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für den 12.12.2019

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Frühjahrssynode 2010 hat getagt

Kritik am Sparpaket der Bundesregierung

"Armut" und "Jugendarbeit" waren die beiden Hauptthemen auf der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Solingen. In einer Erklärung kritisieren die Synodalen die jüngsten Sparvorschläge der Bundesregierung als ungerecht.

Rund 70 Delegierte aus Gemeinden und Kirchenkreis bilden die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Solingen (Foto: Förster). Rund 70 Delegierte aus Gemeinden und Kirchenkreis bilden die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Solingen (Foto: Förster).

„Die Synode sieht, dass durch das vorgeschlagene Konsolidierungsprogramm die materielle Ungleichheit in Deutschland weiter wachsen wird“, heißt es in der Erklärung, die auf der heute zu Ende gegangenen Tagung mit großer Mehrheit verabschiedet wurde. Zwar wisse man um die Notwendigkeit des Sparens, aber durch das vorgeschlagene Maßnahmenpaket werde die Zukunft des Landes nicht gestärkt, sondern die Gesellschaft weiter gespalten.

In der Erklärung betont die Synode, dass sich staatliches Handeln nach biblischer Lehre besonders an der Situation der Armen orientieren müsse. Dagegen sehe das Sparpaket erhebliche Einsparungen gerade bei solchen Menschen vor, die ohnehin schon wenig Geld hätten. Dadurch sei zu befürchten, dass die Lebenssituation armer Kinder und Erwachsene noch bedrückender werde.

In der Erklärung wird auch kritisiert, „dass von finanziell gut gestellten Menschen keine hinreichen Beiträge zur Konsolidierung der Staatsfinanzen gefordert werden“. Dabei nehme die Bibel gerade die reichen Menschen in die Pflicht, um eine ausreichende Teilhabe aller am gesellschaftlichen Leben zu gewährleisten.

In einem weiteren Beschluss wurde die Stadt Solingen aufgefordert, alles zu tun, um eine stabiles Netz von Hilfsangeboten zu erhalten. Vor der Presse bekräftigte Superintendent Klaus Riesenbeck noch einmal den Dank an die Verwaltung der Stadt Solingen, die in ihrem Sparpaket für die kommenden Jahre den Sozialbereich deutlich weniger beschnitten hätten als andere Kommunen. Er äußerte die Hoffnung, dass der Stadtrat bei seinen Beschlüssen im Juli dieser Linie folgen werde.

Auf der Synode wurde auch über die konkreten Aktivitäten der evangelischen Gemeinden im Kampf gegen die Armut berichtet. Es sei deutlich geworden, wie vielfältig das Engagement bereits sei, erläuterte Pressepfarrer Thomas Förster. So habe sich in einigen Gemeinden die Kindertageseinrichtung zu einem besonderen Stützpunkt im Kampf gegen die Armut entwickelt: In einer Kita gibt es eine Kinderkleiderkammer. In einigen Einrichtungen wird durch Zuschüsse sicher gestellt, dass auch Kinder aus armen Familien am gemeinsamen Essen teilnehmen könnten. In einigen Kitas können direkt kompetente Beratungsangebote zu sozialen Problemen abgerufen werden.

 

 

Mit Ansteckern warben Mitarbeitende aus der Jugendarbeit für ihr Arbeitsgebiet (Foto: Förster). Mit Ansteckern warben Mitarbeitende aus der Jugendarbeit für ihr Arbeitsgebiet (Foto: Förster).

Beim zweiten Hauptthema hat sich die Synode erneut mit der Zukunft der Kinder- und Jugendarbeit beschäftigt. Bereits seit 2006 sucht der Kirchenkreis nach neuen Konzepten, um junge Menschen auch zukünftig mit dem Evangelium in Kontakt zu bringen.“Wir stehen hier vor einem Paradigmenwechsel“, erklärt Riesenbeck, warum der Prozess sich so langwierig gestalte. „Gemeinden, die es seit Jahrzehnten gewohnt sind, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ganz eigenständig zu gestalten, müssen lernen, dass diese Arbeit nur im Verbund mit anderen Gemeinden Zukunft hat.“ So sei in den zurückliegenden 13 Jahren die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeitenden von 16 auf 9 Stellen gesunken.

Trotzdem gebe es keinen Grund zur Resignation, betonte der Solinger Superintendent. Wenn die Weichen richtig gestellt würden, könnten sogar mehr junge Menschen erreicht werden als bisher. Dazu hat eine Arbeitsgruppe der Synode bereits erste Weichenstellungen vorgeschlagen: So sollen künftig drei oder vier Gemeinden ihre Jugendarbeit gemeinsam planen und durchführen. Die hauptamtlichen Jugendmitarbeiter sollen sich zukünftig vor allem um die Gewinnung und Begleitung ehrenamtlicher Jugendmitarbeiter kümmern, die dann die Gruppenangebote weitgehende eigenverantwortlich durchführen. Die spirituelle Kompetenz der Mitarbeitenden soll verbessert werden. Über diese Vorschläge sollen nun bis zum Jahresende wieder die Gemeinden beraten.

 

 

 

Thomas Förster /

 



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