Losung

für den 30.06.2022

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2.Mose 15,2

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Service

Präses Schneider:

"Gott braucht keine Sühneopfer"

„Ich halte nichts von Interpretationen des Kreuzestodes, die sich im Leiden suhlen“, sagte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, in einem Interview für die April-Ausgabe von "chrismon plus rheinland".

Präses Nikolaus Schneider Präses Nikolaus Schneider

In der Debatte um ein zeitgemäßes Verständnis des christlichen Ostergeschehens hat sich Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, gegen Deutungen des Kreuzestodes Christi als stellvertretendes Sühneopfer ausgesprochen. „Gott braucht kein Sühneopfer“, sagte der leitende Geistliche der rheinischen Kirche dem im Düsseldorf erscheinenden evangelischen Magazin. „Denn es muss ja nicht sein Zorn durch unschuldiges Leiden besänftigt werden.“ Wohl aber bräuchten die Menschen die Botschaft vom Kreuz: „Als Zeichen für Gottes Liebe und Solidarität, als Symbol für das Mitgehen Gottes mit uns durch den Tod hindurch.“

Bekannte Passionslieder entfalten die Interpretation des Kreuzestodes Christi als göttlichen Strafakt, stellvertretend erlitten für die sündigen Menschen. Doch viele Christinnen und Christen tun sich mit dieser Deutung schwer, weil sie dem Bild vom liebenden und vergebenden Gott widerspreche. „Mit Jesu Leiden und Sterben teilt Gott menschliche Leidens- und Todeserfahrungen“, sagt Nikolaus Schneider. „Das zeugt von seiner Liebe, nicht von seinem Zorn.“ Die Auferstehung Jesu interpretiere das Sterben der Menschen: „Nicht der Tod hat das letzte Wort über mich, sondern das Leben.“

Auch die Vorstellung, der Tod Christi „an sich“ habe eine befreiende Qualität, teilt der oberste Repräsentant der rheinischen Kirche nicht. Explizit kritisierte Schneider in "chrismon plus rheinland" Deutungen, wie sie der 2003 erstmals ausgestrahlte Film „Die Passion Christi“ transportiert: „Ich halte nichts von Interpretationen des Kreuzestodes, die sich im Leiden suhlen.“ Der Film verkürze das Kreuz auf das Leiden. Es müsse erlitten werden, aber es habe „keinen Wert an sich“.

 

 

 

jpi / ekir.de /

 



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