Losung

für den 02.12.2020

Ich traue auf den HERRN. Wie sagt ihr denn zu mir: Flieh wie ein Vogel auf die Berge!

Psalm 11,1

Gottesdienste
Gottesdienste

Jede Woche einen frischen Gottesdienst oder eine Andacht aus dem Evangelischen Kirchenkreis Solingen finden Sie auf unserem YouTube-Kanal "Klingenkirche".

Suchen Sie einen Gottesdienst in Ihrer Nähe?

Hier finden Sie Termine, Orte und Zeiten der Gottesdienste in den Gemeinden.

mehr
Newsletter

Sie möchten regelmäßig mit Informationen und Meinungen aus der Evangelischen Kirche in Solingen versorgt werden? Hier können Sie unseren 14-tägigen Newsletter abonnieren.

mehr
Kontakt

Möchten Sie wissen, zu welcher Gemeinde Sie gehören? Wer als Pfarrerin oder Pfarrer für Sie zuständig ist? Dann schicken Sie uns doch einfach eine Nachricht.

mehr
Diakonie
Diakonie

Konkrete Beratung, praktische Hilfe und menschliche Zuwendung - mit diesem Angebot setzt sich das Diakonische Werk des Kirchenkreises für die Menschen der Stadt Solingen ein.

mehr
Gemeinden
Gemeinden mehr
Service

Annegret Pallasch verlässt den KSV

„Ich möchte Gemeindeleben mitgestalten“

Nach 13 Jahren stellt sich Annegret Pallasch nicht mehr für die Wahl in den Kreissynodalvorstand zur Verfügung. Anlass genug, um auf ihren bunten Weg mit Kirche, Gemeinde und Musik zurückzublicken – der noch lange nicht am Ende ist.

Abschied aus dem KSV, aber nicht aus der Musik: Annegret Pallasch. Abschied aus dem KSV, aber nicht aus der Musik: Annegret Pallasch.

Wenn Annegret Pallasch an der Orgel sitzt oder wenn sie die Arme hebt, um einem Chor den Einsatz zu geben, dann kann sie es hören. Dann erklingt jene Sprache, die seit jeher eine besondere Wirkung auf sie hat: die Musik. „Glaubensdinge lassen sich in dieser Sprache besonders gut ausdrücken“, sagt die 70-Jährige. Weil sie Menschen unmittelbar anspreche und Glücksgefühle auslösen könne.

Annegret Pallasch spricht diese Sprache fließend, ohne Akzent: Wenn sie in der Kirche zum Spiel ansetzt, dann ist sie in ihrem Element – und das gleich in zweifacher Hinsicht. Denn nicht nur die geistlichen Melodien sind ihr vertraut, sondern auch die Mitarbeit in der Gemeinde. „Eigentlich war mir das kirchliche Ehrenamt nie fremd“, sagt sie und erzählt von ihrem Großvater, der für Kreissynodalvorstand und Landessynode im Einsatz war, von ihrem Vater, der sich als Presbyter und später im Finanzausschuss der Landessynode engagierte. „Kirchliche Gremienarbeit war nie etwas Exotisches für mich“, sagt Annegret Pallasch. Und weil sie ein „Dorper Mädchen“ sei, knüpfte sie auch wie von selbst Kontakt zum Kindergottesdienst und Kinderchor, später zur Kantorei. Sie spielte als Jugendliche mit der Flöte bei Seniorenfeiern und fühlte sich Zuhause – mit der Musik und der Gemeinde. Sie habe nicht nach den Beatles getanzt, sondern sich für Haydn, Bach und Weihnachtsoratorien begeistert. Damals schon antwortete sie auf die Frage eines Lehrers, was sie werden wolle: Kirchenmusikerin. Also lernte sie Klavierspielen, ging nach Herford um das B-Examen für Kirchenmusik zu machen und blieb schließlich in der Kirche von Westfalen – als Kantorin in Vlotho an der Weser. Als Hochzeit und Familiengründung anstanden, begleitete sie ihren Mann erst nach Würzburg und dann nach Erlangen, arbeitete weiter als Kirchenmusikerin und entdeckte den Wert geistlicher Musik im Gottesdienst noch mal neu. „Es haben sich immer neue Türen aufgetan“, erzählt sie heute von den schönen Jahren in Süddeutschland – von Experimentierfreunde, Universitätsgemeinden und Kirchentagen.

