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Herbstkonvent 2015 der Wahl- und Kontaktpersonen zur Pfarrvertretung

Pfarrvertretung startet „Qualitätsoffensive“ für Führung und Leitung

Erwartungen an Leitungsverhalten sollen klar formuliert werden

Am 11. November trafen die Wahl- und Kontaktpersonen der rheinischen Pfarrvertretung zum Herbstkonvent 2015 in Bonn zusammen. Am Anfang stand eine Besinnung in Hunsrücker Mundart – feiern die Rheinländer doch an diesem Tag dem närrischen Kalender folgend die Sessionseröffnung im Karneval.

Am Vormittag nahm Susanne Romagno aus dem Düsseldorfer Landeskirchenamt als Gast an der Tagung teil. Sie ist stellvertretende Vorsitzende im Rheinischen Verband der Mitarbeitenden im evangelisch-kirchlichen Verwaltungsdienst (RVM). Im Laufe des Jahres hatte bereits eine gemeinsame Sitzung von Pfarrvertretung und RVM in Düsseldorf stattgefunden. Beide Gremien haben sich dabei über eine Intensivierung der Zusammenarbeit verständigt, da viele dienstliche Regelungen und Gesetze Pfarrer und Pfarrerinnen sowie Beamte und Beamtinnen gleichermaßen betreffen. Gerade in den Bereichen, in denen es Schnittmengen gibt, ist eine stärkere Zusammenarbeit wünschenswert, um die gemeinsamen Interessen zu stärken. Beim Konvent stand Romagno nach einer Vorstellung des Verbandes den Vertreterinnen und Vertretern aus den Kirchenkreisen für Rückfragen zur Verfügung.

Breiten Raum nahm dann im weiteren Verlauf die Vorstellung des Jahresberichts für 2015 durch den Vorsitzenden, Pfarrer Peter Stursberg aus Koblenz, mit der sich anschließenden Aussprache ein (s. u. "Mehr zum Thema"). Ausgehend von einer biblischen Besinnung zur Heilung des Lahmen am Teich Bethesda (Joh 5) zeigte Stursberg am Anfang des Berichts die Alternativen auf: „Wollen wir uns beim Klagen aufhalten, sehen wir uns als Opfer irgendwelcher kirchenpolitisch fehlgeleiteter Prozesse, bleiben wir lieber auf der Matte liegen und verharren dabei in der Position der Beobachtenden? Oder treibt uns der Wille zur Gesundung dazu an, aufzustehen, die Matte zusammenzurollen und dem Wort Jesu folgend an neue und andere Orte zu gehen?“ Gemeinsam mit den Mitgliedern der Pfarrvertretung gab er zu erkennen, wohin der Weg in der zweiten Hälfte der Wahlperiode führen soll: Die Pfarrvertretung will sich beim Konvent im Frühjahr 2016 intensiv mit dem Thema Salutogenese beschäftigen. Sie hat die Erwartung, dass die Landeskirche ein Programm auflegt, das sich für gesundheitsfördernde Maßnahmen im Umfeld des Pfarrdienstes einsetzt. Außerdem setzt sich die Pfarrvertretung für eine „Qualitätsoffensive“ im Blick auf Führungsämter und Leitungsstil in der rheinischen Landeskirche ein: „Wie wollen wir als Pfarrerinnen und Pfarrer eigentlich geleitet und geführt werden?“ Stursberg machte deutlich, dass die Pfarrvertretung klare Erwartungen an Leitungsverantwortung und –verhalten hat: „In den schwierigen Zeiten, denen wir entgegengehen, brauchen wir auf allen Ebenen qualifizierte Leitung. Es braucht einen offenen Diskurs darüber, welche Voraussetzungen man für die Übernahme eines Leitungsamtes … mitbringen oder nachweisen muss“. Mit dieser Thematik will sich die Pfarrvertretung in 2016 ebenfalls intensiv auseinandersetzen. Mit einem Positionspapier will man dann zu gegebener Zeit in die kirchliche Öffentlichkeit treten.

Im Gespräch mit den Wahl- und Kontaktpersonen stand dann die große Sorge um die rückläufigen Zahlen der besetzten Pfarrstellen im Mittelpunkt. Gerade in ländlichen Regionen stößt die Versorgung der Gemeinden angesichts des enger werdenden Personalschlüssels an deutliche Grenzen. Auch hier wurde auf die Verantwortung der Leitungsebene verwiesen, die für eine auskömmliche Versorgung der Gemeinden und Funktionen sorgen müsse – notfalls auch mit dem Eingeständnis, dass bestimmte Dienste nicht mehr aufrechterhalten werden können. Außerdem vertraten die Mitglieder des Konvents die Auffassung, dass angesichts des Rückgangs der besetzten Pfarrstellen zukünftig dem konstruktiven Zusammenspiel der Ordinierten aus den unterschiedlichen Bereichen der Kirche mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden müsse. Derzeit ist von landeskirchlicher Seite ein Diskussionspapier zu dieser Thematik in Vorbereitung.

Zum nächsten Konvent treffen die Wahl- und Kontaktpersonen am 9. März 2016 in Bonn zusammen. (PS) 

 



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