Reformiert - was ist das eigentlich?

Die evangelisch- reformierte Kirchengemeinde versteht sich und alle ihre Arbeit, die in ihr geschieht als Gemeinde unter Gottes Wort.

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Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Radevormwald

Barmer theologische Erklärung hat nun Status eines Bekenntnisses

Änderung nach Beschluss der rheinischen Landessynode

Die Barmer Theologische Erklärung hat nun auch in der Kirchenordnung der Evangelischen Kirche im Rheinland den Status eines Bekenntnisses
und nicht mehr nur eines Glaubenszeugnisses.

 

Die rheinische Landessynode hat im Grundartikel eine entsprechende Änderung beschlossen. Bisher wurde die Barmer Theologische Erklärung dort zwar in ihrer historischen Bedeutung gewürdigt, aber nicht konkret als Bekenntnis benannt. Das ist nun auch begrifflich vollzogen. Im Grundartikel Abschnitt I Absatz 6 heißt es nun: „Sie (Die Evangelische Kirche im Rheinland, Anm. der Red.) bejaht die Theologische Erklärung der Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche von Barmen als ein schriftgemäßes, für den Dienst der Kirche verbindliches Bekenntnis des Evangeliums.“

 

Das ist ein absolut ur-reformiertes Anliegen! Darüber stritten Reformierte mit Lutheranern, die es bis heute ablehnen, der Barmer Erklärung Bekenntnis-Würde zukommen zu lassen (Lutheraner sagen: Bekenntnisbildung ist mit den Schmalkaldischen Artikeln 1588 abgeschlossen, Reformierte sagen: Bekenntnisbildung muss über Luthers Zeit hinausgehen. Aktuelle und besondere Situationen (wie z.B. die Nazi-Zeit oder die Apartheid in Südafrika oder die Atombewaffnung) erfordern neue Bekenntnissituationen)

 

Hier können Sie die Theologische Erklärung der Bekenntnissynode von Barmen im Wortlaut nachlesen:

