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für den 07.12.2019

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Gedanken von Pfarrer Volker Onasch zum Buß- und Bettag 2015

Begegnung statt Begrenzung

Im Schatten der seit den Pariser Anschlägen gegenwärtigen Terrorgefahr und des Ringens um die angemessene Reaktion der Welt stand in diesem Jahr der Buß- und Bettag. Gedanken über Unsicherheit zwischen Krieg und Frieden von Pfarrer Volker Onasch.

<strong>"Diese Welt ist eine": Pfarrer Volker Onasch.</strong> "Diese Welt ist eine": Pfarrer Volker Onasch.

"Umkehr zum Leben" meditiert die Evangelische Kirchengemeinde Wald am Buß- und Bettag über Kerzenschein und der Predigt von Superintendentin Dr. Ilka Werner. Dabei geht es jetzt primär darum zu retten. Aber auch zu vergegenwärtigen: „Diese Welt ist eine.“ Die globalen Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge (z.B. Rüstungsexporte und Kriegsmentalität) und die gottgewollte Menschen-Gemeinschaft sind im Auge zu behalten.

„Diese Welt ist eine“, diese Menschheit ist eine – die Flüchtlingsfrau, die gestern in Solingen angekommen ist, die Walder Bürgerin, die ihre Kleidungsstücke, an denen sie noch hängt, für die armen hier Angekommenen spendet, der arabischstämmige Terrorist aus den Banlieues und sein Pariser Großstadtbürgeropfer, Jona, der Prophetenprotagonist von vor über 2000 Jahren, und die büßenden betenden Angehörigen der Gottesdienstgemeinde.

Sie können – angstbesetzt – die Grenzen zwischen einander festklopfen und dem Anderen aus ihren jeweiligen Rollen heraus ein Stück eigene Besessenheit antun oder sie können ihr Eins-Sein in der Gemeinschaft entdecken: „Erfahrungen der Grenze zwischen Leben und Tod, zwischen Sein und Nichts“; Momente, sich in der Bedrohung und Angst „schon aufgehoben“ zu erleben; die Sehnsucht nach der „Gewissheit von Gehaltensein“ (Zitate aus der Walder Buß- und Bettag-Predigt von Superintendentin Dr. Ilka Werner). Wird die – durchaus auch projektive – Angst vor dem Fremden überwunden in lebendiger Kommunikationserfahrung, weicht die Begrenzung der Begegnung, dann beginnt der Horizont erweiternde, tief in die eigenen Seelen führende Prozess gemeinsamen menschlichen Lebens.

Sich darauf einzulassen gelingt um so besser, je sicherer sich die Menschen fühlen, die da einander und auch sich selbst begegnen. Ein Großteil der Katastrophe der World-Trade-Center-Zerstörung vom 11. September 2001 war die fundamentale Verunsicherung amerikanischer Bürger nach diesem ersten Angriff von außen auf amerikanischem Boden. Die selbstverständlich gegebene und funktionierende Sicherheit amerikanischer Zivilisation stand mehr als infrage. Contraphobisch folgten „Afghanistan“, der Irak-Krieg und andere Maßnahmen gegen „die Achse des Bösen“. Seit „Paris“ kommt die alltagsverunsichernde Angst vor dem Terror aus der Mitte Europas. Welche zivilisations- und kulturzerstörenden Folgen diese alltägliche fundamentale Verunsicherung auf menschliches Zusammenleben und –wirken hat, zeigen uns seit Jahrzehnten Israel und der Nahe Osten.
Nicht zufällig kam die Willkommens- und durchaus auch Friedenskultur in diesem Jahr aus Deutschland, dem reichsten und einem der sichersten Länder Europas. Der Nachkriegsgeneration wenigstens im Westen dieses unseres Landes war ein wohlständiges, von Ehrfurcht vor dem Leben beseeltes Leben in die Wiegen gelegt. Wenn wir es schaffen, unsere Werte von Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden, Ehrfurcht vor dem Leben und Bewahrung der Schöpfung konsequent zu verteidigen, dann können wir – jenseits von Angst – weiterhin „Willkommen zum Leben“ praktizieren und – gegen die üblen Schatten der Vergangenheit – gilt nicht mehr "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland", sondern das Leben.

 

19.11.2015



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