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für den 23.08.2019

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1.Chronik 29,11

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Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises Solingen hat getagt

Reformationsjubiläum, politischer Populismus und die zukünftige Struktur evangelischer Kindertageseinrichtungen

Die Herbsttagung 2016 der Solinger Kreissynode hat am Wochenende (11./12.11.2016) in Merscheid getagt. Auf dem Programm standen Haushalt, Wahlen und die künftige Trägerschaft evangelischer Kitas. Außerdem wurde das Reformationsjubiläum eingeläutet.

Die Synode im Evangelischen Gemeindezentrum Merscheid Die Synode im Evangelischen Gemeindezentrum Merscheid

Die Bedeutung von 500 Jahren Reformation für die aktuellen Krisenphänomene demokratischer Gesellschaften war ein wichtiges Thema bei der Herbsttagung des Evangelischen Kirchenkreises Solingen, die heute zu Ende gegangen ist. Die Evangelische Kirche müsse sich noch stärker darum bemühen, mit ihren Angeboten nahe bei den Menschen zu bleiben, forderte die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Solingen, Dr. Ilka Werner. Dabei gehe es heute vor allem darum, frustrierte Menschen zu erreichen, bevor sie in populistische und extremistische Positionen abgleiten: „Wir müssen nach neuen Formen suchen, um Kontakt zu denen zu finden, die sich abgehängt fühlen.“ Die jüngsten Erfolge populistischer Politiker zeigten, dass immer mehr Menschen „die ganze Kultur von Sachgemäßheit und innerer Stimmigkeit und politischer Vernunft und anständigem Benehmen nicht mehr wollen“, weil sie das Gefühl hätten, für immer auf der Verliererseite bleiben zu müssen. Dagegen erinnerte die Solinger Superintendentin in ihrem Jahresbericht, den sie am Samstagvormittag vor den gut 100 Synodalen und Gästen im Evangelischen Gemeindezentrum Merscheid gehalten hat, an die Einsichten der Reformation. Die Erinnerung an das „Christus allein“ der Reformatoren habe heute auch eine politische Dimension. Es bedeute, so Werner, dass die Kirche gegen „die Vergötzung der Eigeninteressen“ für die Möglichkeit zu tragfähigen Kompromissen und den Zusammenhalt in der Gesellschaft werben müsse.

Keine christliche Abwertung anderer Religionen
Dabei erteilte die Theologin, die auch Vorsitzende des Ständigen Theologischen Ausschusses der Evangelischen Kirche im Rheinland ist, auch aller christlichen Abwertung anderer Religionen eine Absage. Der Grundsatz „Christus allein“ gelte zwar als christliche Selbstvergewisserung, dürfe aber nicht als Maßstab für andere Religionen und Glaubenswege missverstanden werden: „So einen Maßstab haben wir nicht, wir stehen nicht an Gottes Stelle.“

Bereits am Samstagmorgen hatte Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach angesichts der Erfolge politischer Kräfte wie AfD und Donald Trump und der Existenz rechtsradikaler Gruppen auch in der Klingenstadt die evangelischen Gemeinden aufgerufen, gemeinsam mit anderen gesellschaftlichen Kräften zusammenzustehen und die Debatte darüber zu führen, wie es gelingen kann, ein buntes und vielfältiges Solingen vor Extremismus und Hassparolen zu bewahren. Kurzbach: „Dazu brauchen wir auch Sie als überzeugte Christinnen und Christen.“

Festliche Eröffnung am Synodenabend: Wanderausstellung "Typisch evangelisch" Festliche Eröffnung am Synodenabend: Wanderausstellung "Typisch evangelisch"

Wanderausstellung zum Reformationsjubiläum vorgestellt
Am Freitagabend hatte der Kirchenkreis seinen Synodalen die neue Wanderausstellung „Typisch evangelisch. In Solingen. 2017“ vorgestellt, die extra für das Reformationsjubiläum erarbeitet wurde. Auf den zwölf bunten Roll-Ups werden typisch evangelische Themen unter Überschriften wie „Viele entscheiden“, „Wer ist mein Richter?“ oder „Sie werden lachen: die Bibel“ behandelt. Vom Kirchen- und Gemeindeverständnis über theologische Akzente und das Handeln im Solinger Kirchenkreis bis hin zum persönlichen Glauben reicht die Themenpalette. Kurze persönliche Statements von Solinger Persönlichkeiten wie dem Unternehmer Thomas Busch, der Walder Gemeindeschwester Bettina Hahmann oder Oberbürgermeister Tim Kurzbach runden die Ausstellung ab. Die Ausstellung ist ab der kommenden Woche zunächst in der Evangelischen Stadtkirche Mitte und in Ketzberg und danach bis zum 31. Oktober 2017 in mehr als zwanzig Kirchen, Gemeindehäusern und öffentlichen Gebäuden zu sehen.

Trägerschaft evangelischer Kindertageseinrichtungen
Ein weiteres Thema auf der Synode war die Zukunft der 15 evangelischen Kindertageseinrichtungen in der Klingenstadt. Bereits seit mehr als einem Jahr gibt es Gespräche zwischen dem Kirchenkreis und den Gemeinden auf der einen sowie der Stadt Solingen auf der anderen Seite über die Gründung eines evangelischen Kita-Verbundes. Darin sollen Einrichtungen, die bislang in der Trägerschaft einzelner Kirchengemeinden arbeiten, in einer neuen Abteilung des Diakonischen Werks zusammengefasst werden. Sieben der acht betroffenen Gemeinden hatten bereits im Herbst dem Konzept der neuen Trägerstruktur zugestimmt. Die Synode beschloss nun die neue Abteilung zu schaffen, knüpfte die Übernahme der gesamten Trägerschaft aber an die Erwartung, dass die Stadt Solingen die neue Struktur durch eine finanzielle Entlastung bei den Trägerkosten fördert. Derzeit trägt die Evangelische Kirche in Solingen zu den Kosten für ihre rund 800 Kita-Plätze mit jährlich knapp einer Million Euro aus Kirchensteuermitteln bei. Dabei richtet sich das Angebot nicht nur an evangelische, sondern an alle Solinger Familien mit kleinen Kindern: Mehr als die Hälfte der evangelischen Kita-Plätze sind an Kinder aus katholischen, muslimischen, andersgläubigen oder nichtkonfessionellen Familien vergeben. „Bei der bisherigen Kostenverteilung fürchte ich, dass früher oder später Einrichtungen aus Kostengründen geschlossen werden müssen“, erklärte Superintendentin Dr. Werner. Das geltende Kinderbildungsgesetz (Kibiz) führt dazu, dass die Schere zwischen Kosten und Kostenerstattung durch das Land NRW für kirchliche Träger seit Jahren immer weiter auseinandergeht. Oberbürgermeister Kurzbach sagte auf der Synode weitere Gespräch zu, verwies aber auf enge finanzielle Spielräume bei der Stadt.

Man benötigt keine grauen Haare, um in der Synode mitzuarbeiten: Rosalie Dahl und Lukas Schrumpf Man benötigt keine grauen Haare, um in der Synode mitzuarbeiten: Rosalie Dahl und Lukas Schrumpf

Auf ihrer Tagung verabschiedete die Synode auch den Haushalt für 2017. Danach wird für die Arbeitsgebiete des Kirchenkreises und seines Diakonischen Werks mit Ausgaben in Höhe von 6,45 Mio. Euro geplant. Dagegen stehen Einnahmen in Höhe von lediglich 6,32 Mio. Euro. Darunter wird gut eine Million Euro an Kirchensteuereinnahmen erwartet. Der restliche Betrag setzt sich vor allem aus öffentlichen Erstattungen für die soziale und pädagogische Arbeit im Diakonischen Werk zusammen. Der Kirchenkreis rechnet darum für das kommende Jahr mit einem Defizit in Höhe von 136.000 Euro. Dieser Betrag soll aus Rücklagen ausgeglichen werden. Die zehn Gemeinden des Kirchenkreises haben eigene Haushalte, die von den Presbyterien verabschiedet werden. Hier werden weitere zwölf Mio. Euro aus Kirchensteuern erwartet.

Wahlen zum Kreissynodalvorstand
Schließlich standen turnusmäßig auch noch Wahlen für den Kreissynodalvorstand (KSV) auf der Tagesordnung. In ihren Ämtern bestätigt wurden Stadtkirchen-Pfarrerin Friederike Höroldt als Skriba (2. Stellvertreterin der Superintendentin) sowie die Kantorin Annegret Pallasch aus Dorp und der Diplomingenieur Stefan Dalaff aus Ohligs als Synodalälteste (nichttheologische Mitglieder im KSV) sowie der Diplomkaufmann Rainald Rasemann aus St. Reinoldi Rupelrath als stellvertretender Synodalältester. Neu gewählt wurde der Merscheider Pfarrer Hildebrand Proell als 1. Stellvertreter der Skriba. Die Amtszeit der Mitglieder des KSV beträgt acht Jahre. Alle vier Jahre steht die Hälfte der Mitglieder zur Wahl.

 

12.11.2016



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