Umwelttag

Blockheizkraftwerke, Solaranlagen und Erdwärme

„Wir haben keine Gemeinde mehr, die blockiert, alle ziehen mit. Das war vor 30 Jahren ganz anders“, erinnert sich Hans Stenzel, Vorsitzender des Umweltausschusses im Kirchenkreis Jülich.

Blockheizkraftwerk in der Evangelischen Kirchengemeinde Weisweiler im Kirchenkreis Jülich LupeBlockheizkraftwerk in der Evangelischen Kirchengemeinde Weisweiler im Kirchenkreis Jülich

„Früher hieß es, da kommen die Narren, die spinnen, dann kam die Phase mit der Frage, wer soll das bezahlen. Und heute hat jede Gemeinde eine Photovoltaik- oder eine Solaranlage und das mit Erfolg“, fasst der pensionierte Ingenieur kurz die Umweltarbeit der vergangenen Jahrzehnte im Kirchenkreis zusammen.

Der Braunkohletagebau hat den Kirchenkreis „politisiert, motiviert und aktiviert“, erzählt Stenzel.So hat die Kreissynode Jülich schon vor etwa 20 Jahren beschlossen, dass die Gemeinden etwa 30 Prozent Energie einsparen sollten. Und schon lange brauchen Gemeinden und Kirchenkreis Naturstrom. „Wir wollten nicht einerseits über fossile Energie meckern und sie gleichzeitig verwenden“, erklärt er.

Deswegen hat der Kirchenkreis mit Nuon, einem niederländischen Energieunternehmen vor etwa zehn Jahren einen Vertrag geschlossen: Nuon baut acht Photovoltaik- und Solaranlagen, ohne dass Gemeinden und Kirchenkreis etwas zahlen, denn Nuon bekommt den Ertrag aus dem Verkauf des so gewonnen Stroms, bis die Investitionen bezahlt sind. Inzwischen hat das Unternehmen seine Investitionen zurückerhalten und die Kirchengemeinden verdienen jährlich etwa 50 000 bis 70 000 Euro mit dem Verkauf des Solarstroms. Dieser Gewinn kommt in einen großen Topf, aus dem neue Umweltprojekte finanziert werden.

So werden Ölanlagen in den Kirchen nicht mehr erneuert. Alternativ stehen im Kirchenkreis schon sechs Blockheizkraftweke, weitere vier sind geplant. In einer alten Kirche und zwei weiteren Gebäuden wird mit Erdwärme gearbeitet.

„Wir werden nicht müde, an den Dingen weiterzuarbeiten“, versichert Stenzel. „Unser Ziel ist, dass der Kirchenkreis den Gemeindegliedern versichern kann, er hat alles getan um die Verminderung von CO2 zu erreichen.“ Und dann erinnert er an einen Satz aus dem Beschluss der Kreissynode Jülich von 1988: "Wir stehen auch heute noch uneingeschränkt zu der Aussage `Natur ist keine Umwelt von Objekten, über die wir verfügen können. Sie ist nach christlicher Schöpfungsvorstellung Mitkreatur und Lebensbedingung der Menschen, und sie ist ihrer Obhut überantwortet.´"

 

 

 

Petra Anna Siebert / ekir.de /