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Pfarrdienst muss zukunftsfähig gestaltet werden

„Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!“

Konvent der Wahl- und Kontaktpersonen zur Pfarrvertretung tagte in Bonn

Die Pfarrvertretung informierte über die Arbeit des vergangenen Jahres. Foto: M. Biebersdorf LupeDie Pfarrvertretung informierte über die Arbeit des vergangenen Jahres. Foto: M. Biebersdorf

Auf Einladung der Pfarrvertretung (PfV) kamen die Wahl- und Kontaktpersonen (WuK) am 12. November in Bonn zu ihrem Herbstkonvent zusammen. Über 30 Pfarrerinnen und Pfarrer verfolgten mit Interesse den Jahresbericht 2014. Die Bilanz zeigte, wie engagiert das Team der PfV an vielen Orten mit unterschiedlichen Themen und Beratungsaufträgen, nun schon in der 2. Amtsperiode, tätig war. Der Wochenspruch: „Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils“ (2.Kor 6, 2b) als Leitvers über den Themen des Berichts, regte den Vorsitzenden, Pfarrer Peter Stursberg aus Koblenz, dazu an, vor dem Hintergrund der Guten Nachricht nach den Perspektiven für den Pfarrdienst zu fragen.

Der Jahresbericht gab Einblick in die intensive Arbeit der Pfarrvertretung: neben den turnusmäßigen Sitzungen der PfV gab es fünf Besprechungen mit der Leitung von Abteilung I sowie ein Gespräch mit Präses Rekowski und Vizepräses Pistorius. Auch auf EKD-Ebene war die PfV in den zuständigen Gremien vertreten. Es gab im Berichtszeitraum zahlreiche telefonische und persönliche Beratungsgespräche, die zum Teil durch Begleitungen und Beratungen im Landeskirchenamt oder in Presbyterien vor Ort weitergeführt wurden. Auch die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Verantwortungsträgern im Landeskirchenamt wurde herausgestellt – in vielen Fällen ließen sich Konflikte erfreulicherweise ohne die Hinzuziehung von Rechtsbeiständen klären.              

Aufmerksamkeit und engagierte Diskussionen - die Wahl- und Kontaktpersonen setzen sich gemeinsam mit der Pfarrvertretung für den Pfarrdienst in der EKiR ein. Foto: M. Biebersdorf Aufmerksamkeit und engagierte Diskussionen - die Wahl- und Kontaktpersonen setzen sich gemeinsam mit der Pfarrvertretung für den Pfarrdienst in der EKiR ein. Foto: M. Biebersdorf

Im Vorfeld der Landessynode 2015 wurde intensiv auch über die künftige Personalpolitik angesichts des theologischen Nachwuchsmangels diskutiert. Das Verhältnis zwischen parochialen und funktionalen Pfarrstellen war da nur ein Aspekt, verbunden mit der besorgten Frage, ob zukünftig alle Stellen in der neuen Struktur auch wirklich mit gut ausgebildeten Pfarrerinnen und Pfarrern besetzt werden können. Die Beratungsgespräche im Berichtszeitraum haben gezeigt, wie wichtig Seelsorge an den Seelsorgerinnen und Seelsorgern selber ist, wie schnell heute Kolleginnen und Kollegen an ihr Limit kommen. Vor diesem Hintergrund unterstützte der Konvent die Forderung der PfV auf Anhebung des Urlaubsanspruchs, unabhängig vom Lebensalter, von 42 auf 44 Kalendertage für alle Pfarrerinnen und Pfarrer.

Zufriedene Gesichter - auch das kennzeichnete den diesjährigen Konvent. Foto: M. Biebersdorf Zufriedene Gesichter - auch das kennzeichnete den diesjährigen Konvent. Foto: M. Biebersdorf

Die rückwirkend zu erwartende Besoldungserhöhung für die Jahre 2013/2014 wurde begrüßt, ebenso das Eintreten der PfV für eine mittelfristige Umstellung auf das System der Bundesbesoldung.

In der lebhaften Diskussion, die sich dem Bericht anschloss, wurde deutlich, dass die in den Kirchenkreisen begonnenen Umstrukturierungsprozesse verschiedene Entwicklungsstadien erreicht haben – es bleibt in der Zukunft noch viel zu tun. Das lebendige geschwisterliche Gespräch - vertrauensvoll, ziel- und lösungsorientiert, im Hinblick auf den laufenden Haushaltskonsolidierungsprozess auch mit Sorge um den Nachwuchs im Pfarramt -, hat die Versammelten an dem Tag miteinander verbunden. Der gute Umgangsstil, vom gemeinsamen Verantwortungsgefühl geprägt, aber auch der Erfahrungsaustausch und die Gespräche in der Pause lassen darauf hoffen, dass die Pfarrerinnen und Pfarrer auch zukünftig die Freude an ihrer „Profession“ nicht verlieren und weiter am Haus der EKiR mitbauen, in dem Sinne des Psalmwortes, das Stursberg am Ende seines Berichts zitierte: „Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen.“ (CK/PS)

 



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