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Wahlaufruf

Die christlichen Kirchen rufen zur Beteiligung an der Landtagswahl auf

Die christlichen Kirchen in Solingen rufen die wahlberechtigten Bürger der Klingenstadt auf, bei der kommenden Landtagswahl wählen zu gehen. Sie warnten vor Parteien, die Stimmung gegen einzelne Menschengruppen machten und so zur Spaltung beitrügen.

„Eine hohe Wahlbeteiligung ist wichtig“, heißt es in einem „Wahlaufruf“ der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Solingen, der heute von der evangelischen Superintendentin und ACK-Vorsitzenden Dr. Ilka Werner und dem neuen katholischen Stadtdechanten Michael Mohr vor der Presse vorgestellt wurde. „Bitte gehen Sie wählen!“, rief Stadtdechant Mohr die Menschen in der Klingenstadt auf. „Die größte Gefahr für unsere Demokratie besteht darin, dass sich Menschen frustriert abwenden“, stellte auch Superintendentin Dr. Werner fest.

Beide leitenden Theologen beklagten ein rauer gewordenes politisches und gesellschaftliches Klima. Der Ton werde nicht nur in den Sozialen Netzwerken aggressiver. Menschen hätten das Gefühl, abgehängt worden zu sein und suchten nach Schuldigen. Der bleibende Sockel langzeitarbeitsloser Menschen oder die seit Jahren wachsende Kinderarmut seien einige Ursachen dafür. Dieser Prozess habe zwar längst vor der Ankunft vieler geflüchteter Menschen im Jahr 2015 begonnen, werde aber immer wieder mit dem Flüchtlingsthema verknüpft. Es sei falsch, Menschengruppen und deren Probleme in unserem Land gegeneinander auszuspielen, betonten Mohr und Dr. Werner unisono und baten darum, Parteien, die so um Stimmen werben, nicht zu unterstützen. Man wolle ausdrücklich nicht vor einzelnen Parteien warnen, erklärte die evangelische Superintendentin: „Wir sehen aber eine rote Linie überschritten, wenn Menschen und Menschengruppen aufgrund ihrer Herkunft oder ihrer Religion pauschal diskriminiert oder abgelehnt werden.“ Parteien wie andere gesellschaftliche Kräfte und auch sich selbst, sehen die Kirchenvertreter in der Pflicht, mehr für Zusammenhalt und Versöhnung und gegen die Zersplitterung der Gesellschaft zu tun.

Dass sich die Kirchen zur bevorstehenden Landtagswahl überhaupt so eindringlich äußerten, sei eine direkt Konsequenz ihres christlichen Glaubens, betonte Stadtdechant Mohr. Schon in der Bibel würde immer wieder politisches Engagement als Folge des Glaubens geschildert. Bestes Beispiel dafür sei der Prophet Jeremia, der seine Zuhörer aufgefordert hatte: „Suchet der Stadt Bestes!“ Noch eindeutiger als die Lutherbibel erscheine dieses Prophetenwort in der katholischen Einheitsübersetzung: „Bemüht euch um das Wohl der Stadt!“ Mohr: „Die Kirchen müssen sich aufgrund ihres Glaubens bei der Gestaltung der Welt einmischen.“ Dabei hätten sie die Politikerinnen und Politiker genauso wie die Bürgerinnen und Bürger an ihre Verantwortung für das Gemeinwesen zu erinnern, ergänzte Dr. Werner.

Den vollständigen Wortlaut des Wahlaufrufs dokumentieren wir im Folgenden:

Wahlaufruf der christlichen Kirchen in Solingen zur Landtagswahl

Am 14. Mai 2017 wird in Nordrhein-Westfalen der Landtag neu gewählt.

Wir rufen die Menschen in Solingen auf, wählen zu gehen.
Warum?
Eine hohe Wahlbeteiligung und damit eine breite politische Meinungsäußerung sind wichtig. Sie stärken den Zusammenhalt der Gesellschaft, die die Auseinandersetzung um den besten Weg braucht. Und sie halten die demokratische Kultur lebendig, die darauf angewiesen ist, dass Menschen sich engagieren und sagen, was sie denken.

Wir bitten Sie, mit Ihrer Stimme die Parteien zu stärken, die für die universale Geltung der Menschenrechte und die freiheitlich demokratische Grundordnung in unserem Land eintreten.
Warum?
Mit dem christlichen Glauben und auch mit dem Grundgesetz sind Haltungen, die Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Religionszugehörigkeit oder ihres sozialen Status diskriminieren, nicht vereinbar. Wir bitten Sie, Fremdenfeindlichkeit, Anti-Islamismus und Stimmungsmache nicht zu unterstützen. Geben Sie Ihre Stimme menschenfreundlichen, toleranten und vernunftgeleiteten politischen Programmen.

Wir hören in unseren Gemeinden, dass Menschen enttäuscht sind über gebrochene Wahlversprechen früherer Jahre. Wir bitten Sie, ihr Gefühl, es ändere sich ja sowieso nie etwas, nicht zu politischem Desinteresse werden zu lassen.
Warum?
Stumme Verbitterung verstärkt die Distanz zwischen Politik und Bevölkerung. Schieben Sie die Verantwortung für eine gute Gesellschaft nicht einfach auf andere. Bleiben Sie dran, informieren und engagieren Sie sich und überlegen Sie, in welchem Rahmen Sie selbst für eine bessere Nachbarschaft eintreten können!

Wir nehmen wahr, dass die Zerrissenheit der Gesellschaft und die Spaltungen zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zunehmen. Wir fordern alle politischen Parteien auf, sich dem zu stellen und konsequenter für Zusammenhalt und Versöhnung einzutreten.
Warum?
In den vergangenen Jahren haben viele gesellschaftliche Kräfte zu wenig erkannt, dass sich Ungerechtigkeiten verfestigten. Auch wir als Kirchen haben zu wenig auf die Lebensgeschichten von Menschen gehört, die in unserem Land praktisch keine Chancen auf Lebenserfolg und Zugehörigkeit haben. Wir haben uns zum Beispiel mit Kinderarmut, Langzeitarbeitslosigkeit und ethnischen Parallelgesellschaften zu leicht abgefunden. Wir warnen aber davor, jetzt die Brüche und Risse im Gesellschaftsgefüge zu benutzen, um die einen gegen die anderen auszuspielen. Dadurch werden die Chancen auf mehr Gerechtigkeit und sozialen Frieden leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Stattdessen geht es darum, ernst zu machen mit Umsteuerung und Veränderung hin zur sozialen Versöhnung.

In der Bibel heißt es: „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zu Gott, denn wenn es ihr wohl geht, so geht´s auch euch wohl!“ (Jeremia 29, 7).
Bitte tun Sie das: Gehen Sie wählen, stimmen Sie ab, stimmen Sie mit!

Für die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Solingen
Superintendentin Dr. Ilka Werner
Stadtdechant Michael Mohr

 

 

04.05.2017



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