Losung

für den 23.08.2019

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1.Chronik 29,11

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Drei Fragen an …Astrid Klumb, Klinikpfarrerin

„Ich erhalte als Seelsorgerin oft einen großen Vertrauensvorschuss“

Pfarrerin Astrid Klumb hat ihren Schwerpunkt als Klinikseelsorgerin an der Ohligser St. Lukas-Klinik. Seit dem Jahresbeginn arbeitet sie außerdem zusätzlich am Städtischen Klinikum. Für den Newsletter hatte sie außerdem noch Zeit für drei Fragen.

Hat gute Kontakte nach Tansania: Klinikpfarrerin Astrid Klumb (Foto: Anja Prinz) Hat gute Kontakte nach Tansania: Klinikpfarrerin Astrid Klumb (Foto: Anja Prinz)

Astrid Klumb ist seit 2000 Klinikseelsorgerin an der St. Lukas-Klinik in Solingen-Ohligs. Die 52-jährige verheiratete Mutter arbeitet seit Jahresbeginn mit einer Viertelstelle zusätzlich auch im Städtischen Klinikum gemeinsam mit ihren beiden Kolleginnen Pfarrerin Renate Tomalik und Pfarrerin Antje Blesenkemper. Pfarrerin Klumb hat unter anderem in Tansania studiert und engagiert sich auch für die so genannte „Interkulturelle Seelsorge“.

Frau Klumb, was sind für Sie die drei wichtigsten Eigenschaften einer Klinikseelsorgerin?
Salopp auf den Punkt gebracht: Flexibel sein, humorvoll bleiben und dabei immer die seelsorgliche Haltung deutlich machen! Wir Seelsorgenden sind oft unterwegs zu kranken Menschen, die sich in einem fremdbestimmten Alltag eines straff organisierten Krankenhauses vorfinden. Da brauchen wir eine große Flexibilität, um uns auf die oftmals ganz unterschiedlichen Situationen auf den Stationen oder in den Krankenzimmern einzustellen. Mit einer guten Portion Humor konnte ich schon so manche Unklarheit oder peinliche Situation gerade bei der ersten Kontaktaufnahme entschärfen. Natürlich hat im Krankenhaus die medizinische Versorgung Vorrang. Umso wichtiger ist es mir, den Patienten mit einer sichtbaren seelsorglichen Haltung zu begegnen. Das bedeutet, seine persönliche Situation wahrzunehmen und angemessen auf sie einzugehen, bei Bedarf eine Möglichkeit für ein intensiveres Gespräch zu schaffen, in der Begegnung dann absichtslos da zu sein, zu begleiten und den Lebensthemen des Patienten einen Raum zu eröffnen.  Dazu brauche ich als Seelsorgerin verschiedenes Handwerkszeug besonders im kommunikativen Bereich, vor allem aber eine empathische und wertschätzende Haltung  und die stete Vergewisserung meines eigenen Glaubens.

Was können Menschen in den Krankenhäusern davon haben, wenn Sie mit Ihnen ins Gespräch kommen?
Kann ich das beantworten? Ja, vielleicht kann ich das. Zunächst: Ich fühle mich tief berührt und beschenkt, wenn mir mit ganzer Seele aus dem Leben erzählt wird. Als Seelsorgerin erhalte ich oftmals einen großen Vertrauensvorschuss. Ich darf mein Gegenüber dabei unterstützen, seine oder ihre aktuelle Situation mit all den Verunsicherungen und Ängsten in einen größeren Rahmen zu setzen und mit der bisherigen Lebensgeschichte zu verknüpfen. Das behutsame und achtsame Heben und Sortieren der Geschichten schwemmt oft große Gefühle an, die ganz unterschiedlicher Behandlung bedürfen. Oftmals münden die Gefühle in eine tiefe Dankbarkeit auch unserem Schöpfer gegenüber! Aber auch ein Hadern oder die Verzweiflung müssen nicht länger verdrängt werden. Wir halten das dann miteinander aus. Nicht selten können wir es Gott in einem gemeinsamen Gebet oder Ritus anvertrauen. Das bringt für viele eine Entlastung und Befreiung mit sich. Es ist wunderbar, solche Momente teilen zu dürfen. Am Ende sprechen wir uns oft gegenseitig Segen zu.

Sagen Sie mal, was ist das eigentlich: „Interkulturelle Seelsorge“?
Sicher spielen Sie auf meinen Seelsorgeworkshop im April 2018 in Tansania an? Bereichernd und spannend war es für uns Kolleginnen und Kollegen aus den unterschiedlichsten Kulturen, unsere seelsorgliche Haltung offenzulegen und daran gemeinsam zu arbeiten. Trotz der enormen kulturellen, politischen, sozialen und gesellschaftlichen Unterschieden einte uns unser christlicher Glaube, das Leben mit biblischen Geschichten und die gemeinsame Liebe zur Musik. Andererseits merkten wir schnell, dass sich unsere „seelsorglichen Welten“ auch sehr unterscheiden. Die Saat der frohen Botschaft ist eben auf unterschiedliche kulturelle Böden gefallen, so dass sie sich in unterschiedlichen Ausprägungen entwickelt hat. Im europäischen Bereich ist das Seelsorgegeschehen eher ein individuelles. Im afrikanischen stehen eher Anliegen der Gemeinschaft im Fokus. Mit Exorzismen haben wir hier in Deutschland keine direkte Erfahrung, während so mancher tansanische Pfarrer seelsorglich intensiv damit beschäftigt ist. Dieses Wahrnehmen des Fremden in meinem nächsten Kollegen hat mich noch einmal neu dazu eingeladen, mir meiner eigenen Spiritualität bewusst zu werden und sie sprachfähig zu machen. Gleichzeitig hat es meinen Horizont  erweitert für das Andere, das mir zunächst Fremde. Das etwa bedeutet für mich „Interkulturelle Seelsorge“: Seelsorge ist eben ein Beziehungsgeschehen, und diese dialogische Spiritualität ist immer offen für etwas völlig Neues. Sie ist auch offen für etwas, was größer ist als ich.
Hier vor Ort in unserer pluralen Lebenswelt, in der es ja nicht nur Christinnen und Christen gibt, ist neben der „Interkulturellen Seelsorge“ in unseren Krankenhäusern auch die Auseinandersetzung mit der „Interreligiösen Seelsorge“ für uns Seelsorgende eine wichtige, notwendige und bereichernde Erweiterung unseres Aufgabenfeldes. Auch dabei helfen mir die intensiven Kontakte zu meinen Kolleginnen und Kollegen in Afrika sehr.

 

05.02.2019



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