Infos: meinhard@evkkv.de; Tel. 02151 / 9340975

Ausstellung "Pionierinnen im Pfarramt"

Pionierinnen im Pfarramt: 40 Jahre Gleichstellung von Frauen und Männern im Pfarramt in der Evangelischen Kirche im Rheinland - eine Wanderausstellung der EkiR LupePionierinnen im Pfarramt: 40 Jahre Gleichstellung von Frauen und Männern im Pfarramt in der Evangelischen Kirche im Rheinland - eine Wanderausstellung der EkiR

Frauen im Pfarramt – in der Evangelischen Kirche im Rheinland ist das gängige Praxis.
Gut ein Drittel ihrer rund 1870 Pfarrstellen ist derzeit mit Frauen besetzt. Und die Zahl der Pfarrerinnen steigt stetig; in Vikariat und Probedienst liegt der Frauenanteil inzwischen bei über 60 Prozent.
Das war nicht immer so. Erst vor 40 Jahren, im Januar 1975, beschloss die damalige Landessynode die volle rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern im Pfarrdienst.
Der Weg der Theologinnen bis dahin war lang, von der Öffnung der theologischen Fakultäten für Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts bis zur gleichberechtigten Übernahme eines Pfarramts ab 1975. Zahlreiche Widerstände in der Amtskirche und Vorurteile von Seiten ihrer männlichen Kollegen galt es zu überwinden. So waren Theologinnen zunächst in ihrem Dienst auf die Arbeit mit Frauen und Kindern beschränkt und mussten aus dem Amt ausscheiden, wenn sie heirateten. Diese Zölibatsklausel galt noch bis Anfang der 1970er Jahre.
Weitere Infos zur Ausstellung hier: http://www.ekir.de/gender/save-the-date-163.php



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