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für den 21.05.2022

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Prediger 5,9

Gottesdienste

In den evangelischen Gemeinden Solingens finden an jedem Sonntagmorgen zahlreiche Gottesdienste statt. Welcher Gottesdienst wann in welcher Kirche beginnt, finden Sie in dieser Übersicht:

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Digitale Kirche – Teil 2

Gottesdienste feiern – erst recht in der Pandemie

Während der Pandemie blieben die Kirchen an vielen Sonntagen zu: Die Gemeinden in Solingen fanden Möglichkeiten, mit den Menschen über das Internet Gottesdienst zu feiern. Nach dem ersten Teil vor Ostern kommt hier der zweite Teil unseres Berichts.

Per Kamera und Internet Gemeinschaft im Gottesdienst gepflegt: Als die Kirchen wegen der Pandemie zu blieben, fanden Gemeinden neue Wege, Menschen zum Gottesdienst einzuladen (Foto: Christian Beier) Per Kamera und Internet Gemeinschaft im Gottesdienst gepflegt: Als die Kirchen wegen der Pandemie zu blieben, fanden Gemeinden neue Wege, Menschen zum Gottesdienst einzuladen (Foto: Christian Beier)

Mitten in der Pandemie rief ihr eine Dame aus der Gemeinde im Wartezimmer beim Augenarzt einen kurzen Gruß zu: „Frau Pfarrerin, wir sehen uns am Sonntag.“ Raphaela Demski-Galla, Pfarrerin in Dorp, runzelte kurz die Stirn.Alle Veranstaltungen waren doch kurzfristig abgesagt worden, um einander vor dem Corona-Virus zu schützen. Also hakte sie nach. Die Dame im Wartezimmer erklärte: „Wir sehen uns doch im Gottesdienst. Sie in der Kirche, ich im Wohnzimmer.“Wenn Raphaela Demski-Galla künftig vor die Kamera in der Dorper Kirche trat, dann hatte sie das Gesicht der Dame auf ihrem heimischen Sofa vor Augen. „Uns haben diese Rückmeldungen aus der Gemeinde sehr bestärkt“, erzählt die Pfarrerin, „sie haben verdeutlicht: Wir feiern nicht alleine Gottesdienst, sondern in Gemeinschaft.“

Dorp: Liturgische Sorgfalt auch in digitalen Gottesdienste wichtig
 

Schon wenige Tage, nachdem die Politik den ersten Lockdown ausgerufen hatte und die Kirchen geschlossen blieben, stellte die Gemeinde in Dorp den ersten Online-Gottesdienst ins Netz. Kantorin Stefanie Schlüter, Presbyter Stephan Hergert und Pfarrerin Demski-Galla nahmen einen Gottesdienst auf. „Mit dem Handy“, erzählt die Pfarrerin. „Und wir stellten fest: Die Menschen gucken zu“, erzählt Raphaela Demski-Galla. Also rüstete die Gemeinde auf – auch dank der technischen Affinität von Stephan Hergert. „Erstmal hatte der Ton Priorität“, erzählt die Pfarrerin. Tontechniker und Gemeindeglied Michael Giebisch bot seine Unterstützung an. Stephan Hergert brachte erst privates Material mit, dann investierte die Gemeinde. Als die Internetgeschwindigkeit in der Dorper Kirche es dann hergab, wurde die Aufzeichnung am Samstagnachmittag eingestellt. Seitdem streamt die Gemeinde ihren Gottesdienst live. Mehrere Kameras sind im Einsatz und ein Technikteam kümmert sich um Bild, Ton und Licht. Längst werden auch andere Veranstaltungen aus der Kirche gestreamt. „Wir haben so eine Möglichkeit gefunden, über die Mauern der Pandemie hinweg unseren Gottesdienst aufrecht zu erhalten“, sagt die Pfarrerin. Die Predigten wurden etwas kürzer. Die Liturgie, die eigentlich von der Atmosphäre und der Antwort aus der Gemeinde lebe, sei trotzdem gepflegt worden. „Ich habe darauf gebaut, dass die Menschen Zuhause mitmachen und wir sind nochmal etwas persönlicher geworden“, sagt Demski-Galla, „und wir als Team haben auch selber Gottesdienst gefeiert, wirklich gefeiert – auch als die Kirche leer war. Wir haben gemerkt: Da war der Geist mächtig.“ 375 Abonnenten zählt der YouTube-Kanal heute. Inzwischen sind viele Gottesdienstbesucher in die Kirche zurückgekehrt – gestreamt wird trotzdem. Künftig möglicherweise nicht mehr an jedem Sonntag.
Ein ausführliches Interview mit Stephan Hergert finden Sie am Ende dieser Seite.