RWL 858 Die Theologische Erklärung der Bekenntnissynode von Barmen (vom 29. bis 31.
Mai 1934)
Die Theologische Erklärung der Bekenntnissynode von Barmen ist ein bedeutendes
Lehrzeugnis des 20. Jahrhunderts. Entstanden in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur,
stellt sie den Versuch dar, angesichts staatlicher und kirchlicher Bedrohung verbindliche
Aussagen über Wesen und Auftrag der Kirche festzuschreiben. Die Herrschaft des Staates
über die Kirche und ihre ideologische Unterwanderung werden entschieden zurückgewiesen.
Damit ist die Barmer Theologische Erklärung eines der wenigen Zeugnisse kirchlichen
Widerstandes in jener Zeit. Sie gilt bis heute als schriftgemäße, für den Dienst der Kirche
verbindliche Bezeugung des Evangeliums. In der Evangelisch-reformierten Kirche hat sie den
Rang einer Bekenntnisschrift.
Wir bekennen uns angesichts der die Kirche verwüstenden und damit auch die Einheit der
Deutschen Evangelischen Kirche sprengenden Irrtümer der Deutschen Christen und der
gegenwärtigen Reichskirchenregierung zu folgenden evangelischen Wahrheiten:
1. Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemRWL 858 Die Theologische Erklärung der Bekenntnissynode von Barmen (vom 29. bis 31.
Mai 1934)
Die Theologische Erklärung der Bekenntnissynode von Barmen ist ein bedeutendes
Lehrzeugnis des 20. Jahrhunderts. Entstanden in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur,
stellt sie den Versuch dar, angesichts staatlicher und kirchlicher Bedrohung verbindliche
Aussagen über Wesen und Auftrag der Kirche festzuschreiben. Die Herrschaft des Staates
über die Kirche und ihre ideologische Unterwanderung werden entschieden zurückgewiesen.
Damit ist die Barmer Theologische Erklärung eines der wenigen Zeugnisse kirchlichen
Widerstandes in jener Zeit. Sie gilt bis heute als schriftgemäße, für den Dienst der Kirche
verbindliche Bezeugung des Evangeliums. In der Evangelisch-reformierten Kirche hat sie den
Rang einer Bekenntnisschrift.
Wir bekennen uns angesichts der die Kirche verwüstenden und damit auch die Einheit der
Deutschen Evangelischen Kirche sprengenden Irrtümer der Deutschen Christen und der
gegenwärtigen Reichskirchenregierung zu folgenden evangelischen Wahrheiten:
1. Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt
zum Vater denn durch mich. (Joh 14,6)
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern
steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und Räuber. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich
hineingeht, wird er selig werden. (Joh 10,1.9)
Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das
wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer
Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und
Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.
2. Durch Gott seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur
Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung. (1.Kor 1,30)
Wie Jesus Christus Gottes Zuspruch der Vergebung aller unserer Sünden ist, so und mit
gleichem Ernst ist er auch Gottes kräftiger Anspruch auf unser ganzes Leben; durch ihn
widerfährt uns frohe Befreiung aus den gottlosen Bindungen dieser Welt zu freiem,
dankbarem Dienst an seinen Geschöpfen.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als gebe es Bereiche unseres Lebens, in denen wir nicht
Jesus Christus, sondern anderen Herren zu Eigen wären, Bereiche, in denen wir nicht der
Rechtfertigung und Heiligung durch ihn bedürften.
3. Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der
das Haupt ist, Christus, von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist. (Eph 4,15.16)
Die christliche Kirche ist die Gemeinde von Brüdern, in der Jesus Christus in Wort und
Sakrament durch den Heiligen Geist als der Herr gegenwärtig handelt. Sie hat mit ihrem
Glauben wie mit ihrem Gehorsam, mit ihrer Botschaft wie mit ihrer Ordnung mitten in der
Welt der Sünde als die Kirche der begnadigten Sünder zu bezeugen, dass sie allein sein
Eigentum ist, allein von seinem Trost und von seiner Weisung in Erwartung seiner
Erscheinung lebt und leben möchte.Wir verwerfen die falsche Lehre, als dürfe die Kirche die Gestalt ihrer Botschaft und ihrer
Ordnung ihrem Belieben oder dem Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und
politischen Überzeugungen überlassen.
4. Jesus Christus spricht: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die
Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß
sein will, der sei euer Diener. (Mt 20,25.26)
Die verschiedenen Ämter in der Kirche begründen keine Herrschaft der einen über die
anderen, sondern die Ausübung des der ganzen Gemeinde anvertrauten und befohlenen
Dienstes.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und dürfe sich die Kirche abseits von diesem
Dienst besondere, mit Herrschaftsbefugnissen ausgestattete Führer geben oder geben lassen.
5. Fürchtet Gott, ehrt den König. (1.Petr 2,17)
Die Schrift sagt uns, dass der Staat nach göttlicher Anordnung die Aufgabe hat, in der noch
nicht erlösten Welt, in der auch die Kirche steht, nach dem Maß menschlicher Einsicht und
menschlichen Vermögens unter Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden
zu sorgen. Die Kirche erkennt in Dank und Ehrfurcht gegen Gott die Wohltat dieser seiner
Anordnung an. Sie erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit und damit an
die Verantwortung der Regierenden und Regierten. Sie vertraut und gehorcht der Kraft des
Wortes, durch das Gott alle Dinge trägt.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne der Staat über seinen besonderen
Auftrag hinaus die einzige und totale Ordnung menschlichen Lebens werden und also auch
die Bestimmung der Kirche erfüllen. Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne
sich die Kirche über ihren besonderen Auftrag hinaus staatliche Art, staatliche Aufgaben und
staatliche Würde aneignen und damit selbst zu einem Organ des Staates werden.
6. Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Mt 28,20)
Gottes Wort ist nicht gebunden. (2.Tim 2,9)
Der Auftrag der Kirche, in welchem ihre Freiheit gründet, besteht darin, an Christi statt und
also im Dienst seines eigenen Wortes und Werkes durch Predigt und Sakrament die Botschaft
von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne die Kirche in menschlicher Selbstherrlichkeit das
Wort und Werk des Herrn in den Dienst irgendwelcher eigenmächtig gewählter Wünsche,
Zwecke und Pläne stellen.
Die Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche erklärt, dass sie in der
Anerkennung dieser Wahrheiten und in der Verwerfung dieser Irrtümer die unumgängliche
theologische Grundlage der Deutschen Evangelischen Kirche als eines Bundes der
Bekenntniskirchen sieht. Sie fordert alle, die sich ihrer Erklärung anschließen können, auf, bei
ihren kirchenpolitischen Entscheidungen dieser theologischen Erkenntnisse eingedenk zu
sein. Sie bittet alle, die es angeht, in die Einheit des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung
zurückzukehren. Verbum Dei manet in aeternum.and kommt
zum Vater denn durch mich. (Joh 14,6)
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern
steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und Räuber. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich
hineingeht, wird er selig werden. (Joh 10,1.9)
Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das
wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer
Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und
Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.
2. Durch Gott seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur
Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung. (1.Kor 1,30)
Wie Jesus Christus Gottes Zuspruch der Vergebung aller unserer Sünden ist, so und mit
gleichem Ernst ist er auch Gottes kräftiger Anspruch auf unser ganzes Leben; durch ihn
widerfährt uns frohe Befreiung aus den gottlosen Bindungen dieser Welt zu freiem,
dankbarem Dienst an seinen Geschöpfen.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als gebe es Bereiche unseres Lebens, in denen wir nicht
Jesus Christus, sondern anderen Herren zu Eigen wären, Bereiche, in denen wir nicht der
Rechtfertigung und Heiligung durch ihn bedürften.
3. Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der
das Haupt ist, Christus, von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist. (Eph 4,15.16)
Die christliche Kirche ist die Gemeinde von Brüdern, in der Jesus Christus in Wort und
Sakrament durch den Heiligen Geist als der Herr gegenwärtig handelt. Sie hat mit ihrem
Glauben wie mit ihrem Gehorsam, mit ihrer Botschaft wie mit ihrer Ordnung mitten in der
Welt der Sünde als die Kirche der begnadigten Sünder zu bezeugen, dass sie allein sein
Eigentum ist, allein von seinem Trost und von seiner Weisung in Erwartung seiner
Erscheinung lebt und leben möchte.Wir verwerfen die falsche Lehre, als dürfe die Kirche die Gestalt ihrer Botschaft und ihrer
Ordnung ihrem Belieben oder dem Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und
politischen Überzeugungen überlassen.
4. Jesus Christus spricht: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die
Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß
sein will, der sei euer Diener. (Mt 20,25.26)
Die verschiedenen Ämter in der Kirche begründen keine Herrschaft der einen über die
anderen, sondern die Ausübung des der ganzen Gemeinde anvertrauten und befohlenen
Dienstes.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und dürfe sich die Kirche abseits von diesem
Dienst besondere, mit Herrschaftsbefugnissen ausgestattete Führer geben oder geben lassen.
5. Fürchtet Gott, ehrt den König. (1.Petr 2,17)
Die Schrift sagt uns, dass der Staat nach göttlicher Anordnung die Aufgabe hat, in der noch
nicht erlösten Welt, in der auch die Kirche steht, nach dem Maß menschlicher Einsicht und
menschlichen Vermögens unter Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden
zu sorgen. Die Kirche erkennt in Dank und Ehrfurcht gegen Gott die Wohltat dieser seiner
Anordnung an. Sie erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit und damit an
die Verantwortung der Regierenden und Regierten. Sie vertraut und gehorcht der Kraft des
Wortes, durch das Gott alle Dinge trägt.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne der Staat über seinen besonderen
Auftrag hinaus die einzige und totale Ordnung menschlichen Lebens werden und also auch
die Bestimmung der Kirche erfüllen. Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne
sich die Kirche über ihren besonderen Auftrag hinaus staatliche Art, staatliche Aufgaben und
staatliche Würde aneignen und damit selbst zu einem Organ des Staates werden.
6. Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Mt 28,20)
Gottes Wort ist nicht gebunden. (2.Tim 2,9)
Der Auftrag der Kirche, in welchem ihre Freiheit gründet, besteht darin, an Christi statt und
also im Dienst seines eigenen Wortes und Werkes durch Predigt und Sakrament die Botschaft
von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne die Kirche in menschlicher Selbstherrlichkeit das
Wort und Werk des Herrn in den Dienst irgendwelcher eigenmächtig gewählter Wünsche,
Zwecke und Pläne stellen.
Die Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche erklärt, dass sie in der
Anerkennung dieser Wahrheiten und in der Verwerfung dieser Irrtümer die unumgängliche
theologische Grundlage der Deutschen Evangelischen Kirche als eines Bundes der
Bekenntniskirchen sieht. Sie fordert alle, die sich ihrer Erklärung anschließen können, auf, bei
ihren kirchenpolitischen Entscheidungen dieser theologischen Erkenntnisse eingedenk zu
sein. Sie bittet alle, die es angeht, in die Einheit des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung
zurückzukehren. Verbum Dei manet in aeternum.

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23.01.2021



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