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Männerstudie

Zwischen Tradition und fürsorglichem Vater

"Das Interesse bei Männern an Glaube und Spiritualität wächst", sagte Rainer Volz in einem Hörfunk-Interview. Der Leiter des Zentrums für Männerarbeit in der Evangelischen Kirche im Rheinland ist Herausgeber einer neuen Männerstudie.

Rainer Volz Rainer Volz

Männer engagieren sich mehr in der Kindererziehung, aber immer noch deutlich weniger als Frauen. Das ist ein Ergebnis der Männerstudie unter dem Titel "Männer in Bewegung - 10 Jahre Männerbewegung in Deutschland". Der Sozialwissenschaftler Rainer Volz ist einer der beiden Herausgeber. Zweiter Herausgeber ist der Wiener Pastoraltheologe und -soziologe Prof. DDr. Paul Michael Zulehner Die empirische Studie wurde im Auftrag der Gemeinschaft der Katholischen Männer Deutschlands (GKMD) und der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erstellt. Finanziert hat die Untersuchung das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Im Blick auf die vergangenen zehn Jahre stellte Volz in "Diesseits von Eden" auf WDR 5 fest: "Die neuen Männer haben sich wenig verändert, verändert haben sich die traditionellen Männer". Dort wird jetzt unter anderem die Berufstätigkeit von Frauen und Müttern stärker akzeptiert, weil ein zweites Einkommen für die Familie als nötig erachtet wird.

Die modernen Männer sähen sich heute als "fürsorgliche, aktive Väter" und lebten dies auch. Ein weiteres Ergebnis für Volz: "Die Männer sind religiöser und kirchlicher geworden". Sie seien stärker in der Kirche beheimatet als früher. Bei Frauen sinke der Wert, wenn auch von höherem Niveau.

Die Studie unterscheidet vier Männertypen:

  1. 27 Prozent der Befragten werden dem „teiltraditionellen“ Typus zugeordnet. Er galt vor zehn Jahren noch als traditionell und hat sich mittlerweile in seinen Einstellungen modernisiert.
  2. 19 Prozent gelten als „moderner“ Mann. Diese Gruppe lebt eine gleichberechtigte, partnerschaftliche Arbeitsteilung von Beruf und Familie und engagiert sich besonders in der Vaterrolle. 
  3. 24 Prozent gehören zum „balancierenden“ Männertyp, der sich aus den traditionellen und modernen Werten das nimmt, was in sein Lebenskonzept passt.
  4. Die größte Gruppe bildet mit 30 Prozent der „suchende“ Mann: Er hat seinen festen Platz in der Gesellschaft, in Familie und Beruf noch nicht gefunden.

Verschiedene Tendenzen lassen sich ausmachen, die zeigen, dass die „Männer in Bewegung“ sind. Laut Untersuchung sind nur noch 54 Prozent der Männer der Meinung, dass Frauen von Natur aus besser geeignet sind Kinder zu erziehen als Männer. 1998 waren es noch 65 Prozent. Gerade die Männer mit modernem Familienbild halten die Ehe für eine Institution mit Zukunft. So sind nur 13 Prozent des modernen Männertyps der Meinung, dass die Ehe eine überholte Einrichtung ist. Dagegen glauben 35 Prozent der teiltraditionellen Männer nicht an die Zukunftsfähigkeit der Ehe. Die Aussage „ Für einen Mann ist es eine Zumutung, zur Betreuung seines kleinen Kindes zu Haus zu bleiben“, fand 1998 bei 27 Prozent aller Männer Zustimmung, zehn Jahre später sind es noch 25 Prozent.

Für die Studie wurden rund 1470 Männer zwischen 17 und 85 Jahren befragt und ihre Ansichten zur Kontrolle mit den Antworten von 970 Frauen verglichen. Dabei ging es um die Themen Familie, Arbeit, Innenwelt (zum Beispiel Sexualität, Leid, Gewalt) sowie Spiritualität und Kirche. Die Ergebnisse wurden mit der ersten empirischen Studie „Männer im Aufbruch. Wie Deutschlands Männer sich selbst und wie Frauen sie sehen“ aus dem Jahr 1998 verglichen.

ekir.de/rtm / 20.03.2009



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