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für den 27.09.2021

Ehe ich gedemütigt wurde, irrte ich; nun aber halte ich dein Wort.

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Mein Corona – Fragen an Manuel Martitz, Friedhofsgärtner, Presbyter und ehrenamtlicher Gospelchorleiter

„Ein gewaltiger Dämpfer in einer schnelllebigen Zeit“

Wie verändert Corona unseren Alltag? Was bewegt uns in diesen Zeiten besonders? Und wie bringen wir vielleicht Gott ins Spiel? Das sind die Themen unserer Rubrik "Mein Corona". Dieses Mal antwortet der Merscheider Manuel Martitz.

Vermisst den vertrauten Umgang mit Menschen: der Merscheider Presbyter Manuel Martitz (Foto: Martitz) LupeVermisst den vertrauten Umgang mit Menschen: der Merscheider Presbyter Manuel Martitz (Foto: Martitz)

Herr Martitz, wie hat sich Ihr Alltag durch Corona verändert?

In meinem Beruf als Friedhofsgärtner komme ich an der frischen Luft mit dem, was Corona mit sich bringt, gar nicht so recht in Berührung. Natürlich ändert sich das schlagartig, sobald ich Kundenkontakt habe, z.B. in meinem Blumengeschäft. Hier kann ich nicht mehr so leicht auf Menschen zugehen, wie ich es gewohnt bin. Händeschütteln verbietet sich quasi. Dann fühle ich mich selbst oft wie ein schlecht erzogener Mensch.

Es fehlt mir auch, bestimmte Menschen in den Arm zu nehmen. Gerade der Umgang mit vertrauten und geliebten Menschen ist ein Stück weit „steriler“ geworden.

Als Presbyter der Evangelischen Kirchengemeinde Merscheid fehlt mir insbesondere der persönliche Kontakt. Sitzungen müssen per Video-Konferenz abgehalten werden, statt zusammen an einem Tisch zu sitzen und das Gespräch von Angesicht zu Angesicht zu führen. Die wichtigsten Dinge können zwar auf diese Weise besprochen werden, aber der persönliche Kontakt bleibt auch hier sehr auf der Strecke.

Worüber haben Sie sich vor kurzem besonders gefreut und was hat Sie besonders betrübt?

Ich habe mich sehr über die Nachricht gefreut, dass in kleinen Schritten unsere Gotteshäuser wieder geöffnet werden dürfen. Auch wenn noch kein „normaler“ Gottesdienstbesuch möglich ist, finde ich es schön, dass ich sonntags nicht nur um kurz vor 10 Uhr die Kirchenglocken hören, sondern mich auch selbst wieder unter Gottes Wort begeben kann.

Besonders traurig bin ich darüber, dass ich mein Chorprojekt unterbrechen musste. Ich bin ja auch Musiker und ehrenamtlicher Chorleiter. Wir sind ein ca. 30-köpfiger Gospel-Projekt-Chor samt Live-Band und haben seit September 2019 für das „MESSIAH-PROJECT 2020“ geprobt. Das Oratorium erzählt die gesamte Lebensgeschichte Jesu in einer wunderbaren Musik. 17 der geplanten 19 Lieder hatten wir bereit einstudiert und es gab im Juni bereits drei Konzerttermine in Solingen und Wuppertal. Es hat besonders weh getan, den Sängern und Musikern mitzuteilen, dass wir das Projekt vorerst auf Eis legen müssen. Im Chor sind wildfremde Menschen in den gemeinsamen Proben über Monate hinweg zu einer tollen Gemeinschaft zusammengewachsen.

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Sobald die Situation es zulässt, werden wir die Proben wieder aufnehmen. Ich habe so schöne und aufmunternde Worte der Teilnehmer bekommen, dass ich alles daransetzen werde, die Konzerte auch durchzuführen.

Zurzeit gibt es viele Erwartungen, Fragen oder Vorhaltungen, die sich an Menschen aus Wissenschaft und Politik richten. Gibt es etwas zu Corona, das Sie gerne mal Gott sagen würden?

Ich bin noch immer sehr erschrocken, wie sehr ein „einfacher Virus“ weltweit die Uhren anders ticken lässt. Ja, ich hatte teilweise sogar ein bisschen Angst vor dem, was auf uns zukommen sollte. In der Bibel wird ja auch von Seuchen und Pestilenz geschrieben. Ich habe mich schon oft gefragt, wann und wie uns das treffen würde.

Im Gespräch sage ich zu Gott, dass es eigentlich gut ist, dieser so rasant schnelllebigen Zeit einmal einen gewaltigen Dämpfer zu verpassen. Wir alle leben nur noch in Hektik, von Termin zu Termin. Und es ist sicher nicht schlecht, wenn sich die Menschheit wieder mehr auf das Wesentliche konzentriert und über vieles im eigenen Leben nachdenkt. Ob es aber wirklich notwendig ist, dass so viele Menschen an Covid19 sterben, lasse ich mal dahingestellt.

Was wünschen Sie sich in diesen Zeiten von der Kirche?

Ich wünsche mir, dass die Kirche nach dieser schweren Zeit einfach mehr nach außen wirkt. Ich glaube, die Menschen sind gerade nach einem solch starken Einschnitt offener. Wenn wir als gläubige Christen mehr als zuvor an „Hecken und Zäune“ gehen, haben wir jetzt eine große Chance, wieder mehr Menschen in die Kirchen zu bekommen.

 

19.05.2020



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