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für den 17.09.2021

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Schutz gegen Übergriffe

Kirche soll ein Schutzort sein

Der Kirchenkreis Solingen duldet keine sexualisierte Gewalt. In seinem Schutzkonzept legt er darum Maßnahmen fest, um Kinder, Jugendliche und Erwachsene vor möglichen Übergriffen zu schützen. Dabei sollen auch besonders geschulte Ansprechpersonen helfen.

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In den Gemeindehäusern der Evangelischen Kirche in Solingen hängen Aushänge auf blauem Grund. Unter der Überschrift „Schutzort Kirche“ formulieren sie die Grundgedanken des neuen Schutzkonzepts der Evanglischen Kirche in Solingen gegen sexualisierte Gewalt“: „Die Gemeinden und alle Einrichtungen in unserem Evangelischen Kirchenkreis Solingen wollen Kinder, Jugendliche und uns anvertraute Erwachsene vor Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt schützen. Wenn Kinder und Jugendliche sich in ihren Familien, von Freunden oder Bekannten, in der Schule oder in Gruppen bedroht fühlen, möchten wir ihnen gerne weiterhelfen.“

Um diese Anliegen zu realisieren, sieht das im Frühjahr 2021 überarbeitete Konzept Risikoanalysen und Interventionspläne für Gemeinden und kreiskirchliche Arbeitsbereiche inklusive des Diakonischen Werks vor. Für die Mitarbeitenden sind Selbstverpflichtungserklärungen und Schulungen obligatorisch. Auch die Aufarbeitung möglicher Fälle aus der Vergangenheit wird in den Blick genommen. Die blauen Aushänge ermöglichen auch den Kontakt zu speziell geschulten Expert:innen der Evangelischen Beratungsstelle. Sie sind ansprechbar, wenn Menschen nach Beratung oder konkreter Hilfe fragen.

„Es geht um konkrete Maßnahmen gegen Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung und sexualisierte Gewalt in Gegenwart und Zukunft und um Versöhnung mit denen, die bei uns zu Opfern gemacht wurden“, betont Superintendentin Dr. Ilka Werner.

Und es geht um eine Kultur der Aufmerksamkeit. Die beginnt früh: Manchmal ist es eine Jugendliche, die auf der Konfirmandenfreizeit den Parcours fürchtet, durch den sie auf den Händen der Gruppe getragen wird. Manchmal sind es auch Kinder, denen Erwachsene viel zu nahe kommen und die sich selbst nicht wehren können. Und manchmal ist es ein Mitarbeiter, dem die Hand des Kollegen auf seiner Schulter zu viel wird. Jeder hat seine eigenen Grenzen. Und diese sind zu respektieren.

Die Fachleute der Beratungsstelle haben Mitarbeitende in den Gemeinden geschult – um genau hinsehen und Grenzüberschreitungen erkennen zu können, um zu wissen, wie sie bei Gewalt oder sexuellen Übergriffen reagieren können. „Wir hören erstmal zu“, lautet die Prämisse. Wenn dann deutlich wird, dass eine akute Bedrohung besteht oder sexuelle oder physische Gewalt gegen Kinder ausgeübt wird, dann wird sofort gehandelt. Dafür gibt es genaue Leitlinien. Strafrechtlich relevante Fälle vertragen keinen Aufschub. In anderen Fällen setzen die Fachleute der Beratungsstelle auf Kommunikation – mit Vorgesetzten und mit den Betroffenen.

„Wir wollen eine Kultur des Hinschauens etablieren“, sagt auch Superintendentin Ilka Werner. Das soll nicht nur dazu beitragen, dass mögliche Täter sich nicht mehr auf das Schweigen ihrer Opfer verlassen können.  Es sei grundsätzlich wichtig, darüber zu reden, wenn sich Menschen unwohl fühlen. Das kann auch erstmal ein komisches Bauchgefühl sein. Diese Gefühle brauchen Aufmerksamkeit. Das Ziel ist, eine Kultur zu schaffen, in der Kinder und Jugendliche selbstverständlich laut und deutlich sagen können: „Ich möchte das nicht“ – zum Beispiel wenn ihnen Spiele oder Umarmungen unangenehm sind.

Das Schutzkonzept sieht aber auch einen kritischen Blick zurück vor. "Ich weiß, dass in der Vergangenheit auch Solingen keine Insel der Unschuld war", sagt Werner: "Ich schäme mich dafür, dass auch in Solingen die Kirche für manche nicht Schutzort, sondern Tatort war." Ausdrücklich fragt sie darum nach alten Geschichten, sucht in alten Akten nach Hinweisen auf entsprechende Vorwürfe und ermuntert Menschen, die sich an etwas erinnern, sich in der Beratungsstelle zu melden. "Gleichzeitig weiß ich nicht wirklich, ob ich damals bei einem Verdacht auf Missbrauch richtig reagiert hätte", bekennt die Theologin. Auch darum seien das Schutzkonzept und sein verbindlicher Handlungsleitfaden so wichtig, denn sie schützen auch Leitende vor der eigenen Fehleranfälligkeit.

INFO

Die Evangelische Beratungsstelle ist unter Telefon 0212/287287 oder per Mail an beratungsstelle@evangelische-kirche-solingen.de oder persönlich an der Kasernenstr. 23 erreichbar.

 

24.06.2021



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