Losung

für den 02.12.2020

Ich traue auf den HERRN. Wie sagt ihr denn zu mir: Flieh wie ein Vogel auf die Berge!

Psalm 11,1

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Service

Interview mit Ulrike Kilp, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Solingen

„Vertrauen aufbauen ist ganz wichtig“

Ulrike Kilp ist seit einem guten Jahr Geschäftsführerin des Diakonischen Werks im Evangelischen Kirchenkreis Solingen. Im Interview erzählt sie von ihrem Start in der Klingenstadt, den Herausforderungen durch Corona und Aufgaben für die nächste Zukunft.

Seit gut einem Jahr an der Spitze des Diakonischen Werks Solingen: Ulrike Kilp. Seit gut einem Jahr an der Spitze des Diakonischen Werks Solingen: Ulrike Kilp.

Frau Kilp, Sie leiten nun seit einem Jahr die Geschäfte des Diakonischen Werks (DW). Wie gut haben Sie das Haus inzwischen kennengelernt?

Das Haus Diakonie Solingen wurde bereits in den letzten Jahren deutlich ausgebaut. Vor gut zwei Jahren wurden Kitas von den Kirchengemeinden in die Trägerschaft des DW überführt. Damit hat das DW nun viele zusätzliche Fenster in die Stadt hinein. So konnte auch ich einen guten Einblick bekommen, wie viele Menschen wir in Solingen erreichen. Es ist ein großes Glück, dass die Mitarbeitenden, die diesem Haus sein Gesicht geben, allesamt eindrucksvoll und getragen von der Hingabe zu den Menschen sind. Sie haben mir sehr schnell das Gefühl gegeben, dass ich willkommen bin. Ich fühle mich pudelwohl.

Als Neue in Solingen ist Ihnen sicher schon aufgefallen, dass man sich in unserer überschaubaren Großstadt gut kennt. Wie gut fühlen Sie sich nach dem ersten Jahr bereits vernetzt?

Ich bin immer wieder beeindruckt, was in Solingen selbstverständlich ist: Gesellschaftliche Themen werden von außerordentlich engagierten Menschen professionell und auf Augenhöhe verhandelt – zum Wohl der Stadt. Da ist es gut, dass man bzw. frau sich kennt. Das hilft, aufeinander zuzugehen. Vertrauen aufbauen ist ganz wichtig, glaubwürdig bleiben ist unerlässlich für ein gutes Klima und das Gelingen gemeinsamer Aufgaben. Mein Eindruck ist es, dass ich hieran bereits mitwirken kann und die Diakonie einen festen Platz in der Solinger Stadtgesellschaft behält.  

Wenige Monate nach Ihrem Start hat der Corona-Lockdown alles durcheinandergewirbelt. Wie sehr hat diese Ausnahmesituation Sie und Ihre Mitarbeitenden herausgefordert?

Einen Lockdown hatten wir gefühlt gar nicht. Am 16. März 2020 hat zum ersten Mal unser interner Krisenstab getagt. Innerhalb einer Woche konnte die Mehrheit der Beschäftigten im Homeoffice weiterarbeiten. Wir haben uns damit in eine digitale Gegenwart katapultiert, was unsere Handlungsfähigkeit deutlich erweitert hat. Nicht ins Homeoffice konnten die über 200 Mitarbeitenden in den 14 Kitas und im Offenen Ganztag. Die Einrichtungen waren in der gesamten Lockdown-Zeit geöffnet und mussten immer wieder neue Verordnungen des Landes NRW und der Stadt Solingen umsetzen. Das war und ist bis jetzt eine große Belastung. Auch weil dort die Not der Familien besonders sichtbar wird: Wie soll man Eltern, die zwingend die Betreuung für das Kind benötigen, um nicht den Job zu verlieren, erklären, dass sie keinen Anspruch auf die Notbetreuung haben? Da mussten die Mitarbeitenden in den Betreuungseinrichtungen viele konflikthafte Gespräche führen und um Verständnis bitten. Bis jetzt gehen sie - wie auch die Eltern - oft über ihre Belastungsgrenzen. Ich bin sehr stolz, wie die Mitarbeitenden unter diesen veränderten Bedingungen den Kindern ein unbeschwertes Kita-Leben ermöglicht haben.

Welche Auswirkungen hatte Corona auf andere Arbeitsbereiche im DW?

Auch in allen anderen Arbeitsbereichen haben wir erlebt, dass Familien, Kinder, Jugendliche, psychisch Kranke, mittellose und ältere Menschen mit ihren Sorgen und Ängsten zu oft allein waren. Wir haben unsere Wege zu ihnen immer aufrechterhalten und sie mit Treffen im Freien oder mit Video- oder Telefonanrufen begleitet. Zusätzlich haben wir eine Corona-Soforthilfe eingerichtet. So wurden Menschen, die niemanden hatten, der sie versorgen konnte, mit Lebensmitteln oder anderen Dingen des täglichen Lebens beliefert. Diesen Dienst lassen wir aktuell wieder aufleben.

Haben Sie auch aktuelle Herausforderungen ausgemacht, die nichts mit Corona zu tun haben?

Als evangelischer Wohlfahrtsverband sind wir ein Bindeglied zwischen Kirche und Staat und damit unmittelbar in gesellschaftliche Veränderungsbewegungen involviert. Das DW unterzieht sich nach der langjährigen sehr erfolgreichen Ausrichtung durch meine beiden Vorgänger nun einer organisatorischen Überprüfung, damit wir fit genug sind, mit äußeren Entwicklungen und Anforderungen Schritt halten zu können. Wir fragen auf allen Ebenen, was bleiben und was weiterentwickelt werden muss, um uns zukunftssicher zu machen. So wollen wir die kaufmännische Seite und die Öffentlichkeitsarbeit ausbauen.

Warum ist das wichtig?

Der ganz überwiegende Anteil der Finanzströme bei unserem Jahresumsatz von über 11 Mio. Euro kommt aus staatlichen Fördermitteln. Wir haben die Aufgabe, diese öffentlichen Mittel sorgsam und förderrechtlich korrekt einzusetzen und zu verwalten. Das wird immer komplexer und erfordert kaufmännische Professionalität und  unterstützende IT-Systeme. Damit werden wir auch unsere strategische Ausrichtung erweitern.

Mit einer systematischen Öffentlichkeitsarbeit vergrößern wir unseren Wirkungskreis: Über die neue Website gewinnen wir neue Mitarbeitende, die wir in den Kitas dringend brauchen. Unsere Fördermittelgeber genauso wie Klient*innen, Eltern, Mitarbeitende können sich dort schnell orientieren, an wen sie sich mit ihren Anliegen wenden können. Über Presse und Medien versuchen wir auf unsere Themen aufmerksam machen: wir werben für bessere Rahmenbedingungen beim Offenen Ganztag, rufen zu Spenden für geflüchtete Menschen auf Lesbos auf, informieren über die Schuldnerberatung und unsere anderen offenen Angebote für die Menschen in unserer Stadt oder schaffen Aufmerksamkeit für wichtige gesellschaftliche Fragen wie das Problem des Rassismus.

Wo sehen Sie noch weitere wichtige Zukunftsthemen?

Wir wollen herausfinden, welche Möglichkeiten die Digitalisierung für die Soziale Arbeit bietet. Kürzlich haben wir in einer offenen digitalen Konferenz mit über 30 Solinger Eltern über Diskriminierungserfahrungen an Schulen beraten. Dabei konnten wir mit diesem Online-Format andere Menschen erreichen als sonst. Wir werden weiter mit solchen digitalen Orten experimentieren und herausfinden, wie weit sie als Ergänzung zur face-to-face-Arbeit geeignet sind und Austausch, Begegnung und gesellschaftlichen Teilhabe ermöglichen.

Und natürlich sind wir Teil der Zukunftsüberlegungen des Kirchenkreises. Im Prozess „Klingenkirche 2030“ arbeitet der ganze Kirchenkreis mit den Gemeinden ja schon seit Jahren an einem Zukunftsmodell, um auf die gesellschaftlichen und finanzwirtschaftlichen Veränderungen für die gesamte Kirche zu reagieren. Ich bin der festen Überzeugung, dass es für alle im Kirchenkreis gute Perspektiven gibt, wenn wir die uns anvertrauten Talente zusammendenken und -bringen. Daher unterstütze ich ausdrücklich den begonnenen Weg der Synode unter der Moderation unserer Superintendentin Dr. Ilka Werner und des Kreissynodalvorstandes.

 

05.11.2020



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