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für den 17.08.2019

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2.Mose 10,3

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Gedanken zur Fastenzeit

„Alles ist erlaubt, aber nicht alles nützt!“

"Ist das Fasten nicht eher ein katholischer Brauch?", mag sich mancher denken.  Warum sich Fasten auch für evangelische Christinnen und Christen lohnen kann, beschreibt Superintendentin Dr. Ilka Werner in ihren Gedanken zur Fastenzeit.

„Alles ist erlaubt, aber nicht alles nützt!“
                                                             (1. Korinterbrief 6, 12)

 

Gedanken zur Fastenzeit

von Superintendentin Dr. Ilka Werner

Noch zehn Tage und die diesjährige Karnevalssession hat mit Rosenmontag ihren Höhepunkt erreicht. Am Aschermittwoch ist dann alles vorbei. Ab dann wird gefastet! Bis Ostern wird es dann auch wieder die Aktion „Sieben Wochen ohne...“ geben und viele Menschen verzichten auf etwas, was sie sonst gern tun oder konsumieren. Seit vielen Jahren ist auch in der evangelischen Kirche dieser Fastenbrauch in die Passionszeit zurückgekehrt. Dabei hat die Reformation einmal – in der Stadt Zürich – damit begonnen, dass mitten in der fleischlosen Fastenzeit Wurst gegessen wurde, zum Zeichen, dass der Mensch sich Gottes Zuwendung und Gnade nicht verdienen muss, nicht mit guten Werken und nicht mit Verzicht auf das, was Spaß macht.

Warum wird dann wieder gefastet? Müssen wir Gott nun doch wieder mit unserer Frömmigkeit beeindrucken? Sollen wir nun doch wieder lauter Verbote beachten, um uns einen Platz im Himmel zu verdienen? Nein, das moderne Fasten funktioniert anders. Es soll nicht Gott zeigen, wie gut wir sind. Es soll uns selbst gut tun. Es soll uns selbst gut tun, indem es uns hilft, uns zu konzentrieren. Wer auf etwas verzichtet – etwa, so wie ich, auf Alkohol und Fleisch und Süßigkeiten – muss sich konzentrieren, um nicht automatisch wie sonst nach den Keksen auf dem Tisch zu greifen oder im Restaurant einen Grillteller und Wein zu bestellen. Und wer sich konzentriert, wird aufmerksam. Auf sich selbst, auf die guten und schlechten Gewohnheiten, auf das, was wichtig ist. Wer sich konzentriert, gewinnt Freiräume, Spielräume für Veränderungen, dafür, etwas Gewohntes anders zu machen, dafür, etwas Neues anzufangen. Und wer sich konzentriert, wird anspruchsvoll, gibt sich nicht mehr mit dem Einerlei des Alltags zufrieden, sucht nach Sinn, nach Bedeutungen. So kann Fasten uns gut tun, und dann vielleicht auch offen machen für Gott.

Es geht also nicht darum, dass wir fasten sollen oder gar müssen. Wir können es, wenn wir möchten. Es ist eine Chance. Mehr nicht, aber auch nicht weniger.

In der Bibel, im ersten Korintherbrief des Paulus, heißt es: „Alles ist erlaubt – aber nicht alles nützt. Alles ist erlaubt – aber nicht alles baut auf.“ (1. Korintherbrief 6, 12) Alles ist erlaubt, das wird zweimal betont, daran wird nicht gerüttelt, das steht fest. Verboten ist nichts. Niemand muss müssen. Aber als Orientierung für unser Handeln sollen wir fragen: Was nützt? Was baut auf? Und: Was schadet? Was zerstört? Hier zu unterscheiden, für sich selbst, für die Familie und den Freundeskreis, für die Firma oder die Schulklasse – dazu kann es helfen, für sieben Wochen auf etwas zu verzichten: auf Süßigkeiten oder Fastfood, aufs Fernsehen oder aufs Autofahren, aufs Zuviel-reden oder auf Notlügen ... oder... oder... . Kann sein, dass wir in der Konzentration klarer zu unterscheiden lernen, was nützt und was aufbaut.

Probieren Sie es aus,
rät Ihnen Ihre

Ilka Werner

 

20.02.2019



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