Ansprechpartner

Männerarbeit der EKiR:

mehr
Ev. Erwachsenen- bildung Nordrhein
Ev. Erwachsenen- bildung Nordrhein

Anerkannte Familien- bildungsstätte über die
Ev. Erwachsenenbildung Nordrhein

Unsere AGB finden Sie auf der Homepage der
eeb Nordrhein

mehr
Zertifizierung
Zertifizierung mehr
Service

www.vaeter.nrw.de

Väterfreundlichkeit in der Schule fördern

 Jungen und Mädchen brauchen aktive Väter, um sich zu entwickeln. Unser neues Projekt "Väter in Schulen" wird unterstützt vom Familienministerium. Lesen Sie dazu folgenden Artikel auf www.vaeter.nrw.de vom 12.02.2014

Jungen und Mädchen brauchen aktive Väter, um sich zu selbstbewussten, psychisch stabilen und zufriedenen jungen Erwachsenen zu entwickeln.Im Blickpunkt unseres Projektes stehen die Väter und ihr Potenzial für ihre Schulkinder. eiterhin wollen wir Ideen entwickeln und ausprobieren, wie Schulen väterfreundlicher werden können



Die Ziele im Einzelnen:

  • In verschiedenen Schultypen für die Väter-Thematik sensibilisieren
  • Modelle für die Einbeziehung der Väter in die Arbeit der Schulen entwickeln
  • Die Verantwortung von Vätern für ihre Kinder unterstützen, sie in ihren empathischen und fürsorglichen Fähigkeiten ermutigen und fördern
  • Vätern Räume bieten, die eigene Vaterrolle zu reflektieren und sich mit pädagogischen Fragestellungen zu beschäftigen
  • Väter mit Migrationshintergrund einbeziehen
  • Schulen unterstützen, nachhaltige Strukturen aufzubauen
  • Die Ergebnisse dokumentieren und anderen Regionen und Schulen für ihre Arbeit zur Verfügung stellen



Wie erreichen wir die Väter?

Einige sind schon da, engagieren sich in Fördervereinen und bei Schulveranstaltungen! Den einen oder anderen findet man sogar in der Elternpflegschaft. Die Anderen haben keine Zeit, die Kindererziehung an ihre Frau delegiert, oder wollen nicht schon wieder mit einer Frau – dieses Mal nicht zuhause, sondern in der Schule – über die Kinder diskutieren. Möglicherweise erinnern sie sich nur ungern an ihre eigene Schulzeit und sind froh, nichts mehr mit Schule zu tun zu haben.

Manchen fällt es schwer, es zu zeigen oder gar auszudrücken. Den jüngeren scheint es häufiger zu gelingen. Die älteren trauen sich nicht so recht, haben es vielleicht nicht gelernt. Klar ist: Väter lieben ihre Kinder! Es mag Ausnahmen geben, aber in der Regel stimmt dieser Satz!

Indem wir mit ihnen über ihre Kinder sprechen, gelingt es uns, die Väter zu erreichen. Wir gehen in den Unterricht und tauschen uns aus über Themen wie „Wo kommst Du her? Wo leb(t)en Deine Eltern und Großeltern? Wo sind die Wurzeln Deiner Familie? Was haben die Männer, was die Frauen gemacht? Welche Berufe, welche Religion kennst Du aus Deiner Familie, welche Lieder, welche Musik? Was wünscht Du Dir von Deiner Mutter, was von Deinem Vater?“

So kommen wir mit den Kindern und die Kinder mit ihren Eltern und Großeltern ins Gespräch. Herkunft, Kultur, Religion, Berufe etc. der Familie werden erfahren und wertgeschätzt. Die „Familien mit Migrationshintergrund“ erfahren ebenso wie die „Einheimischen“, dass Nordrhein-Westfalen seit vielen Generationen ein Schmelztiegel der Völker und Kulturen ist. Ankommen, Kontakt aufnehmen, heimisch werden, dazu gehören, eigenständig bleiben, sich einbringen, abwarten, beobachten, sich schützen, sich trauen – das alles lernen und üben nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene jeden Alters immer mal wieder.

Ist der Kontakt hergestellt, treffen wir uns einmal abends mit den Vätern in der Schule. Wir laden Sie ein zu einem Imbiss in der Mensa, kommen ins Gespräch, planen einen Tagesausflug und vielleicht später ein Wochenende – Väter mit ihren Kindern oder Väter unter sich. So stellen wir uns das vor. Und dann schauen wir mal, was die Väter sonst noch bewegt.

Wir laden Väter ein, ihre Berufe und Hobbys zu präsentieren. An einer Schule stellen bereits zwei Väter ihre Berufe vor, zeigen interessierten Schulklassen ihren Arbeitsplatz und in welchem Zusammenhang sie dort tätig sind. Schulen nutzen gerne die organisatorischen und praktischen Fähigkeiten von Vätern z. B. bei Veranstaltungen. Auch ihre sozialen und kommunikativen Stärken könnten sie in Anspruch nehmen bei der Entwicklung und Fortschreibung ihres Schulprogramms oder der Spielregeln für eine erfolgreiche Erziehungspartnerschaft.

Wie erreichen wir die Schulen?

Der Mangel an männlichen Pädagogen ist speziell in den Grundschulen schon lange bewusst. In den weiterführenden Schulen wird mit zunehmendem Alter der Schulkinder zunehmend Wert auf Fachlichkeit und prüfbares Faktenwissen gelegt. So fehlen den Primar-Schulen Lehrer und den Sekundarschulen mit dem Primat der Fachlichkeit oft männliche Empathie, Ersatzväter, väterliche Freunde, männliche Vorbilder und Identifikationsfiguren.

Schulen unterscheiden durchaus in Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, und äußerst selten in Mütter und Väter. Elternarbeit, Elternbrief, Elternmitwirkung, Elternverbände, Elternrat, Elternverein, Elternnetzwerk, Elternschaft, Landeselternkonferenz, sind die Begriffe in Broschüren, Formularen, Gesetzen, Vorschriften und im weiteren Sprachgebrauch. Die bunte Vielfalt der Ein-Eltern-, Patchwork- und Regenbogenfamilien scheint erst langsam bewusst zu werden. Gleichwohl kennen die Pädagogen längst die mit elternhäuslichen Umwälzungen verbundenen Nöte ihrer Schülerinnen und Schüler. Elterliche Beziehungsprobleme, Streit, Trennung, Scheidung, neue (Stief)Väter, (Stief)Mütter und (Stief)Geschwister schlagen sich unmittelbar in deren Befindlichkeit und Verhalten nieder. Hatten Lehrerinnen und Lehrer es in der Vergangenheit meist mit einem Elternteil zu tun, der die Erziehungsberechtigten repräsentierte, so sind es jetzt möglicherweise Mutter und Vater, die getrennt sind und sich das Sorgerecht teilen.

Auch die Entwicklung der Schulen zu Ganztagsschulen ist mit neuen Herausforderungen verbunden. Für Lehrerinnen und Lehrer ändern sich Präsenz- und Unterrichtszeiten. Weiterhin wachsen ihnen Erziehungsaufgaben zu, die bisher zeitlich und inhaltlich bei den Familien angesiedelt waren. Darüber müssen sie sich mit den Familien verständigen – wer auch immer das aktuell ist.

Hier können wir im Blick auf die Väter Kontakt herstellen und Brücken bauen. Erfahrungen und Kontakte aus Vater-Kind-Veranstaltungen sind ebenso verfügbar wie aus der Arbeit mit geschiedenen oder getrennt lebenden Vätern und Männern aller Altersstufen.

 

 

20.02.2014



© 2019, Männerarbeit der EKiR
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung