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für den 02.12.2020

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Infoveranstaltung in Koblenz

Konstruktiv und informativ - aber leider wenig Zuspruch

Pfarrerinnen, Pfarrer und Abteilung I begegnen sich

Am 11. September fand die erste Infoveranstaltung des Landeskirchenamtes zum neuen Pfarrdienstrecht statt. Kirchenrätin Iris Döring und Personalsachbearbeiterin Monika Greilich waren dazu eigens in den Süden der Landeskirche gereist, um interessierte Pfarrerinnen und Pfarrer über die Regelungen des neuen Pfarrdienstrechts zu informieren, das seit dem 1. Juli 2012 in Kraft getreten ist. Rund 30 interessierte Kolleginnen und Kollegen aus dem Süden, aber auch aus anderen Regionen der Landeskirche waren dazu nach Koblenz gekommen, darunter eine Superintendentin (AK) und ein Superintendent (KO). Einige Besucher und Besucherinnen der Veranstaltung äußerten ihr Erstaunen über den doch recht mageren Zuspruch aus dem Kolleginnen- und Kollegenkreis - diese Einschätzung teilt die Pfarrvertretung (PfV) voll und ganz! Schon vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes waren immer wieder Anfragen an die PfV herangetragen worden, so dass hier eigentlich ein größeres Interesse an diesem Themenkreis erwartet wurde.

In einem ersten Durchgang informierte Frau Greilich über das Gesetzgebungsverfahren und machte auf die rheinischen Akzentsetzungen im Ausführungsgesetz aufmerksam. Frau Döring lenkte dann schwerpunktmäßig die Aufmerksamkeit auf die Vorschriften zur Residenzpflicht, zur Erreichbarkeitspflicht und zum dienstfreien Tag. Dazu gab es aus dem Kreis der Anwesenden doch zahlreiche Fragen. Damit die Thematik nicht nur theoretisch erörtert werden musste, war eine Fallsammlung mit entsprechend konstruierten Beispielen vorbereitet worden, anhand derer die Regelungen dann transparent gemacht wurden. Die Vertreterinnen aus dem LKA wiesen mehrfach darauf hin, dass bewusst offene Formulierungen in den Gesetzestexten gewählt wurden, um einen kreativen Umgang mit den neuen Bestimmungen zu ermöglichen. Natürlich setze man ein verantwortungsvolles Verhalten im Rahmen des Dienstes voraus, betonten beide. Nachfragen von Kolleginnen und Kollegen zeigten, dass die offenen Regelungen zugleich aber auch Unsicherheit auslösen: es besteht Sorge, es könne etwas versäumt oder eine nicht umgehende Erreichbarkeit könne zum Schaden des Pfarrers oder der Pfarrerin ausgelegt werden. Die Vertreterinnen der Abteilung I wie auch Pfarrer Peter Stursberg für die PfV betonten, dass die zugestandene Flexibilität der neuen Regelungen genutzt werden sollte, um sich bei steigender Arbeitsbelastung auch die notwendigen Freiräume zu schaffen. Bei vertrauensvollen Absprachen im Kolleginnen- und Kollegenkreis vor Ort müsste auf jeden Fall immer dafür gesorgt werden können, dass die notwendige Erreichbarkeit im pfarramtlichen Dienst verlässlich gewährleistet ist - das sei ja gerade das Anliegen der getroffenen Regelungen. Auch die Neuerungen bei Veränderungen im Rahmen des Pfarrdienstverhältnisses, die von den Amtsinhabenden selbst oder von den Anstellungskörperschaften herbeigeführt werden können, wurden in den Blick genommen.

Im Blick auf den Verlauf der Veranstaltung, die mit einem gemeinsamen Mittagessen beschlossen wurde, lässt sich festhalten, dass die Atmosphäre freundlich und unverkrampft war. Allen Betroffenen war ein großes Bemühen um konstruktive Verständigung abzuspüren. Es ist erfreulich, dass die Abteilung I sich bemüht, die neuen gesetzlichen Bestimmungen für die Betroffenen im direkten Gespräch vor Ort transpartent zu machen - solche Bemühungen waren in der Vergangenheit leider nicht immer erkennbar. Auch aus Sicht der PfV ist zu hoffen, dass die Veranstaltung am 14. September im LKA einen größeren Zuspruch findet. (PS)

 



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