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für den 14.12.2019

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Kanzelabkündigung von Superintendentin Dr. Ilka Werner

Genau so, wie ihr behandelt werden wollt, behandelt auch die anderen!

Am Sonntag (1. Mai 2016) wird in vielen evangelischen Gemeinden die Kanzelabkündigung von Dr. Ilka Werner verlesen. Darin erinnert sie angesichts aktueller Konflikte um Satirefreiheit oder Probleme bei der Integration an die Goldene Regel.

„Superintendentin Dr. Ilka Werner“ „Superintendentin Dr. Ilka Werner“

Für eine Haltung der gegenseitigen Rücksichtnahme tritt die Solinger Superintendentin Dr. Ilka Werner in ihrer aktuellen Kanzelabkündigung ein. Zur Zeit gebe es viele Debatten: zum Beispiel darüber, wie weit Satire gehen dürfe oder welche Grenzen die Toleranz haben müsse. Diese Debatten seien notwendig, betont die Theologin, um „uns darüber zu vergewissern, auf welchem Fundament unsere Gesellschaft gebaut ist“.

Auch auf dem Feld der Integration ginge nicht immer alles leicht und reibungslos. Bei ihren Besuchen in Gemeinden und Einrichtungen erlebe sie zwar immer wieder Beispiele für eine gute Integration der hierher eingewanderten Menschen. Aber im Zusammenleben mit solchen, die schon lange hier leben, gebe es andererseits auch Situationen, in denen Verständigung nicht gelinge oder Neid aufflamme.

Einen wichtigen Maßstab für das Verhalten in solchen Diskussionen und Konflikten könne eine Aufforderung Jesu aus dem Matthäusevangelium bieten. „Genau so, wie ihr behandelt werden wollt, behandelt auch die anderen!“, zitiert Superintendentin Dr. Werner den als „Goldene Regel“ bekannt gewordenen Grundsatz aus der Bibel. Die Menschen in Solingen ruft sie auf, unbeirrt nach dieser Regel zu handeln: „Bitte tun Sie das im Kontakt mit Menschen, in der Frage nach dem Verhältnis von Freiheit und Respekt in Presse und Satire und im Blick auf politische Meinungsbildung!“ Die Goldene Regel sei allen Religionen gemeinsam und biete auch in Solingen „eine gute Orientierung für Denken und Handeln“.

Die Kanzelabkündigung soll am kommenden Sonntag, 1. Mai 2016, in den Gottesdiensten im Evangelischen Kirchenkreises Solingen verlesen werden.

Der Text der Kanzelabkündigung im vollen Wortlaut:

Kanzelabkündigung zum 1. Mai 2016 im Evangelischen Kirchenkreis Solingen

„Genau so, wie ihr behandelt werden wollt, behandelt auch die anderen!“

Liebe Gemeinden in Solingen, liebe Schwestern und Brüder!

Europa streitet über grundlegende Werte: Wie ist das mit der Freiheit der Einzelnen, wie mit der Freiheit der Satire? Wie gehen wir damit im Alltag um? Was empfinden wir als respektlos, was sollen wir tolerieren? Es ist wichtig, diese Debatte zu führen, mit unseren Nachbarn, Kolleginnen und Familien zu reden und zu wissen, worüber andere nachdenken und welche Meinungen andere vertreten. Es ist wichtig, uns darüber zu vergewissern, auf welchem Fundament unsere Gesellschaft gebaut ist.

Vor einer Woche wurde der „Fluchtpunkt“ eröffnet, eine Anlaufstelle für Zufluchtsuchende von Diakonie, AWO und Caritas, die hilft, im Leben hier Fuß zu fassen. Die Räume waren voll, wir standen draußen in der Frühlingssonne. Wir waren uns einig: eine gute Einrichtung. Ein paar Tage vorher war ich in Ohligs, beim Offenen Treff für Flüchtlinge und Hiesige im Café Kiste der evangelischen Kirchengemeinde Ohligs. Einer der ersten Frühlingsabende, die Türen waren offen, auf der Wiese wurde durcheinander Fußball, Federball und Boccia gespielt. Zwischendurch gab es Gespräche bei Cola oder Cappuccino an der Theke. Wie in jeder Woche übernahmen drei der zugewanderten Jungs den Ausschank. Hilfe und dringend nötige Dinge wurden vermittelt, deutsche Worte wurden erklärt und Kickerturniere ausgefochten. Ein freundlicher, wohltuender Abend.

An solchen Abenden ist Integration leicht. Es gibt aber auch andere Situationen, schwierige, wo Verständigung nicht gelingt oder Neid aufflammt. Wie sollte es auch anders sein, wo Menschen sich zusammenraufen. Dann ist es wichtig, einen festen Orientierungspunkt zu haben, für das eigene Engagement und für das Handeln der Gesellschaft. Ein solcher Punkt ist die goldene Regel aus dem Matthäusevangelium: „Genau so, wie ihr behandelt werden wollt, behandelt auch die anderen!“ (Evangelium nach Matthäus, Kapitel 7, Vers 12).

Tun Sie das, unbeirrt.

Bitte tun Sie das im Kontakt mit Menschen, seien es Hilfesuchende oder Sorgentragende. Tun Sie das in der Frage nach dem Verhältnis von Freiheit und Respekt in Presse und Satire und im Blick auf politische Meinungsbildung: Genau so, wie ihr behandelt werden wollt, behandelt auch die anderen!

Die goldene Regel gibt es übrigens in allen Religionen – sie ist ein gemeinsamer Nenner und eine gemeinsame Vision. Eine gute Orientierung für Denken und Handeln.

Mit herzlichen Grüßen, Ihre
Pfarrerin Dr. Ilka Werner
Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Solingen

 

28.04.2016



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