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für den 05.08.2020

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Service

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

"Verwendung vor Verrentung"

Langzeiterkrankung im Pfarrdienst - was tun?

Auch Pfarrerinnen und Pfarrer sind gegen Langzeiterkrankungen, "Burn out"-Symptomatik, Depressionen oder andere gesundheitliche Einbrüche nicht gefeit - welch eine Überraschung! (Allerdings kann man sich manchmal nicht des Eindrucks erwehren, dass diese Erkenntnis nicht von allen, die es angeht, geteilt wird...)

In der Vergangenheit fühlten sich Pfarrerinnen und Pfarrer gerade im Falle von Langzeiterkrankungen auch in ihrer beruflichen Existenz bedroht. Denn oftmals drohte im Lauf der Erkrankung eine amtsärztliche Untersuchung, der dann in vielen Fällen eine Versetzung in den Wartestand folgte - schließlich gab es genug Kandidatinnen und Kandidaten, die auf eine freiwerdende Pfarrstelle warteten. Eine Rückkehr in den Dienst schien vielen unmöglich je länger sie davon befreit waren. In der Konsequenz folgte die Versetzung in den Ruhestand - in jüngeren Dienstjahren dann allerdings mit erheblichen finanziellen Einbußen.

Das läuft heute anders! Das Pfarrdienstgesetz der EKD gibt den Grundsatz "Verwendung vor Verrentung" (§ 90 PfDG - "Begrenzte Dienstfähigkeit") vor. D. h.: Bevor ein Pfarrer oder eine Pfarrerin wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt werden kann, müssen zunächst alle Mittel und Möglichkeiten ausgeschöpft sein, um eine Rückkehr in den Dienst zu ermöglichen. Pfarrerinnen und Pfarrern in einer Langzeiterkrankung muss der Dienstgeber - also die Landeskirche - daher ein betriebliches Eingliederungsmangement (BEM) anbieten. Den Betroffenen steht es allerdings frei, ob sie dieses Angebot annehmen. Ziel dieses Managements ist es, den Pfarrer oder die Pfarrerin wieder in einen "normalen" Dienstablauf zu integrieren. Das ist nicht immer einfach - daran müssen alle mitwirken, die im dienstlichen Umfeld davon berührt sind. Denn manchmal ist eine Rückkehr in den Dienst nur möglich, wenn es grundlegende Veränderungen im dienstlichen Ablauf oder in den Aufgaben gibt, die wahrgenommen werden müssen.

Die Personalabteilung im Landeskirchenamt hat ein Merkblatt zum BEM-Verfahren erstellt, dem alle wesentlichen Informationen zu entnehmen sind (s. u.). Weitergehende Informationen können (vertraulich!) beim Vorsitzenden der Pfarrvertretung oder aber auch bei den für den jeweiligen Kirchenkreis zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Personalabteilung des Landeskirchenamtes eingeholt werden. (PS - 12.02.2018)

 

 

 



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