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für den 20.10.2020

Freu dich, wenn du einen Glückstag hast. Und wenn du einen Unglückstag hast, dann denke daran: Gott schickt dir beide, und du weißt nicht, was als Nächstes kommt.

Prediger 7,14

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Drei Fragen an Schulreferentin Corinna Maßmann

„Der Religionsunterricht befähigt zu einem toleranten Handeln in einer pluralen Gesellschaft"

Am 28. August beginnt wieder die Schule. Auch für Corinna Maßmann, Schulreferentin, Bezirksbeauftragte für den Religionsunterricht an Berufsschulen und Pfarrerin am Technischen Berufskolleg. Vorher nimmt sie sich aber noch Zeit für unsere drei Fragen.

Frau Maßmann, Sie sind die Schulreferentin des Evangelischen Kirchenkreises Solingen. Was haben Sie da eigentlich zu tun?

Einiges. An über 40 Schulen in Solingen wird evangelischer Religionsunterricht erteilt. Reli gut zu unterrichten fordert uns als Lehrende besonders heraus, weil es um entscheidende Lebens- und Glaubensfragen geht, um uns selbst als Menschen, um Gottes Zuwendung zu uns, um ein respektvolles Miteinander und um die relevanten Fragen des guten Handelns in einer komplexen Welt mit all Ihren Herausforderungen.

Als Schulreferentin berate ich die Unterrichtenden, die Schulleitungen, Schüler*innen und Eltern zu allen Fragen des Religionsunterrichts, das können religionspädagogische, rechtliche oder auch seelsorgliche Anliegen sein.

Ich bin zuständig für die Fort- und Weiterbildung der evangelischen Religionslehrer*innen. Halbjährlich wird ein entsprechendes Fortbildungsprogramm veröffentlicht. In unserer Mediothek können wir alle pädagogisch Tätigen mit vielseitigen religionspädagogischen Unterrichtsmaterialien versorgen und entsprechend beraten.

Zudem versuche ich, Projekte anzustoßen oder zu unterstützen, die Schule und Kirche näher aneinanderrücken. Ganz aktuell planen wir Orientierungs- und Reflexionstage für Schüler*innen, um die Lebens- und Glaubensfragen unserer Schüler*innen ernst zu nehmen, sie zu einer intensiven theologischen Auseinandersetzung zu motivieren und sie im Geist der Freiheit, der Liebe und der Zuversicht zu begleiten.


Die Zahl der Mitglieder geht in beiden großen Kirchen zurück. Ist das auch bei der Teilnahme am Religionsunterricht spürbar?

Ich bin erst seit einem Jahr im Amt und bin noch leider längst nicht an allen Solinger Schulen gewesen. Aber in meiner Wahrnehmung ist das an den Schulen sehr unterschiedlich.

Nach wie vor wird der Religionsunterricht oft gut angenommen. Übrigens sind alle eingeladen, auch wenn sie formal nicht evangelisch sind. So bietet der Unterricht in konfessioneller Eindeutigkeit aber ökumenischer Offenheit eine Möglichkeit für die evangelischen Schüler*innen, sich mit der eigenen Konfession reflektiert auseinanderzusetzen, und lädt auch die anderen Kinder ein, sich mit Lebens- und Glaubensfragen zu beschäftigen. Von vielen Schüler*innen wird der Unterricht gerne besucht und auch als große Bereicherung erlebt. An einigen Schulen haben sich das Zahlenverhältnis von christlichen und muslimischen Schüler*innen stark verändert und so ist es sehr erfreulich, dass an manchen Schulen in Solingen auch islamischer Religionsunterricht erteilt wird.

Es kommen bereits Anfragen aus Solinger Schulen, wie man auch im gottesdienstlichen Leben auf die deutlich multireligiöser werdende Schülerklientel eingehen kann. Daher gib es am 18. September einen Nachmittag im Schulreferat, an dem wir uns mit multireligiösen Schulfeiern thematisch auseinandersetzen und nach gangbaren Wegen für die Schulgemeinschaft suchen.


Warum findet der Religionsunterricht eigentlich in der Schule statt und nicht in der Kirche, wie es manche fordern?

Zunächst einmal ist der konfessionelle Religionsunterricht im Grundgesetz verankert und ordentliches Lehrfach nach Art. 7.3 GG. Die Schüler*innen haben demnach einen Anspruch auf Religionsunterricht in der Schule. Die Schüler*innen haben natürlich auch das Recht, sich vom Religionsunterricht abzumelden. Das garantiert ebenfalls das GG in Artikel 4.

Der Religionsunterrichtet bietet im öffentlichen Raum und unter staatlicher Aufsicht einen wichtigen Ort, sich reflektiert und wissenschaftlich fundiert mit Lebens- und Glaubensfragen auseinanderzusetzen. Er liefert so einen ganz wichtigen Beitrag zur eigenen Biographiearbeit, befähigt zum interreligiösen Dialog und zum toleranten und verantwortungsvollen Handeln in einer pluralen Gesellschaft. Religionsunterricht hat dabei keinen missionierenden Charakter.

Wir sehen gerade in laizistischen Staaten, dass das Verdrängen von Religion aus dem öffentlichen Raum in die reine Privatsache zu großen Problemen führt. Ich finde, wir brauchen ganz dringend auch weiter im öffentlichen Raum die reflektierte Diskussion gerade zu Fragen der Religion. Und da ist Schule ein wichtiger Ort!

 

14.08.2019



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