Losung

für den 13.06.2021

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Ute Walter-Funke wird am Sonntag in Merscheid ordiniert

Als Prädikantin oder Prädikant ehrenamtlich predigen

Sie sind ehrenamtlich auf der Kanzel im Einsatz: Prädikantinnen und Prädikanten. Dazu werden sie sorgfältig ausgebildet und schließlich ordiniert – um dann Gottesdienste leiten und Beerdigungen, Taufen und Trauungen feiern zu können.

Wird am 30. Mai als Prädikantin ordiniert: Ute Walter-Funke. LupeWird am 30. Mai als Prädikantin ordiniert: Ute Walter-Funke.

Wenn Ute Walter-Funke zuhause am Schreibtisch sitzt und einen Gottesdienst vorbereitet, dann hat sie die Menschen in der Gemeinde vor Augen. Dann denkt sie an Männer und Frauen, die am Sonntag in den Kirchenreihen Platz nehmen – zumindest wenn nicht gerade Corona die Regeln vorgibt. „Und dann stelle ich mir vor, wie ich ihnen von der großen, bedingungslosen Liebe Gottes erzähle“, sagt Ute Walter-Funke. Sie wolle weitersagen, was sie selber glaube und wünsche sich, dass Menschen die Spuren Gottes in ihrem Leben erkennen, die sie vielleicht vorher übersehen haben. Genau dafür ist sie angetreten, als sie die Ausbildung zur Prädikantin begann – gemeinsam mit 13 anderen Anwärterinnen und Anwärtern aus der ganzen Evangelischen Kirche im Rheinland. Am kommenden Sonntag wird sie durch Superintendentin Dr. Ilka Werner in Merscheid ordiniert, also mit einem Gottesdienst in ihr ehrenamtliches Predigtamt eingeführt.

Vor zweieinhalb Jahren klopfte das Presbyterium bei der Merscheider Jugendleiterin an und fragte, ob sie sich nicht vorstellen könne, ehrenamtlich Gottesdienste zu halten – und sich dafür entsprechend ausbilden zu lassen. Die Evangelische Kirche im Rheinland hat dafür das Amt der Prädikantinnen und Prädikanten geschaffen. Ute Walter-Funke war die Andacht und die Verkündigung längst vertraut aus ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. „Mir gefiel der Gedanke, künftig auch andere Generationen zu erreichen“, sagt sie. Also schlug die Gemeinde sie bei der Landeskirche für die besondere Aufgabe vor – mit Erfolg. Ihr Gemeindepfarrer Dirk Stark wurde zum Mentor, Superintendentin Dr. Werner sagte ihre Unterstützung zu und Ute-Walter Funke startete mit der Ausbildung.

Insgesamt sind im Rheinland rund 650 Prädikantinnen und Prädikanten im Einsatz – sie werden ausgebildet und ordiniert. Allein in den zehn Solinger Gemeinden gibt es aktuell 16, drei weitere sind – wie Ute Walter-Funke – in der Ausbildung bzw. noch nicht ordiniert. „Sie sind eine tolle Bereicherung für die kirchliche Verkündigung und Gottesdienstlandschaft“, sagt Dr. Ilka Werner, Superintendentin im Kirchenkreis Solingen. „Sie haben je für sich, aber auch im Unterschied zu Berufstheologinnen und -theologen eine eigene Stimme und Art. Aus ihrem persönlichen und beruflichen Leben bringen sie Kontexte der biblischen Botschaft ein, die sonst auf der Kanzel fehlen würden.“ Außerdem werde an ihnen auch das evangelische Amtsverständnis deutlich: Dazu begabte und ausgebildete Laien werden genauso ordiniert wie hauptamtliche Pfarrerinnen und Pfarrer oder ehrenamtliche Pastorinnen und Pastoren nach einem vollen Theologiestudium mit anschließendem Vikariat.

