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für den 20.07.2019

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3. Solinger Akademietag

Vom Gespräch über Gott in postchristlicher Zeit

Welche Rolle können Kirche und Glaube heute noch spielen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des 3. Solinger Akademietags am Samstag (13.4.2019). Veranstalter waren die Evangelische Kirche in Solingen und die Evangelische Akademie im Rheinland.

Superintendentin Dr. Ilka Werner beim 3. Solinger Akademietag LupeSuperintendentin Dr. Ilka Werner beim 3. Solinger Akademietag

Die Kirche habe anzuerkennen, dass der christliche Glaube in Deutschland keine prägende Bedeutung für die Gesellschaft mehr habe, fordert die Solinger Superintendentin Dr. Ilka Werner. Auf dem 3. Solinger Akademietag mit der Überschrift: „Der ungläubige Menschen - Glaubensfragen in unserer Zeit“ am Samstag, 13. April 2019, in der Evangelischen Stadtkirche Mitte in Solingen erklärte sie: „Wir haben hier eine Gesellschaft, die ohne Gott auszukommen meint. Wir leben in einer postchristlichen Zeit.“ Deutlich werde das zum Beispiel dann, wenn die Tagesthemen den Karfreitag als wichtigen christlichen Feiertag erläutern, weil diese Kenntnis offenbar nicht mehr bei den Zuschauenden vorausgesetzt wird. Das bedeute aber auf der anderen Seite keineswegs, dass Deutschland nun ein unchristliches Land geworden sei, so die Theologin: „Das Christentum bildet aber nicht mehr den Rahmen für unsere Gesellschaft.“ Noch zählten sich zwar etwas mehr als 50 Prozent der Menschen zu einer christlichen Konfession, die Kirchen seien aber mittlerweile gesellschaftliche Player neben anderen und müssten sich mit diesen arrangieren. Werner: „Wir leben in einer Zwischenzeit, in der wir nicht mehr Volkskirche sind, aber noch nicht entschieden ist, was wir danach sein werden.“ Diese Situation sollten die Kirchen auch als Chance verstehen.

Eine besondere Rolle käme heute den „hauptamtlichen Gläubigen“ zu, meinte die Solinger Superintendentin. Sie müssten einer Welt die Botschaft Gottes zu Gehör bringen, die diesen Dienst nicht mehr zu brauchen glaube, und sich neu auf diese Aufgabe einstellen: „Die Wahrnehmung der christlichen Botschaft hängt zunehmend von der Authentizität von Gottes Bodenpersonal ab.“ Supervision und Coaching wie die gegenseitige kollegiale Begleitung würden darum immer wichtiger.

Die Wichtigkeit der persönlichen Glaubwürdigkeit betonte auch die Solinger Schulreferentin und Berufsschulpfarrerin Corinna Maßmann: „Als Lehrerin im Berufskolleg will ich meinen Schülerinnen und Schülern eine klare evangelische Position anbieten. Nur so haben sie die Möglichkeit, sich an mir abzuarbeiten und ihren eigenen Standpunkt zu entwickeln.“

Die Referentinnen und Referenten des 3. Solinger Akademietags: Akademiedirektor Dr. Frank Vogelsang, Schulreferentin Corinna Maßmann, Pfarrer Joachim Römelt (v.l.). Es fehlt Superintendentin Dr. Ilka Werner (zum Öffnen des ganzen Bildes bitte klicken!) LupeDie Referentinnen und Referenten des 3. Solinger Akademietags: Akademiedirektor Dr. Frank Vogelsang, Schulreferentin Corinna Maßmann, Pfarrer Joachim Römelt (v.l.). Es fehlt Superintendentin Dr. Ilka Werner (zum Öffnen des ganzen Bildes bitte klicken!)

Der Direktor der Evangelischen Akademie im Rheinland, Dr. Frank Vogelsang, berichtete von seinen Erfahrungen im Dialog zwischen Theologie und Naturwissenschaft. Der Diplomingenieur und Theologe erinnerte daran, dass der Theologie über Jahrhunderte auch die Aufgabe der Welterklärung zugeschrieben worden war. Darin sei sie längst von der Naturwissenschaft abgelöst worden. Im Zuge dieser Entwicklung werde aber zunehmend auch jegliche Relevanz der Theologie und des christlichen Glaubens infrage gestellt. Angesichts christlicher Positionen, die naturwissenschaftliche Erkenntnisse mit Verweis auf die Bibel zurückweisen, plädierte Vogelsang beim Akademietag dafür, die Bedeutung der Naturwissenschaften ausdrücklich anzuerkennen: „Wir sind nicht diejenigen, die die Welt erklären. Wir sind diejenigen, die Gott bezeugen. Das ist ein Unterschied.“ Aufgabe der christlichen Theologie sei es, den Sinn für jene Aspekte wachzuhalten, die von einer wissenschaftlichen Weltbeschreibung nicht erfasst würden.

Zuvor hatte der Solinger Gemeindepfarrer Joachim Römelt aus seinen Erfahrungen in der Diskussion mit naturwissenschaftlich motivierten Kritikern der christlichen Theologie berichtet. Römelt: „Wir brauchen den Mut, uns aus der Komfortzone unserer Kirchen zu wagen und in das offene Gespräch mit Atheisten zu gehen.“ Die Beschäftigung mit aktuellen naturwissenschaftlichen Erklärungen sei nötig, um bei modernen Menschen nicht den Eindruck zu erwecken, dass das Christentum auf einem vorwissenschaftlichen Standpunkt verharre.

 

16.04.2019



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