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Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises Solingen

Solinger Superintendentin: Kirche muss gehört werden

Die Herbsttagung des Evangelischen Kirchenkreises Solingen hat am Wochenende (8./9. November 2013) in Ketzberg getagt. Auf der Tagesordnung stand auch der erste Bericht von Superintendentin Dr. Ilka Werner.

Verabschiedung nach mehr als 30 Jahren in der Synode: Blumen für Pfarrer Hans Wilhelm Ermen von Superintendentin Dr. Ilka Werner (Foto: Förster) Verabschiedung nach mehr als 30 Jahren in der Synode: Blumen für Pfarrer Hans Wilhelm Ermen von Superintendentin Dr. Ilka Werner (Foto: Förster)

Ein klares Profil der Evangelischen Kirche in der Öffentlichkeit wünscht sich die neue Solinger Superintendentin Dr. Ilka Werner. Auf der heute zu Ende gegangenen Herbsttagung der Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Solingen forderte sie in ihrem ersten Jahresbericht am Freitagabend vor der Synode: „Kirche muss politisch sein, aber nicht parteipolitisch.“ Schließlich hätten bereits Jesus und die Propheten des alten Israel sich für Gerechtigkeit engagiert und seien für Arme und Ausgeschlossene eingetreten. Darum habe auch die Kirche gegenüber der Gesellschaft Klartext zu reden. Dabei dürfe sich die Kirche aber nicht an politische Parteien binden.

Mehr kirchliche Erkennbarkeit in der Öffentlichkeit wünscht sich die Theologin auch hinsichtlich des derzeit viel diskutierten Verhältnisses von Kirche und Staat. Die Pflicht des Staates zu weltanschaulicher Neutralität würde teilweise bewusst mit der Forderung nach einem religionslosen Staat gleichgesetzt. „Religionslosigkeit ist aber nicht neutral, sondern selbst eine Weltanschauung“, betonte Werner. Der Staat brauche vielmehr auch Kirchen und andere Religionsverbände, um die notwendige Debatte über Werte und letzte Grundlagen zu führen. „Wir beanspruchen keine Vorrangstellung in der Gesellschaft, aber wir beanspruchen, dass auch unsere Positionen und Argumente bei den wichtigen öffentlichen Diskussionen angehört werden“, forderte die Theologin, die auch Vorsitzende des Ständigen Theologischen Ausschusses der Evangelischen Kirche im Rheinland ist.

Kritisch ging die Superintendentin mit der zuletzt oft gehörten Behauptung ins Gericht, für die Evangelische Kirche gäbe es reichlich öffentliche Gelder: „Wenn wir vom Staat Gelder bekommen, dann gehen diese fast immer in kirchliche Einrichtungen, die gesellschaftliche Aufgaben erfüllen.“ Als Beispiel nannte Werner die evangelischen Kitas in Solingen, in denen rund die Hälfte der Kinder aus nicht evangelischen Familien stamme. Binnenkirchliche Aufgaben würden dagegen fast ausschließlich aus eigenen Mitteln, also aus Kirchensteuern, bezahlt.
Dem Solinger Oberbürgermeister Norbert Feith dankte Ilka Werner dafür, dass er den im NRW-Feiertagsgesetz festgeschriebenen stillen Charakter des Ewigkeitssonntages auch gegen Widerstände geschützt hatte. Die Stadt hatte auch für einen gemeinnützigen Adventsmarkt an dem gesetzlich geschützten Sonntag keine Ausnahmegenehmigung erteilt und war dafür von dem Verein öffentlich scharf kritisiert worden. In seinem Grußwort hatte Feith zuvor den Kirchen für ihre Beteiligung an der Veranstaltungsreihe „Toleranz und Vielfalt“ der Stadt aus Anlass des Gedenkens an den Brandanschlag vor 20 Jahren gedankt.

In ihren Beschlüssen verabschiedeten die 72 stimmberechtigten Synodalen ein Verfahren für eine gemeinsame Personalplanung im Kirchenkreis sowie neue Regeln für Visitationen. Außerdem wurden weitere Einzelheiten für das zum 1. Januar 2014 startende zentrale Verwaltungsamt des Solinger Kirchenkreises und seiner zehn Gemeinden festgelegt. Im Verwaltungsgebäude an der Kölner Straße 17 in der Nachbarschaft der Lutherkirche werden zukünftig Personalverwaltung, Finanzbuchhaltung, Gebäudemanagement und Aufsicht konzentriert werden.

Auch der Haushalt wurde für das kommende Jahr beschlossen. Wegen der nach wie vor guten wirtschaftlichen Lage wird erwartet, dass die Einnahmen beinahe auf dem Stand des laufenden Jahres erreichen werden. 12,6 Mio. Euro werden als Kirchensteuereinnahmen der zehn Solinger Gemeinden für 2014 prognostiziert. Davon geht knapp eine Million an den Kirchenkreis. Insgesamt umfasst der Haushalt ein Volumen von 6,5 Mio. Euro. Darin enthalten sind dann auch Drittmittel und Erstattungen für Kindertagesstätten oder für Beratungs- und Hilfsangebote, die das Diakonische Werk im öffentlichen Auftrag bereit hält.

Zum Schluss der Synode verabschiedete Superintendentin Dr. Werner zwei Männer, die den Kirchenkreis über Jahrzehnte mitgeprägt hatten. Der frühere stellvertretende Superintendent Pfarrer Hans Wilhelm Ermen nahm nach mehr als 30 Jahren zum letzten Mal als Mitglied an der Solinger Synode teil, weil er Ende des Monats in den Ruhestand geht. Von Oberbürgermeister Feith bekam Ermen zum Abschied ein Messer überreicht. Auch der langjährige Verwaltungsleiter des Kirchenkreises, Norbert Busch, wird zum Jahresende nach mehr als 40 Jahren im kirchlichen Dienst in die Rente wechseln.

 

09.11.2013



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