Losung

für den 17.02.2019

Lobet, ihr Völker, unsern Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen, der unsre Seelen am Leben erhält und lässt unsere Füße nicht gleiten.

Psalm 66,8-9

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Dr. Ilka Werner zur Stärkung der Demokratie

„Nationalismus führt in die Irre“

Gegen eine Schwächung der Demokratie durch einfache Antworten wandte sich die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises am 5. Februar 2019 im Zusammenhang einer Tagung im Solinger „Zentrum für verfolgte Künste“.

"Das Volk Gottes ist keine ethnische Größe": Superintendentin Dr. Ilka Werner (Foto: Jörg Schmidt). "Das Volk Gottes ist keine ethnische Größe": Superintendentin Dr. Ilka Werner (Foto: Jörg Schmidt).

„Wenn Orientierung schwer wird, versprechen scheinbar natürliche Bezugsgrößen wie Land, Volk oder Familie vermeintlich Übersicht und Ordnung“, erklärte Werner am Rande des ersten „Solinger Zukunftsgesprächs“. Unter dem Thema „Demokratie ist nicht selbstverständlich“ hatte der Solinger Land­tags­ab­geordnete Josef Neumann eingeladen. Werner: „In der Bibel werden diese Größen relativiert: Für Jesus sind diejenigen Familie, die an Gott glauben. Das Volk Gottes ist keine ethnische Größe, sondern entsteht durch Gottes Erwählung. Und die Nächstenliebe gilt denen, die uns durch zufällige Begegnung zum Nächsten werden.“

Die leitende Theologin des Evangelischen Kirchenkreises Solingen machte an einem Beispiel deutlich, dass diese Haltung von den Gemeinden des Kirchenkreises mitgetragen wird: „Der Besuch von Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, in Malta und sein Einsatz für die Seenotrettung im Mittelmeer waren in den Gemeinden nicht umstritten. Sein Appell: ‚Lebensrettung muss Vorrang haben vor Politik’ fand und findet große Zustimmung.“

Werner benannte allerdings auch das gesellschaftliche Problem, dass Menschen sich zunehmend abgehängt fühlen von politischen Entscheidungen, manchmal auch von Entwicklungen in der Kirche. Zugleich aber erinnerte sie an die Stärken der christlichen Tradition: „In der Kirche verbinden sich zwei starke Kräfte: die Zusage des eigenen Angenommenseins bei Gott und der Auftrag zu Barmherzigkeit und Nächstenliebe gegenüber allen Menschen. Manchmal gibt es da eine lebenspraktische Spannung. Sie kann nicht zu einer Seite aufgelöst werden, beides gehört für Christenmenschen zusammen. Darin liegt die ‚Power’ des Christentums.“

Mit Werner saßen auf dem Podium: Sigmar Gabriel (ehemaliger Bundesaußenminister), Helge Lindh (Wuppertaler Bundestagsabgeordneter), Hans Leyendecker (Journalist und Kirchentagspräsident). Die Gesprächsleitung hatte Ulli Tückmantel (Chefredakteur der Westdeutschen Zeitung).

Der Journalist Hans Leyendecker, Präsident des Kirchentages 2019 in Dortmund, sagte am Rande derselben Veranstaltung: „Es gibt große Furcht darüber, wie die Entwicklung sein wird, egal ob es um die Klimakatastrophe oder Künstliche Intelligenz geht.“ Immer mehr Menschen fühlten sich abgehängt und fragten: „Wie kommen meine Kinder noch vor in dieser Welt?“

Leyendecker, Redner des Jahresempfangs 2018/19 des Evangelischen Kirchenkreises Solingen, mahnte, angesichts des wachsenden Populismus in Europa und den USA müssten sich Journalisten wieder mehr mit der Wirklichkeit der Menschen beschäftigen. In der Vergangenheit habe es eine zu große Distanz des Journalismus zu der Erfahrungswelt der meisten Menschen gegeben. Aufgabe sei es, sich mit den Problemen der Menschen zu beschäftigen und nicht über sie zu reden.

 

07.02.2019



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