Losung

für den 29.05.2022

Salomo sprach: 

Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen - wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe?

1.Könige 8,27

Gottesdienste

In den evangelischen Gemeinden Solingens finden an jedem Sonntagmorgen zahlreiche Gottesdienste statt. Welcher Gottesdienst wann in welcher Kirche beginnt, finden Sie in dieser Übersicht:

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Instagram, Zoom und YouTube

Gemeindeleben profitiert von digitalen Angeboten

Vor genau zwei Jahren entstanden in vielen Gemeinden die ersten Videogottesdienste. Überhaupt wurden während der Corona-Pandemie neue digitale Ideen entwickelt. Viele von ihnen sollen als Ergänzung bestehen bleiben.

Videogottesdienste wurden schnell entwickelt, als Gottesdienstgemeinde vor Ort wegen Corona plötzlich nicht mehr möglich waren (Foto: Christian Beier). Videogottesdienste wurden schnell entwickelt, als Gottesdienstgemeinde vor Ort wegen Corona plötzlich nicht mehr möglich waren (Foto: Christian Beier).

Genau 15 Sekunden hat Pfarrer Christian Lerch, um den Kern seiner Predigt vom Sonntagmorgen in der Instagram-Story unterzubringen. 15 Sekunden, die der Pfarrer der Luther-Kirchengemeinde nutzen will, um den Nutzern einen guten Gedanken mitzugeben. „Wir wissen, dass sich die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen im Netz verändert hat“, sagt Lerch. Mit den 15-Sekunden-Andachten hat die Solinger Gemeinde auf diese Erkenntnis reagiert und in der Corona-Pandemie ein neues, digitales Angebot geschaffen. Wer sich allerdings doch mehr als diese wenigen Sekunden wünschte, wurde während der Pandemie in der Luther-Kirchengemeinde auch noch auf einem anderen digitalen Kanal fündig: YouTube. Schon kurz nach dem Beginn des ersten Lockdowns entschied sich die Gemeinde dafür, Gottesdienste zu produzieren und das Video am Sonntagmorgen auf YouTube freizuschalten.

„Kreativität ist die halbe Miete“: Pfarrer Christian Lerch. „Kreativität ist die halbe Miete“: Pfarrer Christian Lerch.

„Das war technisch aufwändig“, sagt Pfarrer Lerch, „aber die Kapazitäten waren an anderer Stelle in der Pandemie frei geworden. Wir haben sie genutzt.“ Der damalige Vikar und jetzige Pastor Lukas Eggen brachte seine Affinität für Technik ein, es entstand ein Team mit Ehrenamtlichen, die das Thema zu ihrer Herzensangelegenheit machten. „Schon vorher gab es in unserer Gemeinde ein Technikteam, daran knüpfte der digitale Bereich dann an“, sagt Lerch. Die Gemeinde investierte in richtige Kameras und Schnittprogramm – nachdem anfangs Handys und kostenlose Software eingesetzt worden waren. „Die halbe Miete allerdings ist die Kreativität“, sagt Pfarrer Christian Lerch. Das erklärte Ziel des Teams: Man wollte die Gemeinde erreichen, statt um jeden Preis professionelle Videos zu produzieren. Die Analyse des Nutzerverhaltens zeigte: Auch Menschen, die nicht in die Kirche kommen, nahmen die Einladung zum digitalen Gottesdienst an.

Und was bedeutete das für die Inhalte? „Wir haben die Liturgie abgespeckt und uns noch mal hinterfragt, was der wirkliche Kern unseres Gottesdienstes ist“, sagt Lerch. Das Ergebnis: 30-Minuten-Gottesdienste. „In denen uns aber gar nichts fehlte“, sagt der Pfarrer. Bis auf die Begegnung mit den Menschen. Natürlich sei es etwas anderes, in eine Kamera zu sprechen, als zu den Menschen in der Kirche. „Im Präsenzgottesdienst bleibe ich flexibel und reagiere auf die Menschen“, sagt Lerch, „das fällt im Online-Gottesdienst weg.“ Inzwischen finden längst wieder Gottesdienste in der Kirche statt. Einmal im Monat bietet die Luther-Kirchengemeinde aber künftig einen Live-Stream dieses Gottesdienstes an – falls sich jemand daran gewöhnt haben sollte, auf dem Sofa im Schlafanzug mitzufeiern.

