Losung

für den 09.04.2020

Lasst uns gehen, den HERRN anzuflehen und zu suchen den HERRN Zebaoth; wir wollen mit euch gehen.

Sacharja 8,21

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Gedanken von Superintendentin Dr. Werner angesichts der Corona-Krise

„Kraft, Liebe und Besonnenheit“

Viele Mitarbeitende des Evangelischen Verwaltungsamtes arbeiten mittlerweile im Home-Office. Für die übrigen fand die monatliche Andacht unter freiem Himmel statt. Die Worte von Superintendentin Dr. Werner können Sie hier nachlesen.

Abstand halten: Verwaltungsmitarbeitende und Superintendentin Dr. Werner bei der Andacht im Freien. LupeAbstand halten: Verwaltungsmitarbeitende und Superintendentin Dr. Werner bei der Andacht im Freien.

Liebe Schwestern und Brüder,

jetzt können wir ihn gut brauchen, den Geist, von dem es heißt, dass Gott ihn uns gegeben hat, den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

Jetzt können wir das gut brauchen, Kraft, Liebe und Besonnenheit. Jetzt, in dieser merkwürdig bedrohlichen und doch unwirklichen Situation, in diesen Tagen, in denen das öffentliche Leben fast ganz zum Stillstand kommt und auch unser privates Leben ganz ordentlich eingeschränkt und durcheinandergewirbelt ist. Sind Sie auch in einer seltsam verwirrten Stimmung?

Ich fühle mich einigermaßen verunsichert – einerseits ist endlich Frühling und der Dauerregen hat aufgehört, ich will raus, spazieren, laufen, in Cafés sitzen. Andererseits ist da die unsichtbare Bedrohung durch das Virus, die wir nicht fühlen können und auf die wir darum kopfgesteuert reagieren müssen: Veranstaltungen absagen, Orte meiden, wo viele Leute sind, zu Hause bleiben.

Und niemand kann sagen, wie lange. Zehn, zwölf Tage, so heißt es, dann wissen wir, ob die Maßnahmen greifen. Aber selbst wenn, wissen wir noch nicht, wann wir sie wieder lockern können. Richten wir uns also ein, in dem veränderten Alltag, für eine längere Weile.

Mit Besonnenheit – vielleicht ohne Hamsterkäufe, aber mit etwas mehr Vorratshaltung; ohne Angst, aber mit sorgfältiger Vorsicht; ohne Bitterkeit wegen der absagten Party, und dafür mit Ideen, wie wir anders in Verbindung bleiben können. Mit einer Besonnenheit, die auch jetzt nicht alle anderen Probleme in unserem Land aus dem Blick verliert.

Und mit Liebe – und uns fragen, wer jetzt vielleicht was braucht an Nachfrage und Aufmerksamkeit und Interesse und ganz konkreter Hilfe. Und eben nicht nur im Stillen uns fragen, sondern anrufen und die Menschen fragen, die uns da einfallen. Und gemeinsam organisieren, was nötig ist und was Not wendet, in der Gemeinde, in der Nachbarschaft, in der Familie. Sei es Kinderbetreuung oder ein Einkaufsdienst oder einfach ein Schwatz von Fenster zu Fenster. Mit einer Liebe, die auch jetzt nicht die Not der Flüchtlinge auf den griechischen Inseln und sonstwo vergisst.

Und mit Kraft. Durchhaltekraft zuerst, nicht die Nerven verlieren jetzt, sich anpassen können und es aushalten, dass manches vermeintlich Wichtige jetzt nicht stattfinden kann. Eine Kraft spüren, die wir so vielleicht nicht mehr kennen, die Kraft, die in der Schwäche mächtig ist und in der Ohnmacht, die es vermag, jetzt nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich zu entschleunigen und innezuhalten. Eine Kraft, die der Versuchung wiedersteht, jetzt in operative Krisenbewältigungshektik auszubrechen, und die stattdessen die Situation annimmt und sich der eintretenden Ruhe überlässt, - ohne fahrlässig zu werden natürlich, aber auch nach der Möglichkeit fragend, die sich jetzt eröffnet, einer Möglichkeit des anders Seins, anders Handelns, anders Denkens, anders Glaubens. Mit einer Kraft, die sich auch jetzt nicht einfach in der Selbstsorge erschöpft.

Alles das, aber nicht Furcht. Im Timotheusbrief heißt es: „Gott hat nicht gegeben den Geist der Frucht, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“

Wir haben diesen Geist schon bekommen. Wir können darauf vertrauen, dass uns jetzt die Kraft, die Liebe und die Besonnenheit gegeben sind, die wir brauchen, um durch diese Tage zu kommen. Verlassen wir uns darauf! Und vergewissern wir uns dessen gegenseitig immer wieder!

Amen.

 

18.03.2020



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