„Ich habe viel gelernt in den vergangenen Jahren“, sagt Ute Walter-Funke, „das war sehr bereichernd.“ Die Begegnung mit anderen Anwärtern, das Mentorat ihres Gemeindepfarrers, die Unterstützung der Superintendentin und der neue Blick auf Gottesdienst und Kasualien: „Ich bin reichlich beschenkt worden“, sagt sie. Und das will sie weitergeben – authentisch. Sie wolle eine Brücke schlagen von biblischen Geschichten und Worten zu der Lebenswirklichkeit der Menschen heute.

Daran ist vielen Prädikanten im Rheinland gelegen – sowohl den frisch Ordinierten als auch denen mit viel Erfahrung. Dr. Udo Genscher aus Rupelrath ist bereits 2002 als Prädikant ordiniert worden. „Ich lese viel, schmökere in Kommentaren und theologischer Literatur“, sagt er, „und dann ist es mir wichtig, in der Predigt alltagsnah und lebendig den Dreh zu kriegen.“ Auch Dr. Udo Genscher ist das Thema Glaube und Verkündigung seit seiner Jugend vertraut. Es sei schön, sich im Gottesdienst gemeinsam auf den Weg zu machen. Er erlebe die Gemeinde als offen und großherzig, die Aufregung vor seinen Gottesdiensten halte sich also in Grenzen. „Ich freue mich immer sehr auf diese Aufgabe“, sagt er und erinnert sich dann an Gottesdienste, die während der Kirchensanierung im Gemeindehaus gefeiert wurden. „Plötzlich waren wir viel näher beieinander und sind auch mal in den Dialog getreten“, erzählt er.

Währenddessen befindet sich Iris Borlinghaus-Neumann aus der Gemeinde in Dorp noch in der Ausbildung: Der Abschlusskurs soll im Herbst stattfinden, danach die Ordination. „Ich habe so vieles neu entdeckt“, erzählt sie, „und ich habe begonnen, vieles neu zu hinterfragen.“ Wie wird ein Segen gesprochen? Wie sollte eine Predigt aufgebaut werden? Wie wirkt Sprache im Gottesdienst? „Man beginnt vieles, was einem sehr vertraut ist, neu zu bedenken“, erzählt sie. Und aus jedem Gottesdienste, den sie halte, nehme sie selbst viel für sich mit – das wünscht sie sich auch für die Gemeinde. „Ich möchte den Menschen Hoffnung weitergeben und sie niemals niedermachen“, sagt sie. Selbst jene biblischen Geschichten, die auf den ersten Blick erstmal heikel und wenig trostversprechend wirken würden, sei oft ein Hoffnungsschimmer abzugewinnen. „Den möchte ich herausarbeiten, um ihn im Gottesdienst weiterzugeben“, sagt sie. Und das kann auch im Ehrenamt gelingen.

INFO

Der Gottesdienst zur Ordination von Ute Walter-Funke beginnt am Sonntag, 30. Mai 2021, um 11 Uhr auf der Wiese neben der Merscheider Kirche, Hofstr. 10.
Für gewöhnlich dauert die Ausbildung von Prädikantinnen und Prädikanten rund zwei Jahre – für die Kurse zeichnet der entsprechende Fachbereich der Landeskirche mit Landespfarrerin Bärbel Krah verantwortlich. Es gibt vier verbindliche Wochenkurse: einen zur Einführung, einen Zwischenkurs, einen Pflichtkurs zur Seelsorge und einen Abschlusskurs. Daneben findet die praktische Ausbildung mit Mentorat in den Gemeinden statt - mit mindestens zehn eigenen Gottesdiensten sowie einem Gottesdienst zu Taufe, Trauung oder Beisetzung. Außerdem findet eine Gottesdienstvisitation mit Mentoratsgespräch und Coaching statt. Am Ende der Vorbereitung stehen Ordinationstagung und Ordination.

 

27.05.2021



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