1983 kehrte die Familie nach Solingen zurück, die Geburt des vierten Kindes stand an und Annegret Pallasch entschied, die Kirchenmusik für eine Weile ruhen zu lassen – bis zu jenem Tag als der Anruf aus Widdert kam. „Sie brauchten jemanden, der alle zwei Wochen im Gottesdienst Orgel spielen könnte“, erinnert sie sich. Die vierfache Mutter sagte zu. Der Start sei vielleicht etwas holprig gewesen, das Ende auch. „Aber die Gemeinde wurde zu meiner großen Liebe“, erzählt sie. 1989 übernahm sie die Stelle der Kantorin, sechs Jahre später begann sie, sich als Mitarbeiter-Presbyterin in Widdert zu engagieren. „Es liegt nahe, in einem Leitungsgremium mitzuarbeiten, wenn man Gemeindearbeit mitgestalten möchte“, sagt sie heute. Es war der Beginn ihrer Arbeit in kirchenleitenden Greminen – mit der sie in die Fußspuren ihrer Familie trat. Sie habe ein Bild von Gemeinde vor Augen gehabt, das ihr ungeheure Motivation verliehen habe: „Wir waren in Widdert eine große Familie, die auch durch die Musik verbunden wurde“, sagt sie heute. Alle Generationen konnten sich in ihrer Lieblingssprache verständigen: der Musik. Im Jahr 2000 schickte sie die Gemeinde in Widdert als Vertreterin in den Nominierungsausschuss des Kirchenkreises, ein paar Jahre später wurde sie dessen Vorsitzende und ist es auch heute noch. 2004 berief sie die Kreissynode dann als Synodalbeauftragte für Kirchenmusik in ihre Reihen, drei Jahre später wurde sie in den Kreissynodalvorstand gewählt. Spätestens jetzt habe sie den „kreiskirchlichen Hut“ getragen, über die Grenzen der eigenen Gemeinde hinausgeblickt, Kooperationen in den Blick genommen. Natürlich habe sie auch Ernüchterung erlebt, räumt sie ein. Wenn die Haushaltspläne mit den Zahlenkolonnen auf dem Tisch lagen, sei das nicht ihr Lieblingsthema gewesen. „Aber dann ist es wichtig, wenn man sich in so einem Gremium vertraut und auf die Einschätzung der Fachleute verlassen kann“, sagt sie. Verschiedene Kompetenzen und Talente träfen in den Gremien aufeinander. Dabei sei es wichtig, einander zuzuhören und zusammen zu arbeiten.

Bei der nächsten Wahl zum Kreissynodalvorstand tritt die 70-Jährige nicht mehr an, auch ihren Posten im Nominierungsausschuss gibt Annegret Pallasch ab. Synodalbeauftragte für Kirchenmusik will sie weiter bleiben. „Irgendwann wird es einfach Zeit für so einen Rückzug“, sagt sie, „der Gesundheit, der Freizeit und der Familie zuliebe.“ Bereits vor zehn Jahren ist sie in ihre Gemeinde nach Dorp zurückgekehrt, hat die Presbyteriumsarbeit aufgegeben, leitet heute zwei Chöre und spielt Orgel. Die Wahlsynode am 13. und 14. November, bei der Superintendentin Dr. Ilka Werner zur Wiederwahl vorgeschlagen ist und der KSV gewählt wird, hat Annegret Pallasch im Nominierungsausschuss noch mit vorbereitet. „Wir planen die Zukunft der Kirche“, sagt die 70-Jährige, „und ich bin froh, dass wir es geschafft haben, auch junge Menschen für die Arbeit in der Synode zu begeistern.“

 

Theresa Demski / 05.11.2020



© 2020, Evangelische Kirche in Solingen
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung