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für den 27.09.2021

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Schulseelsorge in Coronazeiten

Eine Herausforderung für junge Seelen

Auch Kinder und Jugendliche suchen in diesen Coronazeiten Wege in einen neuen Alltag. Schulseelsorger können helfen, denn sie hören den jungen Menschen zu, damit Gefühle der Krise zu Worten werden können, sagt Schulreferentin Corinna Maßmann.

Die Theologin Corinna Maßmann ist Schulreferentin des Evangelischen Kirchenkreises und Pfarrerin am Technischen Berufskolleg Solingen. Die Theologin Corinna Maßmann ist Schulreferentin des Evangelischen Kirchenkreises und Pfarrerin am Technischen Berufskolleg Solingen.

Am Tag, als die ersten Schülerinnen und Schüler nach der Corona-Schließung zurück ans Technische Berufskolleg kamen, begleitete Pfarrerin Corinna Maßmann die Klassenlehrerinnen und -lehrer in den Unterricht. Sie wollten gemeinsam mit den Jugendlichen über die Zeit sprechen, in denen das Virus die Welt auf den Kopf gestellt hatte. Sie wollten ihnen Raum geben, um über ihre eigenen Erfahrungen zu berichten und ihre Sorgen zu formulieren. Die Jugendlichen berichteten und der Gesprächsbedarf sei immer noch spürbar – aus ganz verschiedenen Gründen.

„Es gibt nicht das eine Problem“, sagt die Schulreferentin des Kirchenkreises. Viele Schülerinnen und Schüler seien gut durch die Wochen Zuhause gekommen. Ihnen sei das eigenverantwortliche Lernen leichtgefallen, die Strukturen in der Familie waren belastbar. Aber es gebe eben auch jene Schülerinnen und Schüler, die in schwierigen Familienverhältnissen leben. Dann mussten Jugendliche plötzlich auf ihre jüngeren Geschwister aufpassen oder ihnen fehlten die technischen Möglichkeiten, um an Onlineangeboten der Schule teilzunehmen. „Es gibt auch Schüler, die kommen mit dem eigenverantwortlichen Lernen Zuhause nicht gut klar“, fürchtet die Seelsorgerin und ahnt, dass viele deutlich häufiger als in anderen Zeiten in den Welten der Computerspiele eine Zuflucht gesucht und ihren Tag-Nacht-Rhythmus so verloren hätten.

„Muttreppe“: am Technischen Berufskolleg haben Schülerinnen und Schüler den Eingang mit dem verziert, was ihnen in der Krise Kraft geben kann (Foto: Maßmann). Lupe„Muttreppe“: am Technischen Berufskolleg haben Schülerinnen und Schüler den Eingang mit dem verziert, was ihnen in der Krise Kraft geben kann (Foto: Maßmann).

„Einige Kinder und Jugendliche fühlen sich durch diese neue Situation grundlegend verunsichert“, weiß Pfarrerin Corinna Maßmann. Eltern gehören zu Risikogruppen, Familienbetriebe geraten ins Straucheln und selbst nach der Rückkehr ist das Schulleben nicht dasselbe. Und die Schulseelsorgerin denkt auch an die Jugendlichen, die im Sommer ihren Abschluss feiern wollten. „Wir haben Schüler, die ihren zugesagten Ausbildungsplatz wieder verloren haben“, erzählt sie, „alles bricht weg und die Jugendlichen müssen plötzlich einen Plan B finden.“

Genau dann wollen die Schulseelsorgerinnen und Schulseelsorger da sein. „Aktives Zuhören“, nennt Corinna Maßmann diese Aufgabe. Dafür wurden bereits in den Zeiten geschlossener Schulen Chats und Internetangebote geschaffen, in einigen Schulen gibt es in den neuen Pausen nun das Projekt „Kaffeezeit“, das den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit gibt, sich niederschwellig an Schulsozialarbeiter und Schulseelsorger zu wenden. Dann bekommen Kinder und Jugendliche auch die Möglichkeit, klar zu benennen, was in den vergangenen Wochen schlecht war. Dann gehe es nicht um Noten, Leistungen und Prüfungen. „Kinder und Jugendliche werden wieder sprachfähig“, erklärt Corinna Maßmann, „Gefühle werden zu Worten.“ Und Schulseelsorger helfen dabei, die Dinge zu ordnen, wenn sie sich diffus anfühlen. „Wir sind einfach da und vermitteln den Schülerinnen und Schülern, dass sie uns wichtig sind“, erklärt die Schulseelsorgerin. Manche Kinder und Jugendliche suchen dann erneut das Gespräch, anderen reicht der kurze Kontakt. „Und weil Schulseelsorge in ein starkes Beratungssystem eingebunden ist, können wir den Kindern und Jugendlichen im zweiten Schritt auch weitere Türen öffnen“, erklärt die Schulreferentin.

Im Blick hat Corinna Maßmann nicht nur die Sorgen der Schülerinnen und Schüler, sondern auch der Lehrerinnen und Lehrer. „Es gibt Lehrer, die selbst zur Risikogruppe gehören“, sagt sie, „und denen es jetzt ganz schwerfällt, ihre Schüler nicht begleiten zu können.“ Und es gebe auch jene Lehrerinnen und Lehrer, die verzweifelte Abschlussschüler erleben, denen die Corona-Krise die Perspektive genommen hat. Oder Kinder, die die vergangenen Wochen schlecht überstanden haben. „Es ist gut, sich dann untereinander zu stärken“, sagt Corinna Maßmann. Auch Lehrerinnen und Lehrer und ermutigt sie darum zum Kontakt mit Schulseelsorgern und Schulsozialarbeitern.

 

19.05.2020



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