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Advent

Wir warten auf das Kommen Christi

Was bedeutet das eigentlich: „Advent“? Zeit der Lichterketten, der Weihnachtsmärkte und der besinnlichen Atmosphäre? Oder wie früher: Fastenzeit zur Vorbereitung auf die Wiederkunft Jesu? Überlegungen zum Advent von Pfarrer Jörg Schmidt.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

„Advent – wir warten auf das Kommen Christi“ - so lapidar überschreibt eine evangelische Internetseite zum Kirchenjahr das, was die Adventszeit auszeichnet. So kurz und knapp kann man allerdings kaum mehr sagen, was in der Zeit bis Weihnachten (nicht nur) für uns Christenmenschen wichtig ist.

Wer in den letzten Wochen frühmorgens oder abends unterwegs war, der oder die hat es zunehmend beobachten können: Immer mehr Sterne, Lichterketten und andere Lichter schienen hell, in Fenstern, an Häusern, an Büschen und Bäumen. Lange schon vor Totensonntag, lange schon vor dem Beginn der Adventszeit. Und ein unbedarfter Besucher könnte auf den Gedanken kommen: Eine durch und durch christliche Gesellschaft. Die Christenmenschen in Solingen können es kaum erwarten mit dem Advent.

Wir wissen, dass das anders ist. Eher ist es ein Zeichen dafür, dass viele nicht wissen, was es mit den Lichtern auf sich hat. Woher sie kommen. Wohin die Sterne „gehören“. Worauf sie verweisen. Man hat den Eindruck: Hell und warm soll es vor allem werden durch all die Lichterbögen und elektrischen Kerzen. Hell und warm, äußerlich und auch „ums Herz“.

Nun ist das ja nicht Nichts. Wenn der Wunsch nach Licht und Wärme so stark wird, dass auch Menschen Sterne sich ins Fenster hängen, die sonst wenig mit dem christlichen Glauben zu tun haben. Wenn Lichterbögen und -ketten ganze Häuserfronten verändern. Und auch wenn das ein oder andere etwas „kitschig“ erscheint: Eine ganz andere Atmosphäre ist es schon, in diesen Wochen. Früher hätte man vielleicht gesagt: eine „besinnliche“.

Und nun ist es ja auch nicht so, als wüssten wir Christenmenschen genau, was es denn mit „Advent“ auf sich hat. Klar, „Advent“, das kriegen wir wohl noch hin, das heißt übersetzt „Ankunft“. Und gemeint ist, dass wir uns an Weihnachten an die „Ankunft“ Gottes erinnern lassen in dieser Welt, an die Geburt Jesu im Stall. Und dass mit Advent das Kirchenjahr beginnt, das gerade mit dem Totensonntag geendet hat, das werden wohl etliche in den Gemeinden wissen.

Und natürlich, dass es vier Sonntage sind bis Weihnachten, auch das werden die meisten wissen. Und vielleicht auch einige, dass die Adventszeit ursprünglich eine Fastenzeit war: Man sollte sich vorbereiten auf die erneute Ankunft, auf die Wiederkunft Jesu in der Welt. Denn er kommt wieder, und dann wird er fragen, wie wir es denn gehalten haben in unserem Leben mit dem Glauben an ihn und auch mit dem Gehorsam gegenüber seinen Worten.

Das ist lange her, dass Christenmenschen so gedacht haben. Und die Adventszeit eine Zeit des Nachdenkens war: Wie ist es mit mir und meinem Leben vor Gott? Und vor allem auch: vor den Mitmenschen? Kann ich bestehen, mit meinen Gedanken, Worten und Werken?

Im Laufe der Jahrhunderte ist vermutlich auch bei den meisten Christenmenschen geblieben: Licht soll es werden in der Dunkelheit. Warm in der Kälte. Und wir Christinnen und Christen verbinden das eben mit Jesus Christus, mit der Erinnerung an seine Geburt im Stall.

Immer mehr Sterne, Lichterketten und andere Lichter schienen hell, in Fenstern, an Häusern, an Büschen und Bäumen. Lange schon vor Totensonntag, lange schon vor dem Beginn der Adventszeit ging es los.
Mag sein, dass viele Menschen gar nicht wissen, was sie da sehen, woran sie sich erinnern oder erinnert werden. Und mag sein, dass das alles auch ein Zeichen ist für zunehmenden Kommerz und für eine Art Ausverkauf christlicher Symbole.

Und doch, denke ich manchmal, ist es gut, wenn wir Christenmenschen bei dem bleiben, was wir mit Advent verbinden. Und unsere Geschichte erzählen: dass einer gekommen ist, schutzlos in diese Welt. Und dass das Gott selbst war – und ist. Mit uns. Für Schutzlose, für alle Menschen.

Vielleicht ist ja doch Raum durch die Lichter für das, was Besinnung mal war: das Nachdenken über uns und unser Leben, über unsere Verantwortungen, über unser Denken, Reden und Tun.
Ich habe mich zunehmend erinnern lassen: dass Gott mitten unter uns Menschen gelebt hat. Für alle Menschen, ob sie was mit Advent anfangen können oder nicht. Und also auch für mich.

 

Jörg Schmidt / 28.11.2019



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