„In Verbindung mit Christen in der ganzen Welt“: Pfarrerin Kristina Ziegenbalg. „In Verbindung mit Christen in der ganzen Welt“: Pfarrerin Kristina Ziegenbalg.

Neue digitale Wege ging während der Pandemie auch die Evangelische Kirchengemeinde in Widdert. „Für uns stand allerdings schnell fest: Gottesdienst hat etwas mit Beziehung zu tun“, sagt Pfarrerin Kristina Ziegenbalg, „und diese Beziehung lässt sich in Videos nicht gut darstellen.“ Deswegen setzte die Gemeinde auf einen Zoom-Raum, in dem sie jeden Sonntag zum Gottesdienst einlud. „Wir konnten einander ohne Maske ins Gesicht sehen“, sagt die Pfarrerin, „und wir konnten uns persönlich begrüßen.“ In Widdert habe man schon vor der Pandemie auf Interaktion im Gottesdienst gesetzt. Die wurde mit der Pandemie nun in den Zoom-Raum übertragen. Ob bei der Fürbitte oder bei kleinen Aktionen: Die technischen Möglichkeiten wurden genutzt, um miteinander ins Gespräch zu kommen. „Unsere Sprache hat sich dabei nicht wesentlich verändert“, sagt Pfarrerin Ziegenbalg, „wir haben ohnehin eine sehr lebensbezogene Sprache in unseren Gottesdiensten.“ Und die passte auch in das digitale Format.

Zwischen 50 und 70 Besucher kamen jeden Sonntag, schalteten in den allermeisten Fällen ihre Kameras ein und erlaubten den anderen Gottesdienstbesuchern einen Blick in heimische Wohnzimmer oder auf den Frühstückstisch. Für Menschen, denen der Zoom-Raum noch nicht vertraut war, gab es telefonische Unterstützung und Einführungsnachmittage zum Lernen. „Wir hatten den Eindruck: Wer teilnehmen wollte, fand einen Weg“, stellt Kristina Ziegenbalg fest. Zumal die technischen Herausforderungen bei diesem Modell eher unaufwändig gewesen seien. Ein positiver Effekt: Menschen aus der ganzen Welt fanden in den digitalen Raum der Gemeinde in Widdert. „Einmal quer durch Deutschland, aber auch aus Übersee kamen Menschen dazu“, sagt die Pfarrerin. Studenten, die am Studienort leben, konnten in der heimischen Gemeinde mitfeiern. Ostern zum Beispiel habe es Besucher gegeben, die über Google nach einem Zoom-Gottesdienst gesucht hätten und in Widdert gelandet seien. „Wir haben uns so noch mal ganz neu in Verbindung mit Christen in der ganzen Welt wahrgenommen“, sagt Kristina Ziegenbalg, „das hat uns sehr bewegt.“ Ohnehin sei der größte Schatz dieses Modells gewesen, dass Gemeinschaft trotz der Pandemie erlebbar blieb. „Deswegen habe ich bei unseren Zoom-Begegnungen auch ausdrücklich von Präsenz-Gottesdiensten gesprochen“, erklärt Kristina Ziegenbalg.

Inzwischen trifft sich die Gemeinde wieder in der Kirche oder unter freiem Himmel. „Aber wir haben erkannt: Wir brauchen auch Orte, an denen wir uns verbinden können, egal wo wir gerade sind“, sagt die Pfarrerin. Deswegen solle es auch künftig immer mal wieder einen Zoom-Gottesdienst geben – vielleicht sogar an Weihnachten.

 

Theresa Demski / 07.04.2022



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