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für den 02.06.2020

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Corona-Pandemie

Gute Resonanz auf neue Formen des Gottesdienstes

In Zeiten geschlossener Kirchen beweisen die evangelischen Kirchengemeinden in Solingen viel Kreativität, um weiter Gottesdienst und Andachten zu feiern. In Wald bietet das Team einen „Tütengottesdienst“ an, in Merscheid gibt es Musik vom Turm.

Einfach zum Mitnehmen und Zu-Hause-Feiern: Gottesdiensttüten an der Walder Kirche (Foto: Kerstin Heider) Einfach zum Mitnehmen und Zu-Hause-Feiern: Gottesdiensttüten an der Walder Kirche (Foto: Kerstin Heider)

Jede Woche tauchen am Eingang der Walder Kirche plötzlich große, weiße Tüten auf. Wer genau hinsieht, entdeckt schnell, dass jeder eingeladen ist, sich eine Tüte mitzunehmen. Am heimischen Küchentisch offenbart ein Blick in die Tüte dann eine Einladung zum Gottesdienstfeiern – mit Andachtsheft und Kerze. „Wir wollten in diesen Zeiten gerne ein analoges Gottesdienstangebot schaffen“, erzählt Pfarrerin Kerstin Heider aus Wald. Nach dem Verbot von religiösen Versammlungen seien viele schöne digitale Angebote in Solingen entstanden, die viele Menschen aus der Gemeinde auch wahrnehmen. Wenn sie an ihre Gemeinde im Sonntagsgottesdienst denke, fielen ihr auch viele ältere Menschen ein, die eher keinen Zugang zu Online-Angeboten haben. „Wir haben uns dann überlegt, wie wir sie erreichen können“, sagt die Pfarrerin. So entstand der Tütengottesdienst.

Jede Woche einer neuer Tütengottesdienst in Wald

Inzwischen ist er zum festen Bestandteil im Corona-Gemeindeleben geworden. Zum Palmsonntag hingen die Tüten zum ersten Mal an einer Wäscheleine an der Kirche, inzwischen finden sich dort Mitte jeder Woche neue Tüten mit Andachtsheften und einem Licht. Außerdem sind viele Ehrenamtliche unterwegs, um die Tüten zu den Menschen zu bringen, die lieber in ihren eigenen vier Wänden bleiben wollen. 400 Tüten werden jede Woche gepackt – inzwischen gibt es auch ein Konzept für Familien und Kinder. Wer Zuhause zu blättern beginnt, findet eine kleine Liturgie aus Gebeten, teils meditativen Texten, einer Bibellesung zum jeweiligen Sonntag, Liedern und einer Andacht zum Predigttext. „Wir schlagen vor, dass die Menschen getrennt voneinander, aber dennoch gleichzeitig zum Klang der Kirchenglocken am Sonntag den Gottesdienst feiern“, erzählt Kerstin Heider, „so sind wir zwar getrennt und doch miteinander verbunden.“

Die Resonanz sei wirklich gut, freut sich die Pfarrerin. Es gebe viele Anrufe von Gemeindegliedern, die sich über das Angebot freuen und sich bedanken. Ein Anrufer habe erzählt, wie sie Zuhause gemeinsam Gottesdienst feiern. „Und er freute sich darüber, die Texte noch mal in aller Ruhe nachlesen zu können“, berichtet Kerstin Heider. Und auf Facebook tauchen hin und wieder Bilder auf von diesen Gottesdiensten im Wohnzimmer, am Esstisch oder auf dem Balkon. „Die Resonanz war so gut, dass wir weitermachen“, sagt die Pfarrerin, „selbst jetzt, wenn Gottesdienste in der Kirche wieder möglich werden.“

Hoffnung klingt vom Merscheider Kirchturm in die Straßen

Andächtige Momente ganz anderer Art entstehen jede Woche auch in Merscheid. Dort klettert Dietmar Kroll dreimal in der Woche nach dem Abendläuten auf den Kirchturm. Dann spielt er Choräle und bekannte, geistliche Lieder. „Meine Hoffnung und meine Freude“ oder „Meine Zeit, steht in deinen Händen“: Die Hoffnung klingt vorm Turm in die Straßen. „Wir haben schon erlebt, dass die Menschen dann in ihren Fenstern sitzen und mitsingen“, erzählt Pfarrer Dirk Stark. Überall öffnen sich Türen und Fenster. Menschen auf der Straße blicken hoch zum Turm. Einmal habe er Liedzettel verteilt und die Anwohner in den benachbarten Straßen eingeladen, einzustimmen. Das seien schöne, andächtige Momente. Und weil er die Sehnsucht der Menschen nach geistlicher Gemeinschaft spürt, denkt Stark mit dem Presbyterium in Merscheid darüber nach, diesen Momenten in Corona-Zeiten noch mehr Raum zu geben – erst recht, weil jetzt religiöse Versammlungen wieder erlaubt sind. So könnte aus dem Turmblasen eine Andacht unter freiem Himmel entstehen, sagt Stark, dann allerdings am Sonntagvormittag statt in den Abendstunden. Im Forum könnte dann mit dem gebührenden Abstand gemeinsam ein geistliches Angebot entstehen. Der Kreativität sind in Corona-Zeiten kaum Grenzen gesetzt.

 

Theresa Demski / 07.05.2020



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