Losung

für den 20.10.2020

Freu dich, wenn du einen Glückstag hast. Und wenn du einen Unglückstag hast, dann denke daran: Gott schickt dir beide, und du weißt nicht, was als Nächstes kommt.

Prediger 7,14

Gottesdienste

Suchen Sie einen Gottesdienst in Ihrer Nähe? Hier finden Sie Termine, Orte und Zeiten.

mehr
Newsletter

Sie möchten regelmäßig mit Informationen und Meinungen aus der Evangelischen Kirche in Solingen versorgt werden? Hier können Sie unseren 14-tägigen Newsletter abonnieren.

mehr
Kontakt

Möchten Sie wissen, zu welcher Gemeinde Sie gehören? Wer als Pfarrerin oder Pfarrer für Sie zuständig ist? Dann schicken Sie uns doch einfach eine Nachricht.

mehr
Diakonie
Diakonie

Konkrete Beratung, praktische Hilfe und menschliche Zuwendung - mit diesem Angebot setzt sich das Diakonische Werk des Kirchenkreises für die Menschen der Stadt Solingen ein.

mehr
Gemeinden
Gemeinden mehr
Service

Dr. Ilka Werner zur Seenotrettung

„Für uns ist Lebenretten Christenpflicht“

Auf der „Bunt-statt-Braun“-Kundgebung „Solingen steht für sichere Häfen“ am 31.8.2019 redete Dr. Ilka Werner, die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Solingen, für die Evangelische Kirche in Solingen.

Die evangelische Kirche in Solingen hat in diesem Sommer ihr Engagement für die Seenotrettung im Mittelmeer bekräftigt und verstärkt. Ein Synodalbeschluss vom Juni 2019 hält fest: „Für uns ist Lebensretten kein Verbrechen, sondern Christenpflicht. Die Synode unterstützt darum die Initiativen, in Seenot geratene Flüchtende zu retten und sie aufzunehmen. Sie bittet die Stadt Solingen, die sich schon im September 2018 mit den Menschen auf der Flucht und den Zielen der Seebrücke solidarisch erklärte, sich weiter zu engagieren und sich dem Bündnis ‚Sichere Häfen’ anzuschließen.“


In allen kirchlichen Gremien und Kreisen wird diskutiert, wie die Seenotrettung unterstützt und was als Gemeinde selbst getan werden kann, um in Solingen dazu beizutragen, die Stadt zum sicheren Hafen zu machen. Die Initiative „Schicken wir ein Schiff“, die die Evangelische Kirche in Deutschland erfolgreich aufgefordert hat, sich noch mehr als bisher in der Seenotrettung zu engagieren, wird von den evangelischen Solingerinnen und Solingern unterstützt. Delegierte der Synode besuchen im September alle Solinger Ratsfraktionen, um für ausdauerndes Engagement der Stadt zu werben und gemeinsam auszuloten, wer was dazu beitragen kann. Und wir haben die heutige Kundgebung des Bündnisses „Bunt statt Braun“ mitinitiiert und mitorganisiert.


Mir sind dabei vor allem folgende Aspekte wichtig: Menschen aus Lebensgefahr zu retten, ist ein Gebot der Nächstenliebe und der Humanität. Alle Menschen sind Gottes Geschöpfe, alle Menschen haben unverlierbare Würde, alle Menschen haben ein Recht auf Leben. Die Rettung von Menschen, die sonst sicher ertrinken, muss Vorrang haben vor den politischen Fragen, die sich mit Flucht und Migration stellen. Wir können nicht zusehen, wie Menschen sterben, weil in Deutschland und Europa die politischen Herausforderungen unseres Jahrhunderts, die Fragen nach geordneter Einwanderung, nach gerechter Weltwirtschaft, nach verbindlicher Friedensarbeit und konsequenter Klimaschutzpolitik nur halbherzig bearbeitet werden.


Oft wird gesagt: „Wir können nicht die ganze Welt retten“. Das müssen wir auch nicht, darum geht es gar nicht. Es geht darum, zu tun, was wir können. Und es geht darum, das, was wir können, etwas weniger egoistisch zu bestimmen und jetzt für unsere Stadt deutlich zu sagen: Mensch Solingen, da geht noch was! Im jüdischen Talmud heißt es: „Wer einen Menschen rettet, der rettet die ganze Welt“. Jesus Christus sagt: „Was ihr einem der Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan.“ Wenn wir nicht alle retten und aufnehmen und integrieren können, ist das keine Entschuldigung dafür, nichts zu tun.


Wenn wir tun, was wir können, tun wir es auch um unserer selbst willen. Denn wir nehmen, wenn uns das Schicksal der Flüchtlinge und Schiffbrüchigen gleichgültig ist, Schaden an unserer Seele. Alle Religionen und der Volksmund kennen die „Goldene Regel“: „Was du willst, das dir die Menschen tun, das tue ihnen auch.“ Wer anderen die Würde und das Recht auf Leben nimmt, setzt damit die eigene Würde und das eigene Lebensrecht auf Spiel. Menschenrechte und auch die Grundrechte des Grundgesetzes sind unteilbar: Sie gelten allen – oder am Ende niemandem.

 

12.09.2019



© 2020, Evangelische Kirche in Solingen
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung