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für den 19.09.2021

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4. Solinger Kippa-Tag

Die jüdische Kippa als Hinweis auf Gottes Bewahrung

Zum 4. Solinger Kippa-Tag hatte Oberbürgermeister Tim Kurzbach vor das Rathaus eingeladen. Für Superintendentin Dr. Werner ist die Kippa gerade in diesem Sommer ein Hinweis darauf, dass Gott seine Welt nicht im Stich lässt.

Lupe

Ein jüdischer Mann, der eine Kippa trägt, erinnere seine Mitmenschen daran, „dass da noch einer über uns ist, der die Erde und den Himmel gemacht hat und beides bis auf den heutigen Tag bewahrt“, erklärte Superintendentin Dr. Ilka Werner beim 4. Solinger Kippa-Tag am 24. August 2021. Ein Rabbiner habe sie vor Jahren bereits darauf aufmerksam gemacht. 

Als Christin lasse sie sich gerne daran erinnern, dass durch Jesus Christus die Kirche auch Teil dieser Schöpfungs- und Bewahrungsgeschichte geworden ist. Auch darum sei ihr, neben dem Zusammenhalt gegen jede Form des Antisemitismus, der Kippa-Tag wichtig. Angesichts der zahlreichen Herausforderungen dieses Sommers könnten vielleicht sogar Menschen, die den jüdisch-christlichen Glauben an Gott nicht teilen, durch eine Kippa mit der Hoffnung angesteckt werden, „dass es irgendwie doch eine Bewahrung gibt, die über unsere Kräfte hinaus reicht“.

Obwohl die Kundgebung vor dem Solinger Rathaus bereits zum vierten Mal stattfand, machte der gewalttätige Angriff von Jugendlichen auf einen 18-jährigen Kippa-Träger in Köln vier Tage zuvor deutlich, dass die Solidarität mit Menschen jüdischen Glaubens in den letzten Jahren eher noch wichtiger geworden ist. In einer sehr emotionalen Rede hatte zu Beginn Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach die Solingerinnen und Solinger dazu aufgerufen, sich noch beherzter an die Seite von Jüdinnen und Juden zu stellen: „Unser Gedenken reicht nicht, wenn es zu einem Ritual wird.“ Er rief dazu auf bis zum höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur in drei Wochen mindestens ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen.

Für den Vorsitzenden der Jüdischen Kultusgemeinde Bergisch Land Leonid Goldberg ist der jährliche Solinger Kippa-Tag ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Er verwies in seiner Rede darauf, dass im ersten Halbjahr 2021 allein in NRW bereits 200 antisemitisch motivierte Straftaten registriert werden mussten.

Auch der Vorsitzende des Freundeskreises Solingen-Ness Ziona Bernd Krebs rief die Solingerinnen und Solinger dazu auf, antijüdischen Tendenzen die Stirn zu bieten: „Wo die Hetze um sich greift, ist vornehme Zurückhaltung nicht angebracht.“

Rede von Superintendentin Dr. Ilka Werner am 24. August 2021 zum
4. Solinger Kippa-Tag

Friede sei mit euch!

Kippa-Tag – das ist ein Tag der Solidarität mit Jüdinnen und Juden in Deutschland, und ein Tag des Zusammenhalts gegen jede Form von Antisemitismus. An diesem Tag werden Solidarität und Zusammenhalt sichtbar. Darum sind wir hier.

Ich meine aber, Kippa-Tag ist noch mehr. Ein Rabbiner hat mir vor Jahren mal erzählt, er trage die Kippa zur Erinnerung daran, dass da noch einer über ihm sei. Dass da noch einer über ihm sei, Gott, Adonai, der die Erde und den Himmel gemacht hat und beides bis auf den heutigen Tag bewahrt. Es tut mir gut, sagte der Rabbiner, daran erinnert zu werden und dadurch ein Teil der Schöpfungs- und Bewahrungsgeschichte zu sein und zu bleiben.

Und mir als Christin tat es gut, durch den Rabbiner und seine Kippa daran erinnert zu werden, dass die Kirche durch Jesus Christus auch Teil dieser Schöpfungs- und Bewahrungsgeschichte geworden ist, und dass alle Menschen eingeladen sind, sich in dieser Geschichte zu verorten. Immer, wenn sie einen jüdischen Mann sehen, der eine Kippa trägt. Kippa-Tag ist auch die Erinnerung daran, dass da noch einer über uns ist. 

Mir ist das in diesem Sommer, in dem so vieles in Aufruhr ist, wichtiger denn je: dass es da eine Schöpfungs- und Bewahrungsgeschichte Gottes gibt, die nicht zu Ende ist. Deren Teil ich bin. Ich weiß, dass wir hier nicht alle den Glauben daran teilen. Aber vielleicht teilen wir die Hoffnung darauf, dass es irgendwie doch eine Bewahrung gibt, die über unsere Kräfte hinaus reicht. An diese Hoffnung erinnern die, die eine Kippa tragen. Mit dieser Hoffnung können sie uns alle anstecken! 

Schalom!
 

 

26.08.2021



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