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für den 13.12.2018

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Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises hat getagt

„Auf dem Weg zum gerechten Frieden“

Zu ihrer Herbstsynode kamen die Vertreter der evangelischen Gemeinden und Arbeitsgebiete in diesem Jahr in der Stadtkirche Mitte zusammen. Im Mittelpunkt stand das Nachdenken über das Thema „Frieden“ sowie Synodalberichte und der Haushalt 2019.

Führte in das Friedenswort ein: Superintendent Jens Sannig aus Jülich (alle Fotos: Jörg Schmidt) LupeFührte in das Friedenswort ein: Superintendent Jens Sannig aus Jülich (alle Fotos: Jörg Schmidt)

„Wir glauben, dass der oft gebrauchte Satz: ,Wer den Frieden will, muss sich auf den Krieg vorbereiten.‘ falsch ist. Stattdessen gilt: Wenn du den Frieden willst, bereite ihn vor!“ Mit diesem Satz bündelte die Solinger Superintendentin Dr. Ilka Werner die zentrale Botschaft der heute zu Ende gegangenen Herbsttagung der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Solingen.

Es war eine Synode an einem besonders geschichtsträchtigen Wochenende. Zum Auftakt gedachte der Eröffnungsgottesdienst am Freitagabend der unvorstellbaren Verbrechen gegen die jüdische Bevölkerung, die in der Pogromnacht vor 80 Jahren auch in Solingen einen ersten schrecklichen Höhepunkt hatten. In seiner Predigt erinnerte der Merscheider Pfarrer Dirk Stark aber auch an den jüdischen Rabbiner Professort Albert Friedlander, der als Folge der  Pogrome von 1938 in die USA emigriert war und sich nach 1945 auch in Deutschland als Brückenbauer im jüdisch-christlichen Dialog engagierte.

Am Samstag stand dann 100 Jahre nach der Beendigung des Ersten Weltkriegs das Thema „Frieden“ im Mittelpunkt der Synode. In seinem Einführungsreferat führte der Vorsitzende des Ausschusses für öffentliche Verantwortung der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Jülicher Superintendent Jens Sannig, in das Friedenswort „Auf dem Weg zum gerechten Frieden“ ein. Dieser Weg, so der Theologe, sei ein mühsamer Prozess, bei dem es gelte, Schritt für Schritt Krieg und kriegerische Mittel als Möglichkeiten der Konfliktlösung zu überwinden. Es gehe nicht nur darum, passiv friedfertig zu leben, sondern nach dem Vorbild Jesu Christi aktiv Frieden zu stiften. Sannig: „Wir wollen die Einladung Jesu annehmen, mit der Bergpredigt Politik zu machen!“ Dabei gehörten der Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung untrennbar zusammen.

Besorgt über Antisemitismus in Deutschland: Superintendentin Dr. Ilka Werner legt ihren Synodalbericht vor. LupeBesorgt über Antisemitismus in Deutschland: Superintendentin Dr. Ilka Werner legt ihren Synodalbericht vor.

Im Anschluss an das Referat konnten die rund 70 Synodalen dann mit Vertretern verschiedener Solinger Institutionen in sieben Workshops konkrete Erfahrungen mit Friedensarbeit machen. So führte Bernard Erkelenz von amnesty international in die Bedeutung des internationalen Kampfes für die Menschenrechte ein. Hanna Attar von der Arbeiterwohlfahrt dachte mit ihren Workshopteilnehmern über die Bedingungen für einen gelingenden Dialog zwischen den Religionen nach. Und mit Michael Roden vom Kommunalen Integrationszentrum fragten Teilnehmende, wieso das Gedenken an Ereignisse der Vergangenheit Brücken in eine friedliche Gegenwart und Zukunft schlagen kann.

Bereits am Freitagabend hatte Superintendentin Dr. Werner im Rahmen ihres jährlichen Berichts kritisiert, dass weltweit friedensbedrohende Entwicklungen zunähmen. So würden leichtfertig Handelskriege angezettelt und immer mehr Staat autokratisch regiert. Aber auch in Deutschland gebe es besorgniserregende Entwicklungen, zum Beispiel den „Antisemitismus, der in unserem Land wieder laut geäußert wird“. Wenn Juden und Jüdinnen gefährdet seien, so Werner, dürften sich Christinnen und Christen damit nicht abfinden.

"Anstrengungen für Verständigung in der Stadt verstärken": Oberbürgermeister Tim Kurzbach bei seinem Grußwort. Lupe"Anstrengungen für Verständigung in der Stadt verstärken": Oberbürgermeister Tim Kurzbach bei seinem Grußwort.

In seinem traditionellen Grußwort rief auch der Solinger Oberbürgermeister Tim Kurzbach die Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden und Arbeitsbereichen der Evangelischen Kirche in Solingen auf, sich noch stärker für den inneren Zusammenhalt der Stadtgesellschaft einzusetzen: „Es gibt zwar schon viele beeindruckende Initiativen zur Verständigung und Integration, aber es reicht noch nicht. Unsere Stadt braucht noch viel mehr Friedensstifter!“ Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Solingen, Pastor Edgar Daub, dankte in seinem Grußwort für gelungene ökumenische Verständigung zwischen den Kirchen und Gemeinden in Solingen, durch die „viele Grenzen und Gräben, die früher zwischen den Kirchen existierten, heute keine Bedeutung mehr haben“.

Gemeinsam mit dem langjährigen früheren Leiter der Jugendberufshilfe, Heinz Siering, gestaltete ein Workshop ein Glasbild mit Friedensmotiven. LupeGemeinsam mit dem langjährigen früheren Leiter der Jugendberufshilfe, Heinz Siering, gestaltete ein Workshop ein Glasbild mit Friedensmotiven.

Auf ihrer Tagung verabschiedete die Synode auch den Haushalt für 2019. Darin wird für die Arbeitsgebiete des Kirchenkreises und seines Diakonischen Werks mit Ausgaben in Höhe von 5,58 Mio. Euro geplant. Dagegen stehen Einnahmen in Höhe von lediglich 5,41 Mio. Euro. Darunter werden 1,02 Mio. Euro an Kirchensteuereinnahmen erwartet (plus 24.000 Euro im Vergleich zu 2018). Der restliche Betrag setzt sich vor allem aus öffentlichen Erstattungen für die soziale und pädagogische Arbeit im Diakonischen Werk zusammen. Der Kirchenkreis rechnet darum für das kommende Jahr mit einem Defizit in Höhe von knapp 177.000 Euro. Dieser Betrag soll aus Rücklagen ausgeglichen werden. Im kommenden Jahr 2019 sollen aber Maßnahmen entwickelt werden, die ein strukturelles Defizit zukünftig vermeiden können.

Die zehn Gemeinden des Kirchenkreises haben je eigene Haushalte, die von den Presbyterien verabschiedet werden. Hier werden weitere 12 Mio. Euro aus Kirchensteuern erwartet. Insgesamt rechnet der Kirchenkreis im kommenden Jahr also mit einer Zunahme der Kirchensteuermittel um 300.000 Euro auf dann 13 Mio. Euro.

 

10.11.2018



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