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Stellungnahme EAF zum Thema Kinderehe

Stellungnahme der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft Familie NRW zur Diskussion um die Anerkennung von Kinderehen in Deutschland

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft Familie positioniert sich in der aktuell debattierten Frage, ob Kinderehen, die im Ausland geschlossen wurden, in Deutschland anerkannt werden sollten, obwohl nach deutschem Recht ein Mindestalter von 18 Jahren zur Eheschließung vorgeschrieben ist, klar im Sinne des Kinderschutzes.

Wir fordern, dass in Deutschland nur Ehen volljähriger Personen als solche anerkannt werden dürfen. Eine Ehe ist ein weichenstellender Schritt für das Leben eines Menschen und umfasst soziale, kulturelle, religiöse und persönliche Aspekte. Kinder und Jugendliche müssen davor geschützt werden, in ihrem jungen Alter bereits solche Entscheidungen treffen zu müssen bzw. durch die Entscheidung von Erwachsenen in eine Ehe gedrängt zu werden.

Mit der Verheiratung von noch nicht volljährigen Personen geht oft ein Missbrauch einher. Die Kinder – zum allergrößten Teil Mädchen – werden unter Druck gesetzt, verfügbar gemacht, misshandelt und gezwungen, sich den Familienstrukturen anzupassen. Durch die Eheinstitution, die diese Konstellation festigt, haben sie kaum Möglichkeiten, sich selbst zu helfen.

Im Zuge der Flüchtlingsbewegung kommen immer mehr Mädchen in Deutschland an, die auf der Flucht verheiratet wurden. Auch wenn die Eltern dies vor dem Hintergrund arrangiert haben, dass der Ehemann ihr Kind auf der Flucht beschützt, ist es dennoch ein gewaltsamer Übergriff. Die Mädchen werden oftmals kaum bekannten Männern überlassen. Um Kinder und Frauen auf der Flucht zu schützen, braucht es andere Mittel. Wichtig wären hier Maßnahmen der Flüchtlingspolitik.

Politischer Handlungsbedarf besteht über dies hinaus auch in einer klaren Regelung, was mit verheirateten geflüchteten Mädchen und jungen Frauen, die Deutschland erreichen, geschieht. Und zwar insbesondere dann, wenn die Eheschließung hier nicht anerkannt wird. Diesbezüglich fehlen verbindliche Bestimmungen, die sichern, dass die Betroffenen in einem funktionierenden Netzwerk aufgefangen werden (Jugendamt, gesetzliche Vormundschaft, betreute Wohngruppen usw.). Derzeit kommt es an vielen Stellen zu Unstimmigkeiten verschiedener Ämter und Behörden, die zum Teil verheerende Folgen für die jungen Menschen haben.

Betonen möchten wir, dass die eaf-nrw selbstverständlich akzeptiert und toleriert, dass in anderen Ländern und Kulturen unterschiedliche Wertevorstellungen vorherrschen. Dennoch erwarten wir in diesem Fall, dass das in Deutschland über viele Jahre hinweg aufgebaute Verständnis von Kinderschutz und Kinderrechten nicht aufgeweicht wird.

Im Sinne der Kinder fordern wir daher gemeinsam mit vielen anderen Organisationen und Verbänden, dass in Deutschland das Mindestalter von 18 Jahren grundsätzlich Voraussetzung zur Ehemündigkeit ist. Mit dieser Forderung stehen wir auf einer Seite mit der Evangelischen Kirche Deutschland, der Organisation "Terre des Femmes", dem Deutschen Kinderschutzbund und vielen anderen Akteuren, die sich für Kinder einsetzen.

Evangelische Arbeitsgemeinschaft Familie NRW (eaf-nrw)
Vorstand:
Helga Siemens-Weibring (Vorsitzende)
Frank Weber (stellvertretender Vorsitzender)
Dr. Stefan Drubel
Katrin Göckenjan
Matthias Neuper
Martin Treichel
Geschäftsführung:
Lara Salewski
0211 6398-304
l.salewski@diakonie-rwl.de
Dr. Remi Stork
0251 2709-230
r.stork@diakonie-rwl.de
30. August 2016 Stellungnahme der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft Familie NRW zur Diskussion um die Anerkennung von Kinderehen in Deutschland 

 

 

13.09.2016



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