Rupelrath: Digitale Gottesdienst kürzer und prägnanter
 

Auch die Kirchengemeinde in Rupelrath hat während der der Pandemie auf Online-Gottesdienste gesetzt: „Wir wollten einen Weg finden, um die Gemeinde weiterhin zu erreichen“, sagt Pfarrer Matthias Clever, „wir wollten trotz Kontakt eine Brücke zu den Menschen bauen“. Auch in Rupelrath reagierte das Team schnell und stellte eine Woche nach dem Start des ersten Lockdowns den ersten Gottesdienst online. „Wir haben ihn aufgezeichnet, geschnitten und dann am Sonntagmorgen veröffentlicht“, erzählt der Pfarrer. Erst arbeitete die Gemeinde mit geliehenem Material, dann investierte sie in eine Grundausstattung. „Wir hatten aber ohnehin gute Voraussetzungen“, erinnert der Pfarrer, „denn seit dem Umbau der Kirche vor zwei Jahren haben wir eine gute technische Ausstattung samt Mischpult.“ In der Gemeinde fanden sich Mitarbeitende, die das Technikthema in die Hand nahmen – wie Stefan Aprath, der ein Technikteam ins Leben rief und seit dem koordiniert.

Das Team entschied aber auch: Es dürfe künftig nicht darum gehen, professionell aufgezeichnete Gottesdienste zu senden. „Wir sind keine Internetgemeinde“, sagt Pfarrer Clever. Man habe vor allem ein Angebot für die eigene Gemeinde schaffen wollen – ohne dabei zu viele personelle Ressourcen zu verbrauchen. Nach rund drei Monaten stellten auch die Rupelrather von der Aufzeichnung der Gottesdienste auf einen Stream um. Eine fest installierte Kamera und ein Kameramann sammeln Bilder in der Kirche und schicken sie am Sonntagmorgen live ins Internet. Um den Einsatz der Ehrenamtlichen zu schonen, hat die Gemeinde den technischen Aufwand inzwischen ein Stück weiter zurückgefahren.

Der Gottesdienst veränderte sich unterdessen: Feierte die Gemeinde sonst rund 75 Minuten am Sonntagmorgen, fiel die Internet-Variante kürzer aus. „Im Internet werden selbstverständliche Dinge – wie der Weg zum Altar – sofort als Längen empfunden“, sagt Clever. Und die Gemeinde setze, genauso wie in Dorp, auf Musik, die auch sichtbar war. Statt Orgelklängen erfüllte dann Bandmusik und eine Stimme am Mikrofon den Gottesdienstraum. „Und weil wir ahnten, dass die Gottesdienstgemeinde online sehr viel breiter ist, wurden wir in unseren Predigten noch mal grundsätzlicher“, sagt der Pfarrer. Sprache und Inhalt wurden noch mal zugespitzt. Auch in Rupelrath feiern die Menschen inzwischen wieder Präsenzgottesdienste. Aber das Online-Gebot werde als Erweiterung und Bereicherung empfunden. Deswegen können Interessierte auch künftig sonntags im Internet mitfeiern – oder sich Teile des Gottesdienstes später auf YouTube ansehen.

Zum ersten Teil unseres Berichts über digitale Gottesdienste in der Pandemie geht es hier.

Theresa Demski

 

28.04.2022



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