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8. November 2008 - Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises Solingen hat getagt

Evangelische Kirche in Solingen will Anstrengungen gegen die Armut verstärken

Ihre Besorgnis angesichts der wachsenden Zahl armer Menschen in Solingen hat die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Solingen bei ihrer Herbsttagung erklärt. Superintendent Klaus Riesenbeck wurde mit großer Mehrheit im Amt bestätigt.

Hielt das Hauptreferat: der Inhaber des Lehrstuhls für Christliche Gesellschaftslehre an der Evangelischen Fakultät der Ruhruniversität Bochum, Prof. Dr. Traugott Jähnichen (Foto: Förster). LupeHielt das Hauptreferat: der Inhaber des Lehrstuhls für Christliche Gesellschaftslehre an der Evangelischen Fakultät der Ruhruniversität Bochum, Prof. Dr. Traugott Jähnichen (Foto: Förster).

Die Kirche könne zur Armutsproblematik weder schweigen noch einfach zur Tagesordnung übergehen, heißt es in der heute verabschiedeten Entschließung: „Die Bekämpfung der Armut ist Aufgabe der christlichen Gemeinde und darum auch jedes einzelnen Christen.“ Die Synode erinnert den Staat an seine Verantwortung, soziale Rahmenbedingungen und konkrete Hilfen so auszugestalten, dass der zunehmenden Armut effektiv entgegengewirkt wird. Sie ruft außerdem die zehn Gemeinden des Kirchenkreises und das Diakonische Werk auf, die eigenen Anstrengungen zur Armutsbekämpfung zu verstärken.
In den Presbyterien soll nun die in jeweils vor Ort vorhandene Armutslage genau geprüft und über eine mögliche Verbesserung der bestehenden Unterstützungs- und Hilfsangebote beraten werden. Eine Expertengruppe, zu der die Diakoniekirchmeister sowie für Diakonie verantwortliche Presbyter in den einzelnen Gemeinden zusammen mit Fachleuten des Kirchenkreises einberufen werden, soll Möglichkeiten entwickeln, um die Hilfsangebote der einzelnen Gemeinden und des Diakonischen Werkes besser zu vernetzen. Über konkrete Ergebnisse dieser Beratungen will die Synode im Herbst 2009 beschließen. Dann sollen auch Appelle und Forderungen an die in Staat und Gesellschaft Verantwortlichen verabschiedet werden.
In ihrem Vortrag vor der Synode über die Armutssituation in Solingen verwies die Geschäftsführerin im Diakonischen Werk Solingen, Friederike Stratmann, darauf, dass Kinder besonders unter von Armut geprägten Lebensumständen litten: „Kinder  assoziieren Armut mit Attributen wie hässlich, schmutzig und mit Gemützuständen wie  traurig, müde, krank. Und jeder kann sich vorstellen, mit welchem Grundgefühl Kinder groß werden, die sich hässlich, schmutzig, traurig, müde und krank fühlen.“ Eine solche Kindheit hinterlasse sichtbare Spuren.
Diese Einschätzung teilte auch der zweite Referent, der Bochumer Sozialethiker Prof. Dr. Traugott Jähnichen. Hier entstünde in unserer Gesellschaft eine neue Form des Feudalismus’, also eines undurchlässigen gesellschaftlichen Zustands, in dem vor allem die Geburt über das weitere Lebensschicksal entscheide. Wer in eine arme Familie geboren werde, hätte vier bis fünfmal schlechtere Chancen auf einen höheren Bildungsabschluss. „Dass in hohem Maße bereits die Geburt die Weichen stellt für einen später möglichen oder ausbleibenden Bildungserfolg“, so betonte der evangelische Theologe in seinem Referat, „ist ein Skandal.“ Die Bibel halte dagegen an der Verpflichtung der Gemeinschaft fest, alle Menschen zur gesellschaftlichen Teilhabe zu befähigen.


 

 

Die neu und wiedergewählten Mitglieder des Kreissynodalvorstands (v.l.): Pfarrerin Martina Köster-Schneider, Stefan Dalaff, Superintendent Klaus Riesenbeck, Carola Seefried (Stellv.), Doris Schulz, Annegret Pallasch (Stellv.). LupeDie neu und wiedergewählten Mitglieder des Kreissynodalvorstands (v.l.): Pfarrerin Martina Köster-Schneider, Stefan Dalaff, Superintendent Klaus Riesenbeck, Carola Seefried (Stellv.), Doris Schulz, Annegret Pallasch (Stellv.).

Neben dem Hauptthema „Armut“ standen unter anderem Wahlen auf der Tagesordnung. Dabei wurden der seit acht Jahren amtierende Superintendent, der Pfarrer der Luther-Kirchengemeinde Klaus Riesenbeck, sowie die zweite Stellvertreterin, die Walder Pfarrerin Martina Köster-Schneider, jeweils mit großer Mehrheit in ihren Ämtern bestätigt. Zu nichttheologischen Mitgliedern des Kreissynodalvorstands, so genannten „Synodalältesten“, wurden die Pädagogin Doris Schulz und der Ingenieur Stefan Dalaff gewählt.
Schließlich standen noch Finanzentscheidungen für das nächste Jahr auf der Tagesordnung. Die Evangelische Kirche in Solingen rechnet für das kommende Jahr mit Kirchensteuereinnahmen in Höhe von 11,4 Mio. Euro. Das sind etwa 500.000 Euro mehr als im laufenden Jahr. Grund des Zuwachses ist die Zunahme sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze durch die positive Wirtschaftsentwicklung, die sich auch auf die Kirchensteuer auswirkt. Rund 915.000 Euro der Steuereinnahmen entfallen auf den Kirchenkreis, die restlichen 10,5 Millionen gehen an die zehn Kirchengemeinden. Der Haushalt für die Ebene des Kirchenkreises und für das Diakonische Werk wird 2009 einen Umfang von 4,15 Millionen Euro umfassen und kann ohne Rückgriff auf Rücklagen ausgeglichen werden.
Am Ende kündigte der Pfarrer für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Thomas Förster, noch eine Neuauflage der Kirchennacht an und lud die Gemeinden des Kirchenkreises und der anderen christlichen Kirchen und Gemeinden Solingens zur Beteiligung ein. Am 2. Oktober 2009 soll die 2. Solinger Nacht der offenen Kirchen stattfinden.

 

 

Thomas Förster /

 



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