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Landespfarramt für Notfallseelsorge
der Evangelischen Kirche im Rheinland
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42285 Wuppertal

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Mobil: 0172-13 72 679
Tel.:0202 / 2820-352
Fax:0202 / 2820 361
E-Mail: 
bianca.van_der_heyden@ekir.de

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Tel.:0202 / 2820-352
Fax:0202 / 2820 361
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Service

Gedenkgottesdienst zum 5. Jahrestag Gedenkgottesdienst zum 5. Jahrestag der Tsunami-Katastrophe

Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche im Rheinland

Gedenken zum 5. Jahrestag der Tsunami-Katastrophe

Am 25. Dezember trafen sich 40 Angehörige und das Team von "hoffen bis zuletzt" im FFFZ in Düsseldorf zum gegenseitigem Austausch. Beim Mittagessen, in großer Runde und bei den Gruppenarbeiten standen die Gespräche über die Erfahrungen der letzten fünf Jahre im Vordergrund.

Schmerz und Trauer fanden Raum, aber auch die jeweilige als hilfreich erlebte Unterstützung wurde in der Schicksalsgemeinschaft besprochen. Für die Teilnehmenden war das Gefühl wohltuend, sich verstanden zu fühlen und aufwallende Emotionen frei zuzulassen.

Das Team hatte zum Abend Kerzen für die Opfer des Tsunami aufgestellt. So konnten sich Angehörige bereits am Abend vergewissern, dass ihre Lieben namentlich bedacht wurden.

Nach anregenden Gesprächen klang der Tag in der Kapelle des Hauses mit einer von Uwe Rieske liebevoll gestalteten Andacht aus. Wer mochte, konnte den Austausch dann noch in der Lounge des FFFZ weiterführen.

Am 26. Dezember stand pünktlich um 9.15 Uhr der Shuttle Bus der Johanniter vor dem Hotel bereit. Zusätzlich war auch ein Linienbus organisiert worden, damit alle Angehörigen von eigner Anreise entlastet, in die Johanneskirche gelangen konnten.
Um 10.00 Uhr begann der Gottesdienst zum zweiten Weihnachtstag und die bundesweite Gedenkzeremonie für die Opfer des Tsunami.

Gottesdienstprogramm


Bei der Feier in der Johanneskirche wurden die Namen der Opfer verlesen und Kerzen zur Erinnerung entzündet. Der tief bewegende Gottesdienst nahm Angehörige der Opfer, Überlebende und übrige Gottesdienstbesucher hinein in den Schmerz der Erinnerung. So war es entlastend, dass der Vormittag mit einem Beisammensein der Angehörigen im Bachsaal der Johanneskirche ausklingen konnte. Schließlich verabschiedeten sich schweren Herzens Angehörige und Teamer untereinander und voneinander. Bewegende Eindrücke, wahrgenommenes Leid und bleibender Schmerz, aber auch aufbauende Gespräche und Freude an der Gemeinschaft werden noch lange unsere Herzen bewegen.

 

 

Begrüßung

Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns
besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe,
damit es erscheine denen,
die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes
und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Mit diesem letzten Satz des Lobgesanges des Zacharias, sozusagen dem Vorwort der Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium begrüße ich Sie, liebe Gemeinde, zu diesem Gottesdienst am Zweiten Weihnachtsfeiertag. Dieser Schlussakkord des Vaters Johannes des Täufers soll Grundton sein für diesen besonderen Gottesdienst, der das Gedenken an die Opfer des Seebebens vom 26.12.2004 einschließt.

Zwischen 10.04 Uhr und 10.26 Uhr Ortszeit schlug die Frontwelle des Tsunami an die Ufer der thailändischen Strände und setzte seine zerstörerische Kraft wie zuvor in Indonesien und Sri Lanka ein. Unter den mehr als 220.000 Toten in Südostasien kamen an den Stränden 552 Deutsche ums Leben, viele wurden verletzt an Leib und Seele, auch für Deutschland die größte Katastrophe nach dem Zweiten Weltkrieg.

Wir, Angehörige der Opfer aus ganz Deutschland und aus der Schweiz und das Betreuungsteam von „hoffen bis zuletzt“ danken Ihnen, liebe Glieder der Johanneskirchengemeinde, dass wir mit diesem Gottesdienst bei Ihnen zu Gast sein dürfen. Gemeinsam wollen wir das Fest des Lichtes, der Liebe und des Friedens zusammenbringen mit den bitteren Erfahrungen der Katastrophe vor fünf Jahren und ihrer Folgen, die bis heute andauern.

Auf diesem Weg begleiten uns die Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Petra Bosse-Huber Pfarrer Hans Lücke, das Jazzensemble der Polizei NRW unter der Leitung von Hans Steinmeier, die Sopranistin Richetta Manager und Kantor Wolfgang Abendroth.

Text von Agnieska

 

Predigt zum Zweiten Weihnachtsfeiertag 2009
zum fünften Jahrestaggedenken
Johanneskirche Düsseldorf 10.00 Uhr

 

 

Fürbitten-Gebet

 

1 Überleitung: Uwe Rieske

Herr, unser Gott, weltweit wird am heutigen Zweiten Weihnachtstag der Opfer des Seebebens gedacht. In vielen Nationen der Erde leiden am 5. Jahrestag weiterhin Hunderttausende unter den Folgen des Tsunami. Mühsam verheilte Verletzungen an Körper und Seele werden an diesem Jahrestag wieder schmerzhaft fühlbar. Der Verlust der Liebsten bricht auf in Erinnerungen an Stunden und Tage der Verzweiflung und des namenlosen Schreckens. Wir bitten Dich um Deine heilende Kraft für alle Menschen weltweit, die unter den Folgen des Unglücks leiden.

2 Christine Scholl

Herr, Tausende Helfer in vielen Ländern der Erde haben nach dem Tsunami geholfen, die Folgen des Unglücks zu lindern. Sie haben Verletzte versorgt, Transporte organisiert und Trost gespendet in Wort und Tat. Unzählige Freiwillige haben in Trümmern nach Vermissten gesucht und waren an den Identifizierungen beteiligt. Viele von ihnen tragen die Bilder des Unglücks unauslöschlich in ihren Herzen. Wir bitten Dich, schenk Du ihnen die Kraft, mit dem Erlebten angemessen umgehen zu können. Sei Du denen nahe, die für ihre Eindrücke keine Worte haben. Schenk Du ihnen den Trost und die Hilfe, die sie selbst gegeben haben.

3 Olaf Schaper

Herr, unser Gott, weltweit wurden mit dem Tsunami Familien auseinander gerissen. Kinder verloren ihre Eltern. Eltern vermissen ihre Kinder. Ehepartner entbehren die Menschen, die mit ihnen das Leben teilten. Geschwister und Verwandte trauern um die, mit denen sie aufwuchsen und die unvergessen bleiben. Ihr Leid legen wir in Deine Hand. Schenk Du den Trauernden Menschen, die sie trösten. Lass Du sie Erinnerungen an glückliche Zeiten bewahren und dankbar in ihr Leben nehmen. Führe Du am Ende zusammen, was zusammen gehört – in Deiner Macht des Friedens und der Liebe, die größer ist als unser Verstand begreift.

4 Joachim Müller-Lange

Herr, unser Gott, weltweit wurden viele tausend Opfer des Unglücks nicht identifiziert und beigesetzt. Auch in Deutschland konnten 12 Familien ihre Angehörigen bis heute nicht bestatten. Die Ungewissheit über das Schicksal ihrer Lieben quält sie weiterhin. Schenk Du ihnen die Gewissheit, dass ihre Lieben bewahrt sind in Deiner Hand. Lass bei ihnen die Kraft der Erinnerung und der Liebe stärker sein als der Tod und die Fragen, die er aufwirft. Schenke uns allen Trost und Kraft in der Hoffnung, dass alles, was lebt, aufgehoben bleibt bei Dir.

5 Sybille Jatzko

Herr, unser Gott, heute beschäftigt uns der Tsunami. Aber weltweit leiden Menschen unter Folgen von Krieg und Katastrophen. Wir denken an diesem Weihnachtsfest auch an alle, die bei anderen Unglücksfällen Angehörige verloren haben; wir erinnern an die Katastrophen von Ramstein, Eschede, den Flughafenbrand in Düsseldorf und an viele andere Unglücke. Im Juni haben wir in dieser Kirche den Gedenkgottesdienst für die Opfer des Air-France-Absturzes gefeiert. Lass auch diese Opfer nicht vergessen sein. Schenk du allen Menschen weltweit, die unter den Katastrophen und Unglücksfällen leiden, Menschen, die sie trösten und ihr Leid mit ihnen teilen.

6 Tabea Lange

Herr, wir denken an diejenigen, die nach einem Unglück lebenslang mit qualvollen Erinnerungen und schrecklichen inneren Bildern zu kämpfen haben. Wir bitten für die, denen das Erlebte immer neu vor Augen steht. Wir legen Dir alle ans Herz, die das Trauma nicht los lassen will. Lass Sie Menschen finden, die ihr Leid verstehen und aushalten; hilf ihnen, dass sie Beistand haben, der mit ihnen das Erlebte erträgt; lass sie Verständnis finden bei denen, die ihnen nahe sind und lindere Du das Leid, das in ihrem Gedächtnis kein Ende finden will.

7 Hans Lücke

Herr, unser Gott, wir bitten Dich für unsere Gemeinde hier in Düsseldorf, für alle, die heute hier diesen Gottesdienst feiern. Wir denken aber auch an die Menschen, die heute keine Kirche besuchen können, weil sie krank, alt oder schwach sind. Wir denken an die Menschen in den Krankenhäusern, in den Hospizen und Pflegeheimen. Wir bitten Dich für alle, die sich einsam fühlen und Beistand brauchen, hier in Düsseldorf und darüber hinaus. Sende Dein Licht in Deine oft so kalte und dunkle Welt und erleuchte unsere Herzen. Sei Du bei allen, die Deine Nähe suchen und brauchen.

8 Vizepräses Petra Bosse-Huber

Herr, unser Gott, an diesem Zweiten Weihnachtstag bringen wir alles vor Dich, was uns auch sonst in diesem Gottesdienst bewegt. Du kennst alle Bitten, die wir im Herzen tragen. Wir bitten Dich, erhöre unsere Anliegen, die ausgesprochenen und die unausgesprochenen. Wir legen sie in das Gebet, das Jesus uns zu beten gelehrt hat

Vaterunser

Segen

Gott spricht zu Dir:

In die Lichtblicke deiner Hoffnung
und in die Schatten deiner Angst,
in die enttäuschten Hoffnungen deines Lebens
und in die glücklichen Erinnerungen
lege ich meine Zusage:
ICH BIN DA!

In das Dunkel deiner Vergangenheit
und in das Ungewisse deiner Zukunft,
in die Enge deines Alltags
und in die Weite deiner Träume
lege ich meine Zusage:
ICH BIN DA!

In das Glück deiner Begegnungen
und in die Wunden deiner Sehnsucht,
in das Wunder deiner Zuneigung
und in das Leid deiner Ablehnung
lege ich meine Zusage:
ICH BIN DA!

In die Vergeblichkeit deines Wartens
und in den Schmerz der Leere,
in die Tränen deiner dunklen Stunden
und in die Macht der Erinnerungen
lege ich meine Zusage:
ICH BIN DA!
Fürchte dich nicht, denn ich bin mit Dir.

So segne und behüte Dich der allmächtige und barmherzige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen

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21.07.2014



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