Losung

für den 27.09.2021

Ehe ich gedemütigt wurde, irrte ich; nun aber halte ich dein Wort.

Psalm 119,67

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Morgenandacht auf der Herbstsynode

„Kirche müsste öfter zwischen den Stühlen sitzen“

Zwei Stühle stellte Superintendentin Dr. Werner in den Mittelpunkt ihrer Andacht zum zweiten Synodentag: leicht, klappbar, pinkfarben. Mit den Synodalen dachte sie darüber nach, was die Bibel vom Sitzen weiß und was die Kirche von den Stühlen lernen kann.

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Morgenandacht zu Beginn des zweiten Tages der  Herbstsynode 2020 am 14.11.20

Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und der Heiligen Geistkraft.

Mit zwei Versen, aus dem Ersten Buch Mose und aus dem Lukasevangelium, möchte ich diese Andacht beginnen:
„Lasst euch nieder unter dem Baum. Und ich will euch einen Bissen Brot bringen, dass ihr euer Herz labet; danach mögt ihr weiterziehen!“ (Gen 18, 4b+5a)
„Und es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes! (LK 13,29)

Es geht ums Ankommen, ums Sich-Setzen. Ums Sitzen am Tisch und einen Bissen Brot, einen Schluck Wein. Und im ersten Vers auch ums Weiterziehen.

Ich greife das Sitzen heraus. Denn in diesen beiden Versen geschieht im Sitzen Kirche. Und wie Kirche geschieht, das möchte ich verstehen. Ich habe darum zwei pinkfarbene Klappstühle angeschafft. In der Bibel kommen solche Stühle nicht vor. Menschen sitzen auf der Erde, auf niedrigen Bänken, oder auf Thronen. Mit den Thronen haben die Kirchen lange paktiert und noch länger geliebäugelt. Mit den Bänken haben sie die Gemeinde orientiert – nach Osten ausgerichtet, zum Altar. Auf der Erde sitzen sie nicht gern, die Kirchen, alt, wie sie sind, kommen sie auch kaum wieder hoch.

Jetzt also Stühle. Zwei davon. Zwei können nebeneinandersitzen, oder einander gegenüber, können sich unterhalten. Oder einfach schweigen. Zwei Stühle zeigen: es gibt mehr als eine Perspektive. Und welche die richtige ist, ist nicht ausgemacht. Wenn eine mal jemanden zu Gast haben will, braucht es auch zwei Stühle. Einen Tisch nicht unbedingt, man kann die Tasse auf ein Mäuerchen oder die Flasche auf den Boden stellen. Aber zwei Stühle braucht es, damit nicht einer höher sitzt als die andere.

Wenn ein Stuhl frei ist, lädt das ein, Platz zu nehmen. Sich zu setzen, zu Verweilen. Auch das ist wichtig für Kirche: dass Menschen bei ihr verweilen. Denn ihre Botschaft braucht ein bisschen Zeit. Und Nebensätze. Denn ihr ist es wichtig, beim Einzelnen zu bleiben. Ein Stuhl könnte doch wieder zum Thron werden, zwei nicht. Zwei Stühle braucht es auch, um zwischen den Stühlen zu sitzen. Das passiert einer leicht in der Kirche, und es müsste der ganzen Kirche öfter passieren.

Stühle sind für die Kirche gerade recht. Klappstühle. Nicht so sehr gemütlich, aber stabil genug. Leicht zu verrücken, das ist wichtig. So einen Stuhl kann ich leicht zusammenklappen und woanders wieder aufstellen. Wo ich gebraucht werde. Wo ich mal verweilen sollte und Zeit haben für die Leute, die da sind.

Jesu Bergpredigt beginnt so: Er sah das Volk, ging auf einen Berg und setzte sich. Dann erst fing er an zu reden. Könnten wir nicht so seine Nachfolgerinnen und Nachfolger sein: Wo wir sehen, dass die Menschen sind, da steigen wir auf einen Dürpel und setzen uns. Auf einen leichten Klappstuhl. Und fangen dann an zu erzählen, von dem, was Jesus auf den Bergen in Israel gesagt hat. Oder wir hören erst mal zu, was die Leute erzählen. So oder so: In solchem Sitzen geschieht Kirche.

Gebet

Guter Gott,
wir sind als Kirche etwas steif vom langen Sitzen.
Wir bitten dich darum: Mach uns Beine!
Lass uns aufbrechen und etwas wagen.
Lass uns hinter deiner Wolken- oder Feuersäule herziehen und auch die Wüste aushalten.

Und wir bitten dich um dein Geleit und deinen Segen.
Denn es hat ja Gründe, dass wir schwere Beine haben,
dass wir alt und auch verletzt sind.
Heile du uns, dass wir wieder jung werden und auffahren wie Adler.
Heile du uns von Angst und Verzagtheit, gerade jetzt, in der Corona-Zeit.
Heile du uns, so werden wir heil, hilf du uns, so ist uns geholfen.

Und für heute bitten wir:
Segne unser Zusammensein,
lass uns aufeinander Acht haben,
auch und gerade im digitalen Raum,
schick uns miteinander auf deine neuen Wege.

Amen.

 

15.11.2020



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