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Geschichte

Ludwig Steil

Auch im 20. Jahrhundert musste ein aus Lüttringhausen stammender Theologe für seinen Glauben und seinen Bekenntnismut mit dem Leben bezahlen. Ludwig Steil starb am 17.1.1945 in Dachau.

Ludwig Steil 1900-1945 Ludwig Steil 1900-1945

Ludwig Steil wurde am 29. Oktober 1900 in Lüttringhausen als Sohn eines Pfarrers geboren.1 Nach dem Theologiestudium in Bonn, Münster und Tübingen war er zunächst in den drei folgenden Wanderjahren als Inspektor am Predigerseminar zu Preetz/Holstein, als Hilfsprediger in einer diakonischen Einrichtung [der Ev. Stiftung Tannenhof] bei seinem Vater in Lüttringhausen und schließlich als Pfarrverweser in Barmen-Gemarke tätig. Im Jahr 1929 wurde er Pfarrer in Holsterhausen, Wanne-Eickel gewählt. Von Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft an gehörte er zu den entschiedenen Vertretern der Bekennenden Kirche in Westfalen. So war er 1933 maßgeblich beteiligt an der Formulierung des Bochumer Pfingstbekenntnis. Steil gelang es während des Dritten Reiches trotz mancher Widerstände deutsch-christlicher Aktivisten, sich in seiner Gemeinde wie unter den Pfarrern seines Kirchenkreises einen breiten Rückhalt zu verschaffen.

Seit März 1934 war er Mitglied des Westfälischen Bruderrates, er nahm an den verschiedenen Bekenntnissynoden teil und übernahm Führungsaufgaben im westfälischen Kirchenkampf. Mehrfach wurde er bereits in den 30er Jahren durch die Geheime Staatspolizei vorgeladen und vernommen. Seine Distanz zum Nationalsozialismus, sowie insbesondere seine scharfe Ablehnung der ideologischen Position Alfred Rosenbergs, hatten ihn immer wieder in Konflikt mit den NS-Dienststellen gebracht. Der unmittelbare Anlaß seiner letzten Verhaftung war eine von ihm vom 10. bis 16. Juli 1944 auf Aufforderung der Herner Kirchengemeinde in der dort noch unzerstörten Kirche gehaltene „Vortragsreihe für Angefochtene“. In dieser Reihe sprach Steil über Themen wie: „Schweigt Gott im Kriege?“, „Wie kann Gott das alles zulassen?“, „Wo sehen wir, daß Gott herrscht?“ „Steht die Welt unter einem Fluch?“ Steil hat in diesen Vorträgen den Menschen dadurch versucht Mut zuzusprechen, daß er die Macht Gottes und sein Regiment herausstellte, der gegenüber alle Pläne und Machenschaften von Menschen zu Schanden werden. Aufgrund dieser Vorträge erhielt er einige Wochen später eine Vorladung zur Gestapo in Dortmund. Nach einem längeren Verhör wurden einige Sätze seiner Vorträge herausgestellt, die den Grund zur späteren Verhaftung beinhalten sollten. Steil wurde am 11. September verhaftet und zunächst nach Dortmund in die berüchtigte „Steinwache“ gebracht. Nach den schweren Bombenangriffen vom 6. und 9. Oktober auf Dortmund, die Steil mit 2 katholischen Priestern in der verschlossenen Gefängniszelle verbringen mußte, wurde er ins Polizeigefängnis nach Herne verlegt. Hier konnte ihn immerhin seine Frau besuchen und mit Essen versorgen. Obwohl Steils Frau von der Gestapo zugesagt worden war, daß ihr Mann nach rund 8 Wochen entlassen würde, wurde Steil am 5. Dezember von Bochum aus auf den Transport nach Dachau geschickt. Nach einem mühsamen, knapp 3 Wochen währenden Transport unter menschenunwürdigen Umständen, wobei die Gefangenen zu zweien oder dreien aneinandergefesselt waren, traf Steil mit seinen Leidensgefährten am 23. Dezember in Dachau ein. Dort konnten Pfarrer aus dem sogenannten Pfarrerblock - vor allem Ernst Wilm und Reger - Kontakt zu Steil aufnehmen. Er selbst wurde dort nicht mehr eingeliefert, denn Anfang Januar 1945 kam er mit Typhus ins Krankenrevier. Durch die Gefangenschaft, den Transport sowie die völlig unzureichende Versorgung geschwächt, ist Steil am 17. Januar 1945 in Dachau verstorben.

Ludwig Steil ist der Pfarrer der Bekennenden Kirche aus dem Ruhrgebiet, der seinen konsequenten Weg als Christ gegenüber den Machthabern im Dritten Reich mit seinem Leben bezahlen mußte.

1. Vgl. Gusti Steil, Ludwig Steil - Ein westfälischer Pfarrer im Kirchenkampf, Bielefeld o.J; zum Kirchenkampf in
Westfalen vgl. Bernd Hey, Die Kirchenprovinz Westfalen 1933-1945, Bielefeld 1974.

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Traugott Jähnichen / 19.05.2015



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