Losung

für den 14.12.2019

HERR, du hast mich heraufgeholt aus dem Totenreich, zum Leben mich zurückgerufen von denen, die hinab zur Grube fuhren.

Psalm 30,4

Gottesdienste

Suchen Sie einen Gottesdienst in Ihrer Nähe? Hier finden Sie Termine, Orte und Zeiten.

mehr
Newsletter

Sie möchten regelmäßig mit Informationen und Meinungen aus der Evangelischen Kirche in Solingen versorgt werden? Hier können Sie unseren 14-tägigen Newsletter abonnieren.

mehr
Kontakt

Möchten Sie wissen, zu welcher Gemeinde Sie gehören? Wer als Pfarrerin oder Pfarrer für Sie zuständig ist? Dann schicken Sie uns doch einfach eine Nachricht.

mehr
Diakonie
Diakonie

Konkrete Beratung, praktische Hilfe und menschliche Zuwendung - mit diesem Angebot setzt sich das Diakonische Werk des Kirchenkreises für die Menschen der Stadt Solingen ein.

mehr
Gemeinden
Gemeinden mehr
Service

Drei Fragen an … Klaus Hoffmann, kurz vor dem Ruhestand nach über 30 Jahren als Pfarrer in Dorp

„Der ungeheure Aktionsdruck macht mir Sorge“

Klaus Hoffmann wurde 1988 als Pfarrer in Dorp eingeführt und wirkte über 30 Jahre lang besonders an seinem Gemeindezentrum „Arche“. Bevor er am 12. Mai in den Ruhestand verabschiedet wird, hat er sich noch etwas Zeit genommen für unsere drei Fragen.

Pfarrer Klaus Hoffmann Pfarrer Klaus Hoffmann

Herr Hoffmann, was sind Ihre schönsten Erinnerungen aus mehr als 30 Jahren Pfarramt in der Dorper Gemeinde?
Ich erinnere mich gerne an einen Heiligabendgottesdienst mit der achtjährigen Anna vor einigen Jahren. Im Krippenspiel sollte sie einen Engel darstellen. In ihrem Text stand, dass der Engel am Schluss die ganze Welt zu Jesu Geburtstag einladen sollte. Mit welcher Leidenschaft und Begeisterung Anna daraus eine lebendige und zu Herzen gehende Einladung an uns als Gemeinde gemacht hat, werde ich nie vergessen. Da ist sie für viele wirklich zu einem Engel geworden, der das Weihnachtsfest für uns eröffnet hat.
Eine andere Episode war die Umgestaltung eines ehemaligen Parkplatzes an der Arche 1995 zum Spielgelände für unsere neue Kita. Wir hatten uns an einem Samstagmorgen mit ein paar Kita-Vätern getroffen, um alle Pflastersteine mit der Hand aufzunehmen und mit einem Anhänger zu einem Lagerplatz zu bringen. Als wir die erste Fuhre fertig hatten, bekamen wir mit einem Mal eine Ahnung davon, wieviel Gewicht wir da zu transportieren hatten, bis der Platz vollständig freigeräumt wäre. Ich kam mir mit einem Mal ziemlich hilflos vor. Aber dann ließen einige der Väter unkompliziert ihre beruflichen Kontakte spielen. Nach drei Telefonaten bekamen wir kurzerhand einen Radlader und einen 40-Tonnen-LKW. Und am Abend war der Platz leergeräumt und alle Pflastersteine an ihrem neuen Lagerort. Erst hinterher haben wir ausgerechnet, dass es 90 Tonnen Steine waren, die wir bewegen mussten. Für mich war es damals eine tolle Erfahrung, dass die Väter so mitgezogen haben.

Wenn Sie Ihren Start im Jahr 1988 und Ihr letztes Amtsjahr 2018/2019 vergleichen, wo sehen Sie die größten Veränderungen zwischen damals und heute?
Die Gesellschaft hat sich sehr verändert und mit ihr die Einstellung vieler Menschen: Früher fühlten sie sich ganz stark mit dem Ort, an dem sie lebten, und auch mit ihrer Gemeinde verbunden. Sie haben sich als selbstverständlichen Teil der Gemeinde empfunden und zu ihr beigetragen. Heute fragen viele aus einer größeren Distanz, was wir ihnen anbieten können und ob das für sie attraktiv erscheint. Das setzt uns unter einen ungeheuren Aktionsdruck. Und ich frage mich mit Sorge, ob wir da mithalten können - zumal wenn uns in der Zukunft immer weniger Mittel zur Verfügung stehen werden.

Was wünschen Sie Ihren verbleibenden PfarrkollegInnen Raphaela Demski-Galla und Jo Römelt und der Dorper Gemeinde für die Zukunft?
Ich wünsche meinen KollegInnen, das sie bei allen drängenden Anforderungen des Tagesgeschäfts den nötigen Freiraum finden können, um selber spirituell aufzutanken und sich auch mal zweckfrei mit theologischen Fragen zu beschäftigen. Unserem Presbyterium wünsche ich, dass es gelingt, ehrenamtliches Engagement in Dorp weiter zu stärken und gleichzeitig den offenen Blick dafür zu bewahren, was es alles an guter hauptamtlicher Arbeit wertzuschätzen gilt.

 

06.05.2019



© 2019, Evangelische Kirche in Solingen
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung