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Landespfarramt für Notfallseelsorge
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Service

08.08.14 .

Nachsorgeangebote für Einsatzkräfte

CISM - Critical Incident Stress Management

Notfallseelsorge heißt nicht nur Versorgung von Opfern und Angehörigen, sondern auch Begleitung von Einsatzkräften, vor allem nach belastenden Einsätzen.

 

Gruppengespräch Gruppengespräch

Die Methodik des „Critical Incident Stress Management“ (CISM) wurde in den 1980er Jahren von den US-amerikanischen Professoren Jeffrey T. Mitchell und George S. Everly entwickelt; mit einer klar strukturierten Gesprächsführung werden Einsatzkräften aus Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Militär niedrigschwellige Gesprächsangebote unterbreitet, die nach außergewöhnlichen Einsätzen deren belastende Wirkungen und Eindrücke reduzieren.

Inzwischen sind die Methoden und Angebote des CISM weltweit anerkannt. Internationale Organisationen wie die UNO und viele Non-Profit-Organisationen organisieren ihre Nachsorgeangebote nach dem CISM-Standard; auch in Europa und in Deutschland gibt es in vielen Einsatzorganisationen inzwischen Peer-basierte Einsatznachsorgeeinheiten („Peer“ = Kollege aus den eigenen Reihen, dem eigenen Fachgebiet), die nach dem Modell von Jeffrey T. Mitchell arbeiten, um Einsatzkräften in enger zeitlicher Nähe zu einem massiven und belastenden Einsatz Gruppen- und Einzelgespräche anzubieten.

Studien der letzten Jahre über Einsatznachsorge haben gezeigt, dass die Prävention hier den wichtigsten Stellenwert einnimmt. So hatten Einsatzkräfte, die im Vorwege schon Informationen über Einsatzbelastungen und Bewältigungsstrategien erhielten signifikant weniger Belastungsreaktionen als Einsatzkräfte, die ohne diese Vorbereitung in den belastenden Einsatz gingen. (Krüßmann, Marion (2008): Prävention im Einsatzwesen, Workshop, Hamburg)

Ziele der Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen

• Vorbeugung vor traumatischem Stress
• Linderung von traumatischem Stress
• Erholung von traumatischem Stress durch schnelle Intervention
• Beschleunigung der Erholung nach traumatischen Ereignissen
• Erhaltung von Gesundheit und Wohlbefinden der Einsatzkräfte

Das Programm umfasst folgende Komponenten:

• CISM Programm zur Stressbearbeitung in Aus- Fort- und Weiterbildung
• CISM Einsatzbegleitung („On-scene-support“)
• CISM Einzelgespräch
• CISM Einsatzabschluss („Demobilisierung“, nach Großschadenslagen/Katastrophen)
• CISM Kurzbesprechung („Defusing“)
• CISM Nachbesprechung („Debriefing“)
• CISM Informationsveranstaltung

sowie mehrere nachfolgende Angebote:

• Informelle Gespräche
• Unterstützung für Angehörige
• Einzelberatungen
• Weitervermittlungsangebote

Ursprünglich sind alle CISM-Interventionen für die Nachsorge bei Einsatzkräften entwickelt worden. In den USA galt es in den letzten Jahren jedoch auch auf Geiselnahmen in Schulen reagieren zu müssen sowie auf Amokläufe in Firmen und Institutionen mit mehreren Toten und einer Vielzahl von Verletzten und erheblicher Auswirkung auf die betroffene Institution und die Bevölkerung. Für diese großen Einsatzlagen wurden spezielle CISM-Interventionen entwickelt, die bei psychosozialen Anforderungen in besonderen Schadenslagen angewandt werden können.

Das Landespfarramt für Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche im Rheinland arbeitet nach dem amerikanischen CISM-Standard, hält ICISF zertifizierte Trainer vor und bietet entsprechende Schulungen für Einsatzkräfte aus Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und anderen Einsatzorganisationen an.

Auch steht das Landespfarramt Notfallseelsorge-Teams nach größeren Einsätzen mit Nachsorgeangeboten auf CISM-Basis zur Verfügung.

Wir sind erreichbar unter Telefon: 0228 422 85 444
der per E-Mail: notfallseelsorge@ekir.de

 

Handbuch Einsatznachsorge Handbuch Einsatznachsorge

Im Handbuch Notfallseelsorge wird ausführlich das Thema Einsatznachsorge behandelt. 

Ein Faltblatt für Einsatzkräfte informiert über Belastungsreaktionen und enthält Empfehlungen zum Umgang mit belasteten Einsatzkräften.

Das Faltblatt steht hier als Datei zur Verfügung. 

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Unruh / 08.04.2018



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