Losung

für den 23.08.2019

Dein, HERR, ist die Größe und die Macht und die Herrlichkeit und der Ruhm und die Hoheit. Denn alles im Himmel und auf Erden ist dein.

1.Chronik 29,11

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Gedenkgottesdienst

Eine Absturzmeldung, und die Welt zerbricht

„Hiobsbotschaft. Ein einziger Satz und meine Welt zerbricht.“ Mit diesen Zeilen aus einem Gedicht wandte sich Präses Nikolaus Schneider an die Angehörigen von Passagieren und Besatzungsmitgliedern der Air-France-Maschine, die an Pfingstmontag abstürzte.

Eine Kerze für jeden Vermissten: Gedenken im ökumenischen Gottesdienst für die Opfer des Air-France-Absturzes. LupeEine Kerze für jeden Vermissten: Gedenken im ökumenischen Gottesdienst für die Opfer des Air-France-Absturzes.

 

Gedenkgottesdienst in der Düsseldorfer Johanneskirche, u.a. mit (vorn, v.l.) Präses Schneider, Weihbischof Woelki und Bundesverkehrsminister Tiefensee. LupeGedenkgottesdienst in der Düsseldorfer Johanneskirche, u.a. mit (vorn, v.l.) Präses Schneider, Weihbischof Woelki und Bundesverkehrsminister Tiefensee.

An dem zentralen bundesweiten, ökumenischen Gedenkgottesdienst in der Johanneskirche in Düsseldorf nahmen zahlreiche Angehörige der 28 deutschen Opfer teil. Neben Präses Schneider leitete Weihbischof Dr. Rainer Woelki vom Erzbistum Köln die Feier. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und der französische Botschafter Bernard de Montferrand gehörten zu den Teilnehmern aus der Politik, gekommen war unter anderem auch NRW-Justiziministerin Roswitha Müller-Piepenkötter.

 

 

Aus tiefer Not: Der zentrale Gottesdienst gab den Angehörigen Ort und Raum für die Trauer um ihre Familienmitglieder und Freunde. LupeAus tiefer Not: Der zentrale Gottesdienst gab den Angehörigen Ort und Raum für die Trauer um ihre Familienmitglieder und Freunde.

Ansprachen, Gebete, Fürbitten, einfühlsame Musik. Und für jede und jeden Vermissten wurde eine Kerze entzündet mit ihrem oder seinem Namen, wurde der Name verlesen. Für die Angehörigen sei der Gottesdienst ein kleiner Baustein unter den benötigten Hilfen, erklärte vor dem Gottesdienst der Vorsitzende der Konferenz Evangelische Notfallseelsorge, Pfarrer Ralf Radix. Er erinnerte auch daran, dass möglicherweise zahlreiche tote Körper von Vermissten nicht mehr gefunden werden und die Angehörigen sich nicht an einem Grab werden verabschieden können.

„Ein einziger Satz – die Absturzmeldung für den Flug AF 447 - und Ihre Welt ist zerbrochen“, fühlte sich Präses Schneider in der Predigt in die Seelen der Angehörigen ein. Die Angehörigen haben Menschen verloren, die sie liebten, mit denen sie ihr Leben teilten, haben Vertrauen verloren in die angeblich sichere Technik. Und auch das Vertrauen in Gott, den Schöpfer und Erhalter des Lebens, mag Risse  bekommen haben. „Wir wollen und können keinen Sinn darin entdecken, dass dieses Unglück geschehen ist, dass 228 Menschen ihr Leben verloren haben“, so Präses Schneider.

Gott ist die Adresse für Fragen und Klagen

Obwohl Gottes Wege mit der Welt und mit den Menschen oft erschreckend befremdlich seien, obwohl durch dieses Unglück so viele Lebenswege zerstört wurden, „haben wir in Gott eine Adresse für unsere Zweifel, Fragen und Klagen“. Nicht nur das, so der Präses. Schließlich verheiße die Bibel eine Hoffnung, die nicht an realen Todeserfahrungen zerbrechen lasse. „Nicht Kreuz und Tod sind die letzten Gottesworte, auch nicht für Sie und Ihre Verstorbenen. Gott hat Jesus Christus auferweckt von den Toten, und Gott wird auch uns und unsere geliebten Toten auferwecken zu neuen, unvergänglichem Leben in seinem ewigen Gottesreich.“

Diese Hoffnung, stellte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und EKD-Ratsmitglied klar, wische Leid, Wut, Fragen und Zweifel nicht einfach weg. Kein Mantel des Schweigens, Verdrängens. Auch „die Fragen nach der Verantwortung für dieses Unglück müssen gestellt und beantwortet werden, damit Wunden heilen können“.

Die schwere Gegenwart annehmen

Aber: Der österliche Glaube und die Hoffnung können helfen, die leidvolle, schwere Gegenwart anzunehmen, den Alltag, wenn auch unter Tränen, neu zu gestalten. Glaube und Hoffnung öffnen unsere Herzen für die Liebe zu den Menschen, die uns geblieben sind, sie lassen die Erinnerungen an die Verstorbenen pflegen, vielleicht auch ihre Vermächtnisse aufnehmen.

Der Segen am Ende des Gottesdienstes möge für die Angehörigen ein erster Vorgeschmack auf künftigen Frieden sein, sagte Weihbischof Woelki und legte ihnen ans Herz, die Hilfen der Kirchen und Behörden anzunehmen.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee sprach am Ende des Gottesdienstes kurz zu den Familien und Freunden der Opfer. „Es gibt Momente, da wird das Leben zerschnitten in ein Vorher und ein Nachher, der Pfingstmontag war ein solcher Tag.“ Im eigenen Namen und für die Bundesregierung sprach er den Angehörigen tiefe Anteilnahme aus.

 

neu, Fotos Sergej Lepke / ekir.de / 13.06.2009

 



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