Losung

für den 20.10.2020

Freu dich, wenn du einen Glückstag hast. Und wenn du einen Unglückstag hast, dann denke daran: Gott schickt dir beide, und du weißt nicht, was als Nächstes kommt.

Prediger 7,14

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Mein Corona – Fragen an Lukas Schrumpf, Entwicklungsingenieur bei FORD, Landessynodaler und CDU-Kandidat für den Solinger Stadtrat

„Ich wünsche mir eine Kirche, die relevant für Menschen ist“

Wie verändert Corona unseren Alltag? Was bewegt uns in diesen Zeiten besonders? Und wie bringen wir vielleicht Gott ins Spiel? In der Rubrik "Mein Corona" antwortet dieses Mal Lukas Schrumpf, neugewählter Solinger Landessynodaler aus Rupelrath.

Freut sich über viel Kreativität, mit der die Kirche wegen Corona neue Formate geschaffen hat: Lukas Schrumpf. Freut sich über viel Kreativität, mit der die Kirche wegen Corona neue Formate geschaffen hat: Lukas Schrumpf.

Wie hat sich Ihr Alltag durch Corona verändert?

Zuerst ist Unsicherheit zu spüren auf den Bürofluren. Was kommt? Dann die gesamte Belegschaft im Home-Office. Viel fehlt. Der Kaffee mit den Kollegen, die produktiven Gespräche zwischendurch. Viel ordnet sich neu. Das heimische Arbeitszimmer wird Corona fit gemacht. Webcams sind ausverkauft, die Laptopkamera muss reichen. Viel bleibt, wie es ist. Der Arbeitsalltag ist so produktiv wie zuvor, manchmal beinahe produktiver. Dann vier Wochen Kurzarbeit. Das Unternehmen muss liquide bleiben. Man ist zurückgeworfen auf sich. Die geschenkte Zeit kann ich gut gebrauchen. Jetzt seit einigen Wochen wieder ganz im Vollzeit-Homeoffice angekommen. Vieles klappt gut und mittlerweile fühlt es sich fast wieder an wie Alltag.

Die erste Zeit ist surreal. Viel von dem, was sonst mein Leben ausmacht, gar füllt, fehlt. Aber ehrenamtliches Engagement, Kirche und Politik, organisieren sich schnell neu. Virtuell fühlt sich recht echt an. Ich glaube, ich bin nie in meinem Leben so viel spazieren gegangen, wie in den letzten Monaten.

Worüber haben Sie sich vor kurzem besonders gefreut und was hat Sie besonders betrübt?

Mich freut ungemein, mit wie viel Hingabe und Kreativität neue Formate geschaffen und erprobt werden. Zu erleben, wie flexibel unsere Kirche mit den digitalen Möglichkeiten zur Weiterarbeit an den brennenden Themen von Anfang an umgegangen ist, ist beachtlich.

Die Situation bei unseren europäischen Freunden und gerade jetzt auch in Brasilien macht mir dagegen große Sorgen. Der Vorstoß zur Beschaffung gemeinsamer Impfdosen zeigt, wovon wir mehr brauchen - gemeinsames Engagement und europäische Solidarität, die nicht vor unserer Haustür endet.

Zurzeit gibt es viele Erwartungen, Fragen oder Vorhaltungen, die sich an Menschen aus Wissenschaft und Politik richten. Gibt es etwas zu Corona, das Sie gerne mal Gott sagen würden?

Hier bin ich gedanklich hängen geblieben. Welche Frage kann ich stellen, die erschöpft, was es zu fragen gilt. Was kann ich sagen, das erschöpft, was es zu sagen gibt. Die Inschrift auf dem Grabstein des dänischen Theologen und Philosophen Sören Kierkegaard bewegt mich in diesem Sinne sehr: "Was ich möchte, ist mit Jesus ewig sprechen." Er drückt die Hoffnung und Befürchtung aus, dass nur das ewige Zwiegespräch reichen wird.

Aber natürlich will ich mich gerne auf die Ausgangsfrage festnageln lassen und bitte: „Wie soll die Corona-Situation in deiner Kirche wirken?"

Was wünschen Sie sich selbst denn in diesen Zeiten von der Kirche?

Corona hat da eigentlich wenig geändert. Ich wünsche mir eine Kirche, die nah bei den Menschen und relevant für sie ist. Eine Kirche, die das Evangelium ernst nimmt und deswegen Anwalt der Verwundbaren und Verwundeten ist - ob in gesundheitlicher oder sozialer Hinsicht. Eine Kirche, die sich orientiert an der Wirklichkeit Gottes und darauf vertraut, dass er eine gute Zukunft für uns hat. Eine Kirche, die sich öffnet für neue Generationen und Milieus und versteht: Es geht nicht darum, die Standards niedriger zu hängen, sondern es geht um eine neue Strategie. Eine Kirche, die Wort und Tat zusammendenkt. Eine Kirche, die durch Corona neu eingeübte Arbeitsweisen weiterführt und ausbaut.

 

18.06.